Till the sun goes down

Fortschritt: 100%
Marlon Wessel
Wenn die Ewigkeit dein Leben bestimmt, wenn Tag und Nacht Feinde sind, wenn Geheimnisse dein Leben prägen, wenn ein Name dich beschreibt - wie lebst du dann dein Leben? Band 2 der "Till"-Reihe, beschrieben aus Marlons Sicht. >>So stand ich nun zwischen den Fronten. Auf der einen Seite mein Bruder und meine beste Freundin. Auf der anderen die Frau, die ich bis jetzt geliebt hatte. Feuer gegen Eis – Vampire gegen Werwölfe. Wer würde gewinnen?<<
Dieser Text ist der 2. Teil der Reihe "Till the sun goes up".

Inhaltsverzeichnis Einklappen

  1. Kapitel 1
  2. Kapitel 2
  3. Kapitel 3
  4. Kapitel 4
  5. Kapitel 5
  6. Kapitel 6
  7. Kapitel 7
  8. Kapitel 8
  9. Kapitel 9
  10. Kapitel 10
  11. Kapitel 11
  12. Kapitel 12
  13. Kapitel 13
  14. Kapitel 14
  15. Kapitel 15
  16. Kapitel 16
  17. Kapitel 17
  18. Kapitel 18
  19. Kapitel 19
  20. Kapitel 20
  21. Kapitel 21
  22. Kapitel 22
  23. Kapitel 23
  24. Kapitel 24
  25. Kapitel 25
  26. Kapitel 26
  27. Kapitel 27
  28. Kapitel 28
  29. Kapitel 29
  30. Kapitel 30
  31. Kapitel 31
  32. Kapitel 32
  33. Kapitel 33
  34. Kapitel 34
  35. Kapitel 35
  36. Kapitel 36
  37. Kapitel 37
  38. Kapitel 38
  39. Kapitel 39
  40. Kapitel 40

Kapitel 7

„Oh shit, das bist ja du!“ Bene war der Erste, der von uns beiden die Sprache wiederfand. Die Maus, die ich noch immer in den Händen hielt, bewegte sich etwas. Das sah ich auf dem Bildschirm. „Marlon?“, fragte Bene mich leise, als ich keine Reaktion sah, sondern nur weiter auf den Bildschirm starte. Sie hatte uns also dabei gefilmt… Hatte sie nur das gewollt? Oder hatte sie beides – Video und Schwangerschaft – gewollt? Ich spürte förmlich, wie ein eigenartiges Gefühl mich durchfuhr: Es war Hass – und Verachtung. So etwas hatte ich noch nie gespürt.
Meine Hand bebte, als ich mir das noch kurz weiter ansah. „Marlon, das hat keinen Sinn.“, hörte ich Bene sagen. „Die mach ich kalt.“, zischte ich und ließ die Maus los. Sofort ergriff Bene sie und schloss myspace. „Marlon, komm, das bringt doch nix.“ Er stand auf und packte mich am Arm, dem ich ihm aber nur schnell entzog. „Weißt du, was das heißt? Ich kann alles abschreiben!“, brüllte ich ihn an. Es war komisch, dass ich meinen besten Freund anbrüllte. Normalerweise mied ich Streit um alles auf dieser Welt. Ich war ein Friedliebender Mensch, aber jetzt war ich das krasse Gegenteil davon. Und in den folgenden Stunden änderte sich dies auch.
Die Sache mit Jenny war nun Wochen her. Nachdem ich rechtliche Schritte gegen sie eingeleitet hatte, verschwand das Video ziemlich schnell von der Bildfläche. Zudem noch von ihrem PC. Es war nun Anfang Dezember, doch noch immer war ich allein. Beziehungstechnsich hatte sich bei mir nichts ergeben. Immer wieder hatte ich eine Beziehung angefangen, musste dann aber meistens nach wenigen Tagen feststellen, dass die Mädels entweder Fans von mir waren oder einfach nur durchgeknallt waren, und mit meinem Namen Profit schlagen wollten. Alles in allem eine Flaute: Ich saß allein an einem Samstagabend in einer Bar und trank ein Bier nach dem anderen. Bene war vor wenigen Minuten gegangen, da er sonst Ärger zu Hause bekam – ich bekam das nicht, schließlich war mein Vater nicht da.
6 Beziehungen in 2 Monaten, es war zum Heulen. Der Fluch des Jungschauspielers traf mich besonders hart. Ich bestellte mir ein neues Glas Bier.
„Bald sind wir 16.“, grinste Leon, als sie so im Park auf einer Bank saßen. „Naja, vom Alter her, vom Aussehen werden wir wohl immer so aussehen.“, erwiderte Miriam und Leon nahm sie in den Arm. „Nun gut, aber mit 16 kann man Dinge tun, die man mit 15 nicht tun konnte.“ „Wie was beispielsweise?“, fragte sie irritiert zurück. „Na, ich meine, man kann heiraten…“ „Leon, das sind wir aus Vampirsichtweise schon.“ „Aber aus menschlicher noch nicht.“ „Müssen wir das?“ „Ich fände es schöner. Zudem so einen Ehering um den Finger… Der würde dir sicher gut stehen.“ Leon sah sie an und schmunzelte. „Soll das jetzt etwa ein halber Heiratsantrag sein?“, lachte sie. „Kann man so sehen.“ „Ich werde es mir überlegen. Ist das ein Wort?“ Kurz zog Leon die Stirn kraus, dann nickte er. „16 Tage, und wir beide sind 16. Bei dir sind es sogar nur noch 13.“ Er nahm sie fester in den Arm. Sie schloss die Augen und kuschelte sich an ihn. Das Leben war schön – für die beiden. Ruhe, Geborgenheit und Vertrauen - das war ihr Rezept dafür. Während sie so dasaßen, fuhr Miriam Leon immer mal wieder durch seine dunkleren Haare. Nach dem Biss hatten sie sich von dunkelblond in braunblond gefärbt. Den blonden Stich erkannte man nun immer seltener. Die hellbraune Haarpracht fuhr in die Höhe. „Ich rieche was…“, sagte er mehr zu sich selbst, und Miriam rümpfte die Nase. „Was denn?“ „Riech doch mal. Das ist…“ Etwas hob sie ihren kopf und roch, dann sah sie ihn an: „…Marlon.“ „Und er riecht alles andere als nüchtern.“ Leon zog die Stirn in Falten, stand blitzartig auf und zog seine Freundin mit sich. „Komm, wir müssen nach ihm sehen!“ Und schon flitzten sie durch die Nacht.
„Trinkt aus Piratennnnnn, johooooooo!“, lallte ich lautstark, während ich versuchte, den Weg nach Hause zu finden. Doch leider misslang mir das vollkommen – mein Körper tat nicht das, was ich wollte. Ich sackte zu Boden und knallte gegen eine Laterne. Der Schmerz, der meinen Körper durchfuhr, war noch vergleichsweise harmlos im Gegensatz zu dem Gefühl, das sich in mir breitmachte: Mir ging es hundselend. So schlecht erging es mir noch nie – und in diesen Momenten wünschte ich mir, zu sterben. Mein Verstand schaltete sich aus, und ich schloss die Augen. Ade schöne Welt.
Doch ich hörte 2 mir sehr vertraute Stimmen. „Oh ne, oder? Er konnte sich nicht beherrschen.“, hörte ich eine rauere Jungenstimme. „Sag mal, da liegt dein Bruder – bewusstlos - und du meckerst nur darüber, dass er sich nicht beherrschen kann? Was bist du für ein Bruder?“ Die Mädchenstimme klang verzweifelt und sauer zugleich. „Ich trink ja hier keinen Alkohol, dass das mal klargestellt ist!“, widersprach mein Bruder. „Ach komm, jetzt spiel hier nicht den Engel, sondern hilf mir lieber, wir müssen ihn heimbringen.“ Im nächsten Moment spürte ich 2 warme Arme, die meine Schultern umfassten und mich so hochzogen. Die beiden würden mich also nach Hause bringen. Ich versuchte die Augen etwas zu öffnen, doch ich hörte von Miriam ein „Nein Marlon, lass das, wir bringen dich nach Hause.“. Und schon spürte ich, wie der kalte Wind an mein Gesicht geweht wurde. Wir flogen also. „So wie es grade aussieht, müssen wir das aus ihm rausbekommen. Ich rieche ja förmlich, wie seine Leber bald resigniert!“ Leider war ich nicht im Stande, irgendetwas zu sagen, doch wenn ich dazu fähig gewesen wäre, hätte ich ihnen von meiner hundselenden Lage berichtet. Mir ging es echt verdammt mies. Die letzten 4 Bier hätten nicht sein müssen, das musste ich mir nun eingestehen – doch leider half mir diese Erkenntnis nun nichts mehr.
Sie landeten, so wie es sich anhörte, direkt vor unserer Haustür. Ein Arm verschwand, und wenige Sekunden später hörte ich, wie die Tür aufgemacht wurde. „Wir sind da Marlon.“, hörte ich meinen Bruder leise sagen und er flitzte mit mir die Treppe hoch. Zuerst bemerkte ich nicht, wohin er mich brachte, nur, dass er mich auf den Boden absetzte. Das komische Gefühl wurde noch schlimmer, und ich hatte das Gefühl, gleich zu platzen.
Wieder fasste eine warme Hand unter mein Kinn und hob es etwas in die Höhe. Einen Spalt konnte ich meine Augen öffnen, und ich sah in die Augen meines Bruders, der mein Kinn, und somit meinen viel zu schweren Kopf, losließ. „Wir müssen den Alk aus ihm raus bringen.“, sagte er zu seiner Freundin, die neben mir kauerte. „Und wie stellst du dir das vor?“, fragte sie und wieder wünschte ich mir, sterben zu können.
„Es ist einfach und effektiv, allerdings alles andere als schön. Wir müssen ihn das Zeug rausk*tzen lassen.“, antwortete ihr mein Bruder ernst und schloss irgendeine Tür. Wo zur Hölle war ich? Zur Beantwortung dieser Frage öffnete ich meine Augen noch einmal, und musste erkennen, dass ich auf dem Boden unseres Bades saß. „Willst du ihm etwa die Zahnbürste in Hals stecken oder was?“ Miriams Stimme klang fast schon schrill, und unangenehm für einen Jungen in meinem Zustand. „Ganz richtig.“ Meinem Bruder schien das nichts auszumachen – und in dem Zustand, in dem ich mich befand, war mir alles egal. Hauptsache, ich konnte sterben. Nie wieder so viel Alkohol auf einmal, das schwor ich mir, allerdings musste es auch ein nächstes Mal geben. „Aber das kannst du doch nicht machen!“, protestierte Miriam in hoher Stimme. „Willst du, dass er uns hier abkratzt an ner Dosis zu viel Alk, oder hilfst du mir jetzt, in wieder so hinzubekommen, dass er morgen nur einen starken Kater hat? Ich mach das auch nicht gern, aber es muss sein!“ Leons Stimme klang hart, allerdings auch sehr vernünftig. Im nächsten Moment spürte ich, wie mein Kopf nach hinten in den Nacken gedrückt und mein Mund gewaltsam geöffnet wurde. Zuerst wollte ich mit meinen Händen um mich schlagen, doch diese wurden von einer warmen Hand gehoben. „Es ist zu deinem eigenen Besten.“, sagte Miriam leise und schon spürte ich, wie sich mein Magen umdrehte, nachdem mir irgendetwas in den Mund gesteckt wurde.
Leon fing mich auf, als ich mich von der Kloschüssel nach hinten fallen ließ. „Hey Marlon, nicht schlapp machen, wir müssen alles aus dir rausbekommen, das war erst ein Teil.“ Er richtete mich wieder auf und wieder wurde mein Mund geöffnet, etwas hineingesteckt und schon hing ich wieder über der Kloschüssel. Der Gestank, der in meine Nase trat, war widerlich, und stöhnend lehnte ich mich an meinen kleinen Bruder, der hinter mir stand. Er legte eine Hand auf meine Schulter und ich hörte, wie die Klospülung betätigt wurde. „Einmal mal noch, dann dürften wir alles draußen haben, weitestgehend zumindest.“ Miriam sprach leise, und Leons warme Hand löste sich von meiner Schulter.
Noch einmal begann das Spiel von vorn, und als ich dann hörte, wie wieder die Klospülung betätigt wurde, war ich fast schon froh. Ich sollte nicht sterben, und das nur dank meines Bruders. „Warte, ich mach ihn noch schnell etwas sauber.“, hörte ich Miriam sagen und schon wurde mir mit einem kalten Tuch übers Gesicht gefahren. In diesem Moment fühlte ich mich wie ein kleines Kind, das von seinen Eltern gesund gepflegt wurde. Als das Tuch von meinem Gesicht verschwand, spürte ich Leons warmen Arm um mich: „Ich bring dich ins Bett, es ist vorbei.“ Wenige Augenblicke später fiel ich in mein weiches Bett. Vorsichtig schlug ich die Augen auf, und sah in das Gesicht von Miriam. Es war unergründlich, aber auch erleichtert. Behutsam fuhr sie mit einem Finger über meine Wange. „Schlaf jetzt Marlon.“ Meine Augen fielen wie auf Befehl zu, das komische Gefühl in mir war nicht mehr allzu stark; ich war gerettet.
Ich spürte noch, wie jemand mir das Oberteil auszog, ebenso wie meine Hose und Schuhe, dann hörte ich nur noch ein leises: „Hoffentlich nimmt er alles nicht allzu schwer und das war einmalig.“ „Hoffentlich, denn auf Dauer würde er das nicht aushalten.“
Um mich herum verstummte danach alles, und ich versank in einer schwarzen Leere.



_________________________

Unser guter Marlon... Kann einem Leid tun. Nun gut, er hat ja Gott sei Dank einige Personen, auf die er vertrauen kann.
Wies weitergeht, erfahrt ihr bei vielen Kommis bald (also; morgen).
SwordMistress7