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Autor:
KusaiYo
Rubrik: Tokio Hotel
Genre: Romantik (P18)
Leser: 963
Länge: 59.675 Wörter
Änderung: 07.04.2010
21:11 Uhr
Abonniert:   13 mal
37 Rezensionen
Wertung:  
4.9 (Stimmen: 7)

Wie Bonnie und Clyde 2

Nach zwei Jahren Trennung hat das Leben der aufgeweckten Bonny so manch einen Umschwung genommen. Zwei Jahre zuvor entschied sie sich dazu, den Kontakt zum Gitaristen abzubrechen und um sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Selbstschutz. Doch nun fedelt Bill, der es nicht mehr aushält ein Treffen ein. Wie sieht das Treffen aus? Wird Bonny dem Vater ihres verstorbenem Kindes beichten, dass sie eine Totgeburt hatte? Wie wird er reagieren und was hat Bonny über seine Verlobung mit einem Mädchen zu sagen? Eine Story mit Witz, ihren Höhen, Tiefen und der seelische Schmerz eines Mädchens, was sich damit abgefunden hat eventuell den falschen zu Lieben. Fortsetzung von 'Wie Bonny und Clyde' Genre : Humor, Romanze
Fortschritt: 10%

Inhaltsverzeichnis Einklappen

  1. Prolog
  2. Stolpere nicht über deine eigenen Füße
  3. Ein Stück Mittag
  4. Rückkehr
  5. Warme Suppe, nicht kalt, nicht heiß.
  6. Bettgeflüster – zwischen Vanille und Schoko Teil 1
  7. Bettgeflüster - zwischen Vanille und Schoko Teil 2
  8. Bettgeflüster - zwischen Vanille und Schoko Teil 3
  9. Tourbusleben
  10. Chantal
  11. Dezente Seitensprünge
  12. Mein Freund
  13. Ein anderer Beweis Teil 1
  14. Ein anderer Beweis Teil 2 + Kapitelverlängerung
  15. Nicht verdient und dran gehangen
  16. Rauf und runter...

Prolog

Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, kann man diese Story unbeschwert Lesen. Es wird sich vieles auflösen. ;)


**********

Kapitel 00 Prolog



„ Es tut mir Leid Frau Emmerich, aber wir haben ihrem Kind nicht mehr helfen können.“

„ Das ist nicht wahr….“

Es würde später nie passiert sein und am Ende erinnerte mich nur noch eine mittelgroße Narbe unter meinem Bauchnabel daran.

Wir Alle bekommen das was wir verdienen und deshalb konnte ich sehen wie er, weit weg von mir seelisch zugrunde ging und nur ich hatte das Gefühl jene Dinge sehen zu können – in seinen so untreuen, verletzlichen, rehbraunen Augen.

Ich liebte dich – für immer, mein kleines Arschloch.

Schwere Zeiten und nur die Butterfee konnte mich in meiner emotionalen Verkrüppeltheitsphase wieder hochziehen und machte aus mir – weit weg von mir wieder die, die ich einmal war und noch viel mehr…





Zwei Jahre später.


Ich sitze in meiner Gelegenheitsbadewanne, irgendwo in einem super teuren Hotel, irgendwo in irgendeiner deutschen Stadt. Ich habe vergessen wo ich gerade bin, peinlich. Mein neuer Job bestand nämlich seit einem Jahr darin Geschäftsmänner für einen gewissen Zeitraum zu begleiten und sie zu unterhalten. Das ist das Einzige was ich bisher konnte und kann.Es stellte sich heraus dass es meine zuverlässigste Geldquelle war. Ja, Bonny ist mal wieder glücklich nach all den Monaten in denen ich es nie war.
War ich überhaupt mal glücklich? Ja, kann sein. Vielleicht im Kindergarten unterm Dornenbusch oder so, keine Ahnung. Unglücklich sein ist leichter. So wie Sterben. Weshalb wir uns mit dem Leben herumschlagen und uns ein Leben lang irgendwelche Themen in die Platte pressten. Zum Beispiel Ärzte. Wie lange Studieren die bevor sie richtig Asche machen? Hinzu kommen Schicksalsschläge, welche unsere Zukunft in ein tiefes schwarzes Loch ziehen. Es würde dann so sein als hätten wir niemals gelebt und die Liebe, die würde sowieso auf der Strecke bleiben. Lieber sollte man so gemütlich Leben wie eine Katze. Fressen, schlafen, gekrauelt werden und das Katzenklo beglücken.

Zu tief war ich in meine Gedanken eingetaucht. Ich habe nicht bemerkt wie mich mein Zeitgenosse meine nackten Schultern berührt. Zuerst haucht er mir dünne Küsse entgegen. Dann legt er seine großen Hände auf beide Schulterblätter und fängt mit kreisenden, entspannenden Bewegungen an.
Eigentlich wollte ich ja nicht gestört werden. Ich nehme ein Schaumbad. Mein nackter Körper ist nicht Sichtbar. Einzig Kopf, Schultern, Arme und Knie ragen aus dem Entspannungsbad.

Nebenher spüre ich wie sich eine Hand entfernt hat und sich auf jene verlassene Stelle seine Lippen gesellen. Waren wir vorhin nicht lange genug in seinem Bett herumgehüpft?
Ja, mein Job hat nichts mit Bettspielchen zutun und doch hatte ich heute das dringende Bedürfnis gehabt mit dieser Person zu schlafen – irgendwie. Ich bin eben Bonny und nach zwei Monaten war es für mich auch mal wieder an der Zeit.
Mein Bruder – Lasse, immer wenn ich ihm am Telefon über sämtliche neue Bekanntschaften berichte, die Mal wieder im Bett landeten konnte ich seine Abneigung fast nahezu durch den Hörer schmecken. Er fragt mich dann ob ich mir damit meine Verbittertheit aus dem Kopf vögeln wolle. Als ob ich verbittert gewesen wäre. Ja er spielt gerne hartnäckig auf eine alte Bekanntschaft an, dessen Namen ich meistens zu verdrängen versuche.

Der kleine Fernseher, welcher an der anderen goldbraun, gestrichenen Wand vor meiner Badewanne seinen Platz hat, geht an. Mein Partner, dessen Namen ich doch noch vor einer Stunde wusste hat die Fernbedienung hinter meinem Rücken bewegt. Siehe da. Das Schicksal küsst meine Lippen. Nachrichten. Stinklangweilige Nachrichten von einer gestörten Band laufen im Fernsehen und er schaltet noch nicht einmal um(!). Wieso auch? Ich höre nur seine Stimme, die ich seit zwei Jahren nicht mehr real vernommen habe über seine fünf Piercings in seinem Penis reden. Dem Gesichtsausdruck seines Bruders zufolge, war das mal wieder eine selten dämliche ´ich brauche Aufmerksamkeit ´ Aktion.

Bereits seit zwei Jahren habe ich in großen Abständen mehrmals verfolgen können, wie er sich wandelte. Ich konnte in seiner Mimik und Gestik wohl bestimmte Gefühlsschwankungen wahr nehmen, die eigentlich keiner sehen konnte. Durch das Fernsehen bekam ich mit wann er traurig war und wann er mal wieder total gut drauf war. Gut drauf war er zuletzt gewesen, als sie nach über einem Jahr Pause neu eingestiegen waren. Ihr neues Video, ein voller Erfolg vermutlich. Noch mehr Muschis die sich an den Vieren in allen möglichen Ländern aufgeilen wollen. Noch ein Grund, weshalb es gut war dass ich den Kontakt zu ihm abgebrochen habe…

„ Willst du mich noch einmal Massieren?“, höre ich seine Stimme rallig in mein Ohr eintauchen. Vermutlich erforschte sie kurzzeitig mein Innenleben, bis zum anderen Ohr um von da aus wieder unbeantwortet herauszutreten. So hab ich es mir vorgestellt, jedoch bin ich zivilisiert und zuvorkommend – Bonny war eben perfekt. In der bildhaften Anwesenheit von Tom erkläre ich meinem Mitmenschen dass ich für heute genug vom Bettsport habe und weise ihn daraufhin dass er Morgen früh abreisen muss und seine Kräfte sparen sollte da er mich nach diesen Stunden sowieso nie wieder zu Gesicht bekommt. Letzteres denke ich mir.
Er ist sehr verständnisvoll, fragt sogar danach ob ich nicht bald rauskommen will und wenn ja, ob er mir einen Bademantel bringen darf. Alles in allem ist er sehr zuvorkommend, charmant und gleichzeitig so hübsch. Groß war er. Am meißten mag ich seine braunen Augen. Sie wirken zu vertraut. Tatsächlich ein perfekter Mann. Alles Andere als der da im Fernseher. Dieser Schleimscheißer war ein triebgesteuertes Rippchen, was neuerdings Wert auf den perfekten ‚ich check sie Alle durch’ Look stand. Cornrows. Irgendwie macht ihn das so einzigartig Böse. Sexy Böse. Gott sei Dank ist er, der Böse ganz weit weg von mir.
Wer weiß wie ich reagieren würde wenn er plötzlich wieder vor mir stände. Bei der Gelegenheit könnte ich ihm ja etwas von seinem Sohn erzählen. Wie er darauf reagieren würde?
Eine kleine, unbedeutende Story über Bonnys fast Ableben und seinem nie gekannten Sohn. Ich hatte mal Babyfotos von Tom und Bill gesehen. Die beiden Neugeborenen sahen so unwahrscheinlich Süß aus. So wie er.

Ich stütze beide Hände parallel am Badewannenrand ab und ziehe mich hoch. Dass mich der Typ dessen Namen ich nicht mehr weiß nackt sieht, macht mir nicht sonderlich viel aus. Er hält mir meinen rosafarbenen Mantel hin und wickelt mich darin ein. Ich bedanke mich und streiche meine noch nassen Füße auf dem Handtuch am Boden aus.

Ob Tom so eine Story schockieren würde? Hätte es ihm ja sagen können. Damals hat er immer wieder versucht gehabt mich per Handy zu erreichen. Er wusste von Lasse leider dass ich in einem Krankenhaus war. Wo? Das bekam er nie raus. Lasse selbst war wieder in Miami gewesen. Ich in Deutschland und Tom musste wohl irgendwo zwischen Chantals Beinen hängengeblieben sein. Sie war schließlich auch Schwanger. Behauptete man. Diese Geschichte war glaube ich noch härter als meine – schließlich waren Tom und Chantal damals sogar verlobt. Ha!
Der Drohbrief stammte auch von ihr, hat mir Bill mal gesteckt. Mit ihm habe ich ab und zu noch Kontakt, heimlich. Die Anderen der Band haben keine Ahnung. Bill hat ja selbst Angst dass er sich verplappert, wenn er mal etwas tiefer ins Glas sieht. Noch weiß Tom nichts und das ist auch besser so. Selbst Bill weiß nichts von meiner Totgeburt. Wäre ja schrecklich. Mitleid hier, Mitleid da.

Die Zeit vergeht schon und reist viele Wunden, dessen Fäden längst gezogen und Wunden vollständig verheilt sein müssten, wieder auf. Ich habe genug erlebt. Mit 21 Jahren. Können nicht viele von sich behaupten – eigentlich schon, ich sehe mich nur als etwas Besseres an. Muss wohl an der Liebe meines Lebens gelegen haben, welche symbolisch in meinem Bauch, da wo die Gefühle anfangen, gestorben ist.
Klingt Masochistisch, oder pervers. Irgendwas dazwischen.

„ Hey Maus, kommst du ins Bett?“, dirigiert mich meine Eintagsfliege liebevoll in das riesige Himmelbett. Warum habe ich eigentlich gebadet wenn ich mich doch wieder in das Laken lege?
Keine Zwei Sekunden später klingelt mein Handy. Ich gehe ran und höre die vertraute Stimme einer quieklebendigen Person. Alles was ich verstehe ist so Etwas wie: „ Hey hier ist dein bester Freund auf Erden. Was machst du gerade? Mir ist langweilig und gleichzeitig bin ich Müde. Am liebsten würde ich ja jetzt mit dir einen Trinken gehen, aber das mit Tom klappt wäre nicht so der Brüller, hm?“ Fetzen. Eher Wortfetzen als alles Andere. Ich habe nichts dergleichen verstanden. Ich sage nichts, überlege was ich zuerst Antworten soll. Ich habe jetzt schon ein ganz komisches Gefühl…
Er nennt mir einen Hotelnamen, meinen Hotelnamen. Zufällig checken er und die Band auch in eines der vielen Hotels hier in Deutschland ein. Ich bin beruhigt. Er nennt die Stadt München – weit weg von meiner. Ich glaube ich bin in Hamburg, oder Köln?
Ich habe heute eindeutig zu viel getrunken. Müde war ich auch. Ich hatte mich währenddessen zurück in das Himmelbett geschmissen und ließ mich von meiner Gesellschaft am Hals kraulen.
Noch immer prasselte Bills aufbrausende Stimme auf mich ein. Er schwafelte etwas vom selben Hotel und dass ich ihm gestern noch gesagt haben musste, dass ich in München sein muss. Zumindest habe ich das Gestern noch behauptet und deshalb wollte Bill David unbedingt dazu überreden hier eine Zweitagespause zu machen. Bill habe alles so perfekt eingeleitet.
Ich hatte also Gestern gesagt dass ich in München bin? Hatte ich in der Zwischenzeit die Stadt gewechselt?

„ Sag mal in welcher Stadt sind wir eigentlich?“, fragte ich den Gentleman neben mir ohne ihn mit seinen Namen anzusprechen. Der war ja Weg. Leider.
„ München.“, er musste Schmunzeln und fügte hinzu dass er mich bereits als eine tollpatschige Persönlichkeit eingeschätzt hatte, Fettnäpfchentreterin trifft meiner Meinung nach am besten zu.

„ Soll ich rauf kommen?“, trällert mir der Leader, den ich zwei Jahre schon nicht mehr richtig gesehen habe urplötzlich in mein Ohr. „ Nein ich komme Runter.“, sage ich und lege daraufhin auf.

Und jetzt möchte mein Magen Orchester spielen. Vermutlich verkrampft sich gerade mein ganzer Körper, da mir gerade bewusst wird, was eigentlich los ist und wen ich in den nächsten Minuten vermutlich wiedersehe…


Kapitel 00 Ende




**********


Neue Perspektive - ich empfinde sie als Besser für diesen Teil, doch wenn es stört - sagt bescheid. Ist vorerst nur der Prolog ;)


Vielen Dank fürs Lesen und hoffe es gefällt.

Liebste Grüße

die Yosh