Sterne am Himmel

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Tokio Hotel
Emma ist Tokio Hotel-Fan und kann es kaum glauben, als sie die Chance dazu bekommt, Bill, Tom, Georg und Gustav persönlich zu treffen. Während sich die schüchterne 17-Jährige jedoch mit dem Gedanken abfindet, dass dieses traumhafte Erlebnis etwas Einmaliges bleiben wird, ahnt sie nicht, dass einige unerwartete wie unglaubliche Zufälle zu etwas führen, das sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können …
Dieser Text ist der 1. Teil der Reihe "Sterne am Himmel || Himmel auf Erden".

Inhaltsverzeichnis Einklappen

  1. Kapitel 1: Nur Tokio Hotel
  2. Kapitel 2: Kreislaufkollaps
  3. Kapitel 3: Cometeneinschlag
  4. Kapitel 4: Ernüchterung
  5. Kapitel 5: Alltag
  6. Kapitel 6: Hamburg
  7. Kapitel 7: In Fashion
  8. Kapitel 8: Zufall
  9. Kapitel 9: Schicksal
  10. Kapitel 10: Echt abgedreht
  11. Kapitel 11: Wie ausgewechselt
  12. Kapitel 12: Viel beschäftigt
  13. Kapitel 13: Undurchdacht
  14. Kapitel 14: Enttäuschung
  15. Kapitel 15: Zurück
  16. Kapitel 16: Überfüllt
  17. Kapitel 17: Ablenkung
  18. Kapitel 18: Zu spät
  19. Kapitel 19: Zweifel
  20. Kapitel 20: Rebellin
  21. Kapitel 21: Andere Welt
  22. Kapitel 22: Schweren Herzens
  23. Kapitel 23: Hausarrest
  24. Kapitel 24: Unpassend
  25. Kapitel 25: Erleichterung
  26. Kapitel 26: Sicher
  27. Kapitel 27: Alptraum
  28. Kapitel 28: Kleine Peinlichkeiten
  29. Kapitel 29: Mias Hilfe
  30. Kapitel 30: Ein Stück Normalität
  31. Kapitel 31: Mias Hilfe 2.0
  32. Kapitel 32: Back To Business
  33. Kapitel 33: Geständnis
  34. Kapitel 34: Los Angeles
  35. Kapitel 35: Mitten ins Herz
  36. Kapitel 36: Hollywoodreif
  37. Kapitel 37: Deplatziert
  38. Kapitel 38: Geschmacksverirrung
  39. Kapitel 39: Nur ihn
  40. Kapitel 40: Nora
  41. Kapitel 41: Sternenhimmel
  42. Kapitel 42: Erwischt
  43. Kapitel 43: Hilflos
  44. Kapitel 44: Anfang vom Ende
  45. Kapitel 45: Schlechte Freundin
  46. Kapitel 46: Leben verändern
  47. Kapitel 47: Masochistin
  48. Kapitel 48: In einem anderen Leben
  49. Kapitel 49: Nächtlicher Besuch
  50. Kapitel 50: Ohnmacht
  51. Kapitel 51: Zerrissen
  52. Kapitel 52: Altes neues Leben
  53. Kapitel 53: Sein Brief
  54. Kapitel 54: Entschluss
  55. Kapitel 55: Horizont
  56. Kapitel 56: Vertrauen
  57. Kapitel 57: Ein letztes Mal
  58. Kapitel 58: Ende
  59. Kapitel 59: Anfang

Kapitel 1: Nur Tokio Hotel


Ich erkläre, dass ich nicht Urheber oder Eigentümer der Marke / des Produktes „Tokio Hotel“ bin und dass die Handlung in meiner Veröffentlichung fiktiv ist. Ich verpflichte mich mit meiner Veröffentlichung dem Ansehen von „Tokio Hotel“ nicht schaden zu wollen und kein geschütztes Material wie Original-Songtexte oder Original-Textauszüge in meine Veröffentlichung zu übernehmen.

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Aufgeregt rutschte ich auf meinem Sitz hin und her, während vor dem Fenster des ICEs die Landschaft an mir vorbei flog. Der Zug fuhr so schnell, dass sich die grünen Wiesen und Felder und der hellblaue, wolkenlose Himmel in einen einzigen verschwommenen und farbenfrohen Teppich verwandelten.
Wir waren mittlerweile schon zweieinhalb Stunden unterwegs und soweit ich mich erinnern konnte, hatte ich seitdem unentwegt nach draußen gestarrt. Doch nicht nur vor meinen Augen sausten die Bilder in Schwindel erregendem Zeitraffer vorüber, auch im Innern meines Kopfes wirbelten die Gedanken umher und kreisten ununterbrochen um das, was mir in nur wenigen Stunden bevorstand.
Ohne es zu merken, trommelte ich nervös mit meinen Fingern auf dem kleinen Klapptisch herum, der nur wenige Zentimeter über meinen Knien schwebte. Erst, als Mia sich vorbeugte und ihre Hand auf meine legte, schreckte ich aus meinen Gedanken auf.
»Hey, beruhig dich mal.« Belustigt schaute sie mich an.
»Haha«, machte ich vorwurfsvoll und fügte gequält hinzu:
»Du kannst dir überhaupt nicht vorstellen, wie aufgeregt ich bin!«
»Stimmt, das kann ich wirklich nicht«, grinste Mia und verschwand wieder hinter ihrer Modezeitschrift, die sie sich vor der Abfahrt am Bahnhof noch unbedingt hatte kaufen müssen, weshalb wir um ein Haar unseren Zug verpasst hatten.
Ich war mir sicher, dass ich bis zu unserer Ankunft vor lauter Aufregung bestimmt geplatzt sein würde. Immer wieder stieg mir ein kaum zu unterdrückendes Kribbeln die Kehle hinauf und ich musste mich mit aller Kraft zusammenreißen, um nicht laut los zu quieken oder irgendwelche anderen seltsamen Geräusche von mir zu geben. Immerhin war das Abteil bis auf den letzten Platz besetzt und ich hatte nicht sonderlich große Lust, die irritierten Blicke der anderen Fahrgäste auf mich zu ziehen. Die halb spöttischen, halb amüsierten, die meine beste Freundin mir in regelmäßigen Abständen über den Rand ihrer Zeitschrift hinweg zuwarf, reichten mir schon.
Als der Zug nach weiteren zwei Stunden endlich in den Hauptbahnhof einfuhr, stellte ich mit Erleichterung fest, dass ich tatsächlich noch ganz war. Ich half Mia, unsere Koffer aus dem Gepäckfach zu hieven und kämpfte mich hinter ihr aus dem überfüllten Abteil auf den Bahnsteig. Glücklicherweise herrschte im Inneren des Bahnhofs ein ohrenbetäubender Lärm, denn ich war mir ziemlich sicher, dass man sonst meinen mindestens um das zehnfache erhöhten Herzschlag deutlich hätte hören können.
Wir waren wirklich da. Ich konnte es kaum glauben.
Ein Brei aus hunderten von Stimmen, nachhallenden Lautsprecherdurchsagen und Kindergeschrei erfüllte meine Ohren, als ich Mia durch die Menschenmenge zu einer Treppe am Ende des Gleises folgte. Allem Anschein nach wusste sie nämlich genau, wie wir auf schnellstem Wege aus diesem Gebäudekomplex herauskommen würden. Zielstrebig bahnte sie sich einen Weg durch die tunnelartigen Gänge. Sie blieb nicht einmal kurz stehen, um sich zu orientieren. Hier und da warf sie einen flüchtigen Blick auf die wegweisenden Schilder und lief dann zügig weiter, während ich Mühe hatte, Schritt zu halten. Wäre ich heute und hier ganz auf mich allein gewesen – ich hätte höchstwahrscheinlich noch bis zum nächsten Morgen nach dem Ausgang gesucht, bei meinem Orientierungssinn …
Doch dank meiner Freundin befanden wir uns bereits nach unglaublichen zehn Minuten unter freiem Himmel.
»Und jetzt?«, fragte ich ein wenig außer Atem.
»Jetzt brauchen wir ein Taxi«, stellte Mia ohne zögern fest und ehe ich mich versah, hatte sie sich auch schon selbstsicher auf dem Weg zu einem der gelben Wagen gemacht, die am Straßenrand in einer kurzen Schlange auf Kundschaft warteten.
Während ich ihr erneut folgte, trat sie an das Autofenster und wechselte ein paar Worte mit dem Fahrer, woraufhin dieser ausstieg, um unser Gepäck im Kofferraum zu verstauen. Als alle im Taxi saßen, zog Mia einen zerknitterten Zettel aus ihrer Jackentasche.
»Ähm, Centroallee 280, bitte«, erklärte sie dem Fahrer.
»Centro Hotel, ja?«, fragte dieser und schaute uns durch den Rückspiegel abwechselnd an.
»Genau das«, bestätigte Mia, woraufhin der Fahrer nickte und den Motor startete.


Die Fahrt dauerte lediglich einige Minuten. Zwar vertrieb ich mir, wie bereits im Zug, die Zeit damit, starr aus dem Fenster zu blicken, doch tatsächlich wahrnehmen tat ich nur wenig – auch dann nicht, als Mia begann, ungefähr alle zwei Sekunden mit dem Finger nach draußen zu deuten, um mir vermutlich so etwas wie einen groben Überblick über die Stadt Oberhausen zu verschaffen . Ihre Großeltern lebten hier, weshalb sie sich hier praktischerweise mehr als gut auskannte.
Am Hotel angekommen trug der Taxifahrer unsere Koffer über den Gehweg in die Empfangshalle. Mia bedankte sich und bezahlte, dann traten wir an die Rezeption. Die Empfangsdame erläuterte uns alles, indem sie ihren einstudierten Text herunterratterte und nach ein paar Unterschriften und einigen letzten Einweisungen konnten wir endlich auf unsere Zimmer.
Vollkommen erschöpft von der langen Zugfahrt und übermüdet von der Tatsache, dass ich in der letzten Nacht kaum ein Auge hatte zumachen können, ließ ich mich mit einem lauten Seufzer auf das große Doppelbett fallen. Während ich mit leerem Blick an die Decke starrte, inspizierte Mia das Badezimmer.
»Zum Glück haben die hier einen Föhn!«, rief sie durch die Wand. »Sonst hätte ich mich bei der netten Empfangstussi da unten aber mal so richtig beschwert!«
Das traute ich ihr sogar zu, denn ohne einen Föhn wäre meine Freundin vollkommen aufgeschmissen gewesen, wie sie mir heute Morgen am Bahnsteig bereits mitgeteilt hatte.
Im Gegensatz zu mir hegte sie eine regelrechte Abneigung gegen ihre schokoladenbraunen Naturlocken und trug ihre Haare so gut wie immer glatt. Um ihre widerspenstigen Kringellöckchen zu bändigen, benötigte sie allerdings so ziemlich alle elektrischen Geräte und Haarpflegemittel, die man als Normalsterblicher im Handel erwerben konnte, doch zu ihrem großen Missfallen hatte ihr Haarglätter einfach nicht mehr in ihren Koffer passen wollen.
Ein wenig erleichtert war auch ich über Mias Entdeckung. Ohne perfekt gestylte Haare hätte ich sie vermutlich nicht einmal auf den Hotelflur bekommen und somit wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit der gesamte Abend in Gefahr gewesen.
Himmel, das wollte ich mir nicht einmal vorstellen …
Der Abend. Heute Abend. Beim Gedanken daran bereitete sich ein leichtes Kribbeln in meiner Magengegend aus und mir wurde sogar ein bisschen schwindelig, obwohl ich noch immer ausgestreckt auf dem Bett lag.
Mia kehrte ins Schlafzimmer zurück und ließ sich neben mir nieder.
»Aaah, ist das nicht cool?«, wollte sie wissen, stieß einen tiefen, zufriedenen Seufzer aus und streckte sich. »Unser erster gemeinsamer Urlaub quasi. Na ja, es ist nur eine Nacht. Aber immerhin.«
Nach wenigen Augenblicken richtete meine Freundin sich ruckartig wieder auf.
»Shit, ich sollte doch anrufen, wenn wir angekommen sind!«
Schwungvoll stand sie auf, ging zu ihrer Tasche hinüber, fischte das Handy heraus und stellte sich mit dem Rücken zu mir vor das schmale Fenster, das gleichzeitig die Tür zu einem Mini-Balkon war. Nach ein paar Sekunden hörte ich, wie sich eine leise, verzerrte Stimme aus dem kleinen Telefon meldete.
»Hi, hier ist Mia, ich – was?«
Die Verbindung schien nicht besonders gut zu sein.
»Jana, ich hör dich ganz schlecht, geh mal woanders hin!«
Mia schrie fast. Während sie wartete, dass sich der Empfang besserte, wandte sie sich zu mir um und rollte genervt mit den Augen.
»Bitte? Ja, besser. Also, ich wollte wissen, wann wir zur Arena kommen sollen.«
Einige Sekunden konnte ich wieder nur die leise Stimme von Mias Schwester am anderen Ende der Leitung hören.
»Okay. Gut. Ja, hat alles geklappt, wir sind schon im Hotel. Ja. Alles klar, bis dann!«
Mia drehte sich um und warf das Handy aufs Bett. Dann setzte sie sich wieder neben mich.
»Wir sollen um fünf am Hintereingang sein. Das heißt, wir haben noch gute zwei Stunden.«
»Zwei Stunden?«, quiekte ich und sprang auf. Sofort begann mein Herz erneut, heftig zu rasen. Zwei Stunden. Dann würde es schon so weit sein. Mia schaute amüsiert zu mir hoch.
»Emma«, sagte sie mit beruhigender Stimme. »Deine Aufregung müssen wir bis heute Abend aber noch ein bisschen in den Griff kriegen. So kann ich dich jedenfalls nicht auf sie loslassen.«
»Woher willst du wissen, dass sie überhaupt kommen?«
Meine Stimme klang viel zu panisch und obendrein auch noch unangenehm schrill.
Mia stöhnte auf. »Wie oft soll ich dir das jetzt eigentlich noch sagen? Sie kommen! Ganz bestimmt.«
»Wieso bist du dir da so sicher?«
Wieder verdrehte sie die Augen. »Jana ist mit einer befreundet, die zum Veranstaltungsteam gehört. Und die hat mal ihre Kontakte spielen lassen.«
Das erzählte Mia mir heute zum ersten Mal. Ich war fast ein bisschen sauer. Wie hatte sie nur erst jetzt damit herausrücken können? Dennoch war ich nicht wirklich überzeugt.
»Trotzdem. Es könnte doch sein, dass sie sich noch kurzfristig umentscheiden oder ihnen irgendwas dazwischen kommt.«
»Sei doch nicht immer so pessimistisch.« Mia war sichtlich genervt von meinen ewigen Zweifeln.
»Ich will mir doch bloß keine falschen Hoffnungen machen«, verteidigte ich mich. »Was, wenn sie wirklich nicht kommen?«
Dann war das alles hier umsonst, fügte ich in Gedanken hinzu.
Mia stand auf und packte mich an den Schultern.
»Hör sofort auf damit. Das bringt doch nichts. Es sind nur noch ein paar Stunden, dann wirst du es wissen. Versuch dich bis dahin noch ein bisschen zusammenzureißen, ja? Es ist nur Tokio Hotel.«
Am liebsten hätte ich laut aufgelacht, doch dazu war ich viel zu angespannt.
Nur Tokio Hotel? Sollte das ein Witz sein? Ich war fast ein bisschen gekränkt, dass sie mich nicht verstand, obwohl ich stark bezweifelte, dass ich das überhaupt von irgendeinem Menschen auf dieser Welt verlangen konnte.
Sie teilte meine Begeisterung für diese Band nun einmal nicht. Und ich konnte ihr wirklich keinen Vorwurf machen, schließlich hatte ich es nur ihr zu verdanken, dass ich jetzt überhaupt hier war. Auf einmal hatte ich wieder einen kleinen Hoffnungsschimmer. Vielleicht hatte Mia ja recht. Ich hatte wirklich einen Hang zum Pessimismus und sollte einfach versuchen, nicht so viel darüber nachzudenken.
Sehr witzig. Einfach? Das war es ganz bestimmt nicht.


Ich hoffte inständig, dass eine erfrischende Dusche meinen erhitzten Kopf ein wenig abkühlen würde. Während Mia auf dem Bett saß und fern sah, ließ ich das kühle Wasser auf meine Haut rieseln. Nach dem Haare waschen verwendete ich noch eine Kur (was ich normalerweise nie tat) und rasierte mir noch einmal die Beine, obwohl ich das erst heute Morgen gemacht hatte.
Ich wollte – nein, ich musste einfach alles dafür tun, mich halbwegs wohl zu fühlen. Wenn ich mir bei einer Begegnung mit Tokio Hotel – falls es denn tatsächlich dazu kommen sollte – auch noch Gedanken über mein Aussehen würde machen müssen, würde ich höchstwahrscheinlich eine Gehirnverstopfung bekommen und vor ihren Augen umfallen. Es gab noch genügend andere Dinge, über die ich mir bei einem möglichen Treffen Sorgen machen würde, da würde die Gewissheit, dass ich wenigstens äußerlich ein halbwegs akzeptables Bild abgab, schon einmal eine Erleichterung sein.
Ich kletterte aus der Dusche und knotete mir ein großes weißes Handtuch vor der Brust zusammen.
Dann stellte ich mich meinem Spiegelbild.
Wenn ich ehrlich war, hatte ich es mir schlimmer vorgestellt. Bis auf die Tatsache, dass meine Gesichtsfarbe noch ein wenig blasser und die Schatten unter meinen Augen noch ein bisschen dunkler waren als sonst, sah ich aus wie immer.
Zuerst kämmte ich meine Haare. Mir fiel auf, wie lang sie mittlerweile geworden waren: Sie fielen mir schon wieder bis weit über die Schultern. Sorgfältig knetete ich sie mit einem speziellen Pflegegel in meinen Händen durch - das war’s. Mir war wirklich nicht klar, warum sich Mia immer diese furchtbar aufwendige Lockeneleminierungsprozedur antat. Ich mochte meine blonden Locken und konnte mir gar nicht vorstellen, dass meine Haare jemals ein anderes Erscheinungsbild annehmen könnten.
Wovon ich hingegen weniger hielt, war auffälliges Make-up, doch vielleicht war es gar nicht so verkehrt, heute wenigstens ein bisschen auffälliger auszusehen, als sonst. Also zog ich meinen Lidstrich noch einmal nach und benutzte sogar ein wenig Lidschatten. Den Lippenstift ließ ich dann aber doch lieber weg.
Selbstverständlich hatte ich mir schon vor Wochen zig Mal den Kopf darüber zerbrochen, was ich anziehen sollte und war dafür sogar extra durch die halbe Stadt zu meinem Lieblingsladen gefahren. Herausgekommen waren eine dunkelgraue Jeans mit schwarzen Verwaschungen und ein schwarzes Top, das in mehreren, übereinander genähten Schichten locker am Oberkörper herab fiel. Leider besaß ich keine Highheels, weshalb meine geliebten dunkelroten, bereits etwas in Mitleidenschaft gezogenen Chucks herhalten mussten. In denen fühlte ich mich sowieso am wohlsten und abgesehen davon musste ich in ihnen wenigstens keine Angst haben, mir die Füße zu brechen.
Indem ich meine luftgetrockneten Haare locker mit ein paar Spangen zusammensteckte, hatte ich mein Werk vollendet. Ich trat aus dem Bad, um mich Mias knallhartem, aber immerhin ehrlichem Urteil zu stellen.
»Emma! Wow, du siehst super aus!«, rief sie überschwänglich.
»Danke«, antwortete ich und lächelte verlegen. Innerlich fiel mir ein klitzekleiner Stein vom Herzen. Wenigstens eine Sache, über die ich mir keine Gedanken mehr machen musste.
»Jetzt bin ich aber dran«, rief Mia und hüpfte an mir vorbei ins Bad.
Erleichtert ließ ich mich auf dem Bett nieder und schaute gedankenverloren aus dem Fenster, aus dem man von weitem die riesige Arena-Halle sehen konnte.
Ich warf einen flüchtigen Blick auf Mias Handy. Es war kurz nach vier. In vier Stunden würde die Show beginnen und wahrscheinlich trafen schon bald die ersten prominenten Gäste ein. Wieder beschleunigte sich mein Herzschlag, als ich daran dachte wer sich unter diesen Gästen befinden würde.
Es war tatsächlich wahr. Einfach unglaublich. Wie konnte man nur solch ein Glück haben? Wie konnte ich nur solch ein Glück haben?
Abgesehen von der Aufregung, die momentan alle anderen Gefühle weitestgehend überschattete, freute ich mich einfach unheimlich darüber, hier sein zu können – und hatte dennoch schreckliche Angst davor, heute Abend eine bittere Enttäuschung zu erleben.
Starr blickte ich auf den laufenden Fernseher, konzentrierte mich jedoch nicht auf die bunten Bilder vor meinen Augen. Ich wartete einfach nur darauf, dass die Zeit verstrich.
Mia brauchte eine Ewigkeit. Als ich zum gefühlt eintausendsten Mal auf die Uhr sah, war es schon halb fünf.
»Mia? Wir müssen bald los!«
»Bin gleich soweit!«, kam es aus dem Badezimmer zurück.
Ich stand auf, schaltete den Fernseher aus und überprüfte, ob sich alles, was ich brauchte, in meiner kleinen Umhängetasche aus schwarzem Leder befand. Im selben Augenblick sprang die Badezimmertür auf und Mia kam zum Vorschein.
Sie sah wirklich umwerfend aus. Das enge schwarze Kleid umschmeichelte ihre superschlanke Figur und war gerade so lang, dass es nicht zu aufreizend wirkte. Dazu trug sie eine Strumpfhose und dunkle derbe Stiefel, die perfekt zu ihrer schwarzen Lederjacke passten.
»Du weißt schon, dass wir Angestellte sind und keine VIP-Gäste, oder?«, bemerkte ich spöttisch.
»Und nur weil ich nicht auf der Bühne stehe, heißt das, dass ich aussehen muss, als wäre ich gerade aus dem Bett gestiegen?«, regte sich Mia künstlich auf. »Hallo? Wir laufen da zwischen den ganzen aufgestylten Promis rum! Da müssen wir doch wenigstens versuchen, mitzuhalten! Außerdem kann man ja nie wissen, wem man begegnet, stimmt’s?« Sie grinste frech.
»Ist ja gut, ich nehme alles zurück. Das Kleid steht dir toll«, sagte ich. Mia lachte und gab mir einen Kuss auf die Wange.
»Komm, los geht’s«, sagte sie und zog mich am Arm aus dem Zimmer.


Die Arena konnten wir problemlos zu Fuß erreichen.
Schon von weitem sah ich die Menschenansammlung an der Straße vor den zwei Treppen des riesigen Gebäudes. Die vielen schwarzen Autos mit getönten Scheiben. Die Kameras. Und überall riesige, weiß, orange und lila gefärbte Plakate und Banner mit der Aufschrift: COMET 2010.
Sofort wurden meine Knie weich und ich hatte das ungute Gefühl, dass meine Beine mich keinen Schritt länger tragen würden. Zu meinem Glück blieb Mia genau im selben Augenblick stehen, legte die flache Hand an die Stirn und schaute sich ratlos um.
»Irgendwie hab ich keine Ahnung, wo genau wir hinmüssen, bemerkte sie nachdenklich. Kurzerhand zückte sie ihr Handy, während ich damit beschäftigt war, nicht zu hyperventilieren.
Herrgott! Was sollte denn erst aus dem Abend werden, wenn ich jetzt schon kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand?
Ich war nicht in der Lage, dem Telefongespräch zwischen meiner Freundin und ihrer Schwester zu folgen.
»Jana kommt uns abholen«, teilte Mia mir mit, als hätte sie nichts anderes erwartet, nachdem sie aufgelegt und sich mir wieder zugewandt hatte. »Alles in Ordnung?«
Ich stand stocksteif da und starrte auf die Menschenansammlung, deren lautstarkes Stimmengewirr sich deutlich anhob, als ein weiteres schwarzes Auto vorfuhr.
»Emma!« Mia wedelte mit ihrer Hand vor meinem Gesicht herum. Starr schaute ich sie an.
»Du guckst, als hättest du gerade einen Geist gesehen«, stellte sie besorgt fest, seufzte dann jedoch und setzte einen mitfühlenden Blick auf.
»Bis zur Aftershowparty ist es noch eine ganze Weile. Du kannst dich also noch ein bisschen entspannen, okay? Außerdem sind wir auch zum arbeiten hier.«
Das hatte ich fast vergessen. Gott, ich musste mich endlich zusammenreißen!
»Hey, da kommt sie«, sagte Mia und deutete auf eine große, dunkelhaarige Frau, die eilig auf uns zugelaufen kam. Jana trug eine schlichte, schwarze Stoffhose, ein weißes Hemd und darüber eine weiße Schürze und passte damit optisch so gar nicht in die Szene, die sich hinter ihrem Rücken abspielte.
Ein weiteres Auto fuhr vor und der Geräuschpegel der Fans stieg wieder an.
»Da seid ihr ja!«, begrüßte sie uns im Laufen. »Sehr gut. Kommt, schnell, wir sind ziemlich im Stress.«
Wir folgten Mias Schwester, vorbei an der Absperrung, hinter der sich die Fans drängten, vorbei an der schwarzen Autoschlange, über die Straße, durch ein riesiges Tor, bis wir auf dem durch eine halbhohe Mauer abgesperrten Parkplatz des Hintereingangs zwischen mindestens zwanzig riesigen LKWs standen. Drei von ihnen waren weiß und trugen einen pinkfarbenen Schriftzug, welcher das Aushängeschild für eines der größten Partyservice-Unternehmen in ganz Deutschland war.
Innerhalb von nur zwei Jahren hatte Jana sich dort von einer Beiköchin zur Teamleiterin hochgearbeitet und war nun die Hauptverantwortliche für den heutigen Job. Und nur wegen der glücklichen Fügung, dass meine beste Freundin Mia die Schwester dieser Teamleiterin war und zufällig zwei Angestellte krank geworden waren, durften wir heute als Praktikantinnen dabei helfen, die Aftershowparty der COMET-Verleihung auszurichten.
Mit geschäftigem Blick wandte sich Jana uns zu.
»So, das hier ist dann auch gleich eure erste Aufgabe.«
Sie deutete auf ein paar Leute, die dasselbe Outfit wie Jana trugen und gerade dabei waren, die LKW-Anhänger auszuladen. "Dazu müsst ihr euch aber erstmal umziehen. Ich zeige euch, wo eure Klamotten liegen."
Während wir den Hintereingang betraten und anschließend mehrere dunkle Gänge mit steinigen Wänden durchliefen, die eher an ein Fabrikgebäude als an eine Konzerthalle erinnerten, gab Jana uns Anweisungen.
»Von mir aus könnt ihr bei der Party wieder eure eigenen Klamotten anziehen. Ich denke, ich werde euch sowieso nur bei den Vorbereitungen brauchen. Aber bis dahin verlange ich konzentrierte Arbeit. Macht bitte genau das, was ich euch sage. Das hier heute ist wichtig für uns und die Firma. Es dürfen keine Fehler passieren, verstanden?«
Mia und ich nickten gehorsam. Durch eine Tür betraten wir einen weiß gestrichenen Flur und blieben vor einer weiteren Tür mit der Aufschrift Personal stehen.
»Hier könnt ihr euch umziehen. Wenn ihr fertig seid, kommt ihr bitte wieder auf den Hof und helft erstmal beim Ausladen. Die anderen zeigen euch, wo was hinkommt. Wenn ihr Fragen habt, ich bin die meiste Zeit in der Küche. Aber ihr könnt natürlich auch meine Kollegen ansprechen. Alles klar?«
Wieder nickten wir. Jana lächelte kurz, dann eilte sie davon. Mia und ich schauten uns an und kicherten.
Nachdem wir uns umgezogen hatten, kehrten wir wie geheißen nach draußen zum Parkplatz zurück. Wieder im Freien kam es mir fast so vor, als wäre die Geräuschkulisse, die vom roten Teppich ausging, noch ein wenig lauter geworden.
Janas Arbeitskollegen begrüßten uns freundlich und erklärten uns, was es zu tun gab. Eine ganze Weile schleppten wir schwere Kisten mit Tellern, Gläsern, Besteck und breite Styroporkartons mit Lebensmitteln durch die heruntergekommenen Gänge in einen Abstellraum, an den sich die Küche anschloss. Durch die angelehnte Tür konnte ich immer wieder deutlich Janas Stimme hören, die ihren Mitarbeitern in lautem Ton Anweisungen gab.
Irgendwann waren die drei Container endlich geleert, doch uns wurde keine Pause gegönnt. Nun sollten Mia und ich bei der Herrichtung des Raumes helfen, in dem die Party stattfinden würde. Wieder liefen wir zuerst mehrere Gänge entlang, bis wir schließlich zu einer großen, metallenen Flügeltür kamen.
Der Anblick des Raumes – oder besser gesagt, der Halle – ließ mich in andächtiges Staunen verfallen.
Sie war riesig. Gigantisch. Und (soweit ich das beurteilen konnte) wirklich die perfekte Kulisse für eine echte Promi-Party.
Sie hatte denselben Fabrik-Look wie die Gänge, in denen wir uns die letzten eineinhalb Stunden die Füße wund gelaufen hatten, doch sie wirkte alles andere als kalt und ungemütlich. Ganz im Gegenteil. Sowohl die große runde Bar in der hinteren Hälfte, als auch die kleine Bühne und der DJ-Pult waren äußerlich in die Halle mit den steinigen Wänden, Rohren und Gittern integriert worden. Den Stilbruch übernahmen die schneeweißen Sofas und Sitzkissen, die überall verteilt in kleinen Grüppchen platziert worden waren. Dazwischen leuchteten neonfarbene Beistelltische in Pink und Violett. Manche Sitzgruppen waren durch Vorhänge abgetrennt, die ebenfalls mit Neonlicht aus Bodenlampen angestrahlt wurden. Auch an Wänden und Decke leuchteten überall kleine Lichter, sodass die Halle in ein schummriges, gemütliches Licht getaucht wurde und es fiel mir nicht sonderlich schwer, mir die ganzen prominenten Gäste in ihren edlen Abendkleidern oder stylischen Outfits auf den Sofas oder an der langen Bar vorzustellen.
»Das ist der absolute Hammer«, brachte Mia es neben mir auf den Punkt. Wir standen noch immer an der Tür und schauten uns andächtig um, als plötzlich zwei junge Frauen in schwarz-weiß auf uns zukamen.
»Helft ihr uns mit der Dekoration?«, fragte die, die zwei große, übereinander gestapelte Plastikkisten trug. Die andere hielt sogar drei in ihren Armen.
»Das Zeug wiegt so gut wie nichts«, grinste letztere, als sie unsere verwunderten Gesichter sah. Gehorsam folgten wir den beiden.
Es gab noch immer viel zu tun. Nachdem die Halle mit Dingen wie Kerzen, Kissen, Seidentüchern und Lichterketten ausgestattet war, musste noch einmal eine letzte Reinigung gemacht werden, bevor das Buffet, für welches schon insgesamt zehn lange Tische und Tresen bereitstanden, aufgebaut werden konnte. Mia wurde ein Besen, mir ein Putzlappen und ein Eimer Wasser in die Hand gedrückt und zusammen mit vier Mitarbeitern machten wir uns daran, die Halle auf Hochglanz zu bringen.
Zwar erschien sie mir, als wir fertig waren, noch immer nicht sonderlich sauber, doch das lag höchstwahrscheinlich schlicht und ergreifend an dem derben Fabrik-Scharm. Nur der Holzboden, den man nach der Reinigung auch glatt als Spiegel hätte verwenden können, glänzte und funkelte blitzblank im Licht der unzähligen Lampen und Lichterketten.
Am anderen Ende des Raumes trat Jana aus der Küche.
»Gute Arbeit, Leute!«, lobte sie und sah sich zufrieden um. »Sehr gut gemacht. Dann können wir ja jetzt servieren. Mia, Emma, kommt ihr mal bitte her?«
Wir folgten Jana in die Küche, in der ein ziemliches Chaos herrschte. Es war laut, warm und der Dampf, der aus den Töpfen und Pfannen kam, hatte sich bereits im ganzen Raum ausgebreitet.
Mia und ich bekamen von Jana den Auftrag, riesige metallene Schüsseln und Tablettes, die natürlich noch verschlossen und abgedeckt waren, in die Halle zu bringen. Als wir auch damit fertig waren, sagte sie: »Okay Mädels, das war’s erstmal für euch. Ihr könnt euch jetzt umziehen gehen. Vielleicht brauche ich euch nachher noch mal, kurz bevor es losgeht.«
Wir wollten uns schon auf den Weg machen, da rief sie uns noch hinterher: »In dem Zimmer neben dem Personalraum ist übrigens ein Fernseher. Dort könnt ihr euch die Show angucken, wenn ihr wollt.«
Ich hatte keine Ahnung, zum wievielten Mal wir nun schon die langen Gänge durchquerten. Erst jetzt merkte ich, dass meine Füße von dem ganzen Gerenne schon ziemlich wehtaten. Im Personalzimmer angekommen, ließ sich Mia auf einen Sessel fallen und stöhnte.
»Man, bin ich fertig.« Umständlich streifte sie ihre Schuhe mit den Füßen ab und zeichnete anschließend mit ihnen kleine Kreise in die Luft, um ihre Fußgelenke zu entspannen.
»Wie spät ist es eigentlich?«
Das war eine gute Frage. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Schnell zog ich mein Handy aus der Hosentasche.
»Schon halb neun«, antwortete ich.
»Ehrlich, so spät schon? Krass. Dann hat die Show ja schon angefangen.«
Während ich wie paralysiert dastand, rappelte meine Freundin sich schwerfällig auf und begann, sich umzuziehen.


Eine Viertelstunde später betraten wir den Raum nebenan. Er war weder besonders groß noch gemütlich. Ein paar merkwürdig aussehende technische Geräte, denen ich keine Funktion zuordnen konnte, waren in der einen Ecke des Zimmers gelagert worden. Ansonsten gab es lediglich einen Kleiderständer mit leeren Bügeln, einen hochmodernen Flachbildschirm auf einem niedrigen Tischchen mit Rollen und eine kleine Couch, die sich allerdings als sehr gemütlich erwies.
Gespannt verfolgten wir die Verleihung. Als die Nominierten für die Kategorie „Bester Liveact“ vorgestellt wurden, beschleunigte sich mein Herzschlag. Im Internet hatte ich für meine Lieblingsband gevotet und drückte nun innerlich die Daumen. Mit pochendem Herzen wartete ich auf die Verkündung.
»Bester Liveact und somit im Besitz des Cometen 2010 sind ... Tokio Hotel!«
Vor Freude rutschte mir ein schrilles »Ja!« heraus, woraufhin Mia neben mir einen kleinen Lachanfall bekam.
»Hör auf, dich über mich lustig zu machen!«, schimpfte ich (wobei ich vermutlich nicht sonderlich überzeugend wirkte, da ich das breite Grinsen in meinem Gesicht einfach nicht unterdrücken konnte) und verpasste ihr mit dem Ellenbogen einen unsanften Stoß in die Rippen.
»Aua!«, kreischte Mia, umschlang meinen Oberkörper mit beiden Armen, sodass ich halb auf ihren Schoß kippte und verpasste mir mit der zur Faust geballten Hand eine Kopfnuss.
»Mia, hör auf, ich will das hören!«, meckerte ich, während ich mich mühsam aus ihrer Umklammerung befreite und ihre Arme festhielt, damit sie mich nicht erneut attackieren konnte. Angestrengt versuchte ich, Bills Danksagung zu folgen, doch Mia neben mir fing immer wieder absichtlich an zu kichern. Als der nächste Showact angesagt wurde, stürzte ich mich auf meine Freundin und bestrafte sie mit einer Kitzelattacke.
Bis zu dem Zeitpunkt, als um halb elf Mias Handy klingelte, hatte ich keinen Gedanken an die Aftershowparty verschwendet. Sowohl die Arbeit als auch die Preisverleihung, von der ich gar nicht glauben konnte, dass sie nur ein paar Wände und Mauern von uns entfernt stattfand, hatten mich erfolgreich abgelenkt. Aber nachdem Mia ihrer Schwester am Telefon versichert hatte, dass wir gleich herunter kommen würden, kochten augenblicklich wieder all die nervenaufreibenden Gefühle und die damit verbundenen, unkontrollierbaren Reaktionen meines Körpers in mir hoch. Nicht gerade ernsthaft besorgt blickte meine Freundin in mein vermutlich kreidebleiches Gesicht.
»Bist du sicher, dass du nicht doch lieber hier bleiben willst?«, neckte sie mich.
Wenn ich ehrlich sein sollte, war ich mir momentan tatsächlich überhaupt nicht mehr sicher, ob das alles nicht vielleicht doch ein wenig zu viel für mich war. Mia schien mir anzusehen, dass ich das, was sie soeben ironischerweise vorgeschlagen hatte, ernsthaft in Erwägung zog und ihr amüsierter Blick wurde augenblicklich ernst.
»Natürlich kommst du mit«, sagte sie streng. »Ich hab diese ganze Plackerei doch nicht auf mich genommen, damit du jetzt kneifst. Los!«
Entschlossen sprang sie in die Höhe und riss die Tür auf. Obwohl ich überzeugt war, dass meine Beine mein Gewicht nie und nimmer würden tragen können, stand ich ebenfalls auf und folgte ihr aus dem Zimmer.