Kapitel 3
Ein Haus weiter schlug Leon seine Augen auf. Er hatte jetzt genug geschlafen, jetzt war Kuschelzeit – seines Erachtens nach. Vorsichtig zog er sie näher an sich heran und küsste sie dann auf die Wange. Ganz zart wanderte er mit seinen Lippen nach unten bis zu ihren Lippen. Seine Freundin schlug die Augen auf und schloss sie danach wieder, um den Kuss genießen zu können, doch Leon hörte auf. „So, jetzt ist Kuscheltime.“ „Später.“, murmelte Miriam und kuschelte sich wieder in die Decke. „Nein, jetzt, ein später gibt es nicht.“, grinste er und küsste sie wieder. „Doch, ein später musst du hinnehmen, ich hab grade keine Lust.“, moserte Miriam und zog sich die Decke über den Kopf. Leons Grinsen wurde breiter. „Du willst doch grade nur nicht, weil du später ins Fitnessstudio gehen musst.“ Behände zog er ihr die Decke weg. „Aber das hast du dir selbst zuzuschreiben… Ich kann da nichts für.“ Wieder legte er seine Lippen auf ihre – so schnell gab er nicht auf. Schließlich hatte er in den Wochen gelernt, hartnäckig zu bleiben, da Miriam oft genauso dickköpfig sein konnte, wie er. „Lass mich pennen.“, grummelte sie. „Ich denk nicht dran.“, gab er als Antwort. „Dafür liebe ich dich zu sehr… Dich und deinen Körper.“ Seine Freundin drehte sich auf den Rücken – es sah so aus, als ob sie sich jetzt geschlagen geben würde. „Weißt du, woran ich immer wieder erkenne, dass ihr beide, du und Marlon, Brüder seid?“ Leon zuckte mit seinen Schultern. „Ganz einfach: Ihr beide habt das unglaubliche Talent, mir auf den Keks zu gehen, mich zu nerven und mich so lange mit etwas zu bequatschen, bis ich mich geschlagen gebe.“ Er grinste breit. „Na dann.“ Wieder legte er seine Lippen auf ihre und bat mit seiner Zunge um Einlass. Dieser wurde ihm auch sofort gewährt – es entbrannte ein langer Zungenkuss. Währenddessen fuhr er mit seiner Hand an ihrer Seite auf und ab, und schließlich unter ihr Top, wo sich seine Hand wieder auf eine Entdeckungsreise aufmachte.
Ich saß gerade in der Küche und klebte ein paar Bilder in ein neues Album herein. Es war nicht wirklich spannend, oder anstrengend, aber ich genoss die Arbeit. Die Bilder, die ich einklebte, waren allerlei diverse Fotos. Aber alle ab der Zeit, seit dem Familie Schwarz neben uns lebte. Zudem sollte ich auf jede Seite noch einen Satz schreiben. Ob man es lesen konnte, bezweifelte ich, doch Miriams Mutter versicherte mir immer wieder, dass es auf jeden Fall besser lesbar wäre, als ihre Schrift. Nun gut. Ich nahm das nächste Bild und sah es mir genau an. Miriam und ich in ihrem Garten – beim rumalbern. Ein Schmunzeln huschte über meine Lippen. Wir hatten an einem Tag Skandal-Promis auf den Arm genommen. Sie war Paris Hilton, erkennbar an den Plüschhunden auf ihrem Arm und dem Paris-Hilton-Blick. Ich dagegen hatte Pete Dorothy veralbert. Den wirren Blick auf meine „Ersatzdroge“ hatte ich auf jeden Fall drauf. Das war lustig gewesen.
Mein Kommentar dazu: „Zu sehen: Paris Hilton und Pete Dorothy 2 – wir hatten Fun.“ Ich klebte das Bild darüber und nahm das nächste. Eins von ihr und Leon. Wieder stieg in mir dieses eigenartige Gefühl auf, als ich es einklebte. Ich konnte es wieder nicht einordnen deshalb beeilte ich mich mit einkleben. „Oh, du bist ja fertig.“, staunte Monika, als sie in die Küche kam und sah, dass ich gerade das fertige Album durchblätterte. „Jap.“, gab ich zurück, klappte es zu, reichte es ihr und stand auf. „Willst du noch was essen? Ist ja schon nach 7, und du hast sicherlich Hunger.“ Sie kannte mich, eine Antwort wartete sie nicht ab. Schließlich hatte ich immer Hunger – und zu ihrem Essen sagte keiner nein.
Nach dem Essen ging ich wieder rüber – schließlich musste ich noch meine Tasche packen und Miriam wecken. Falls sie noch nicht wach sein sollte. Schnell packte ich meine Sachen in die Tasche, stellte sie an meine Tür und ging dann die Treppe hoch. Ebenso schnell, wie ich meine Tasche gepackt hatte, öffnete ich die Tür und grinste breit, als ich sah, dass beide noch nicht wach waren. Was noch nicht war, würde bald werden. Miriam lag auf Leons nackter Brust und hatte die Augen geschlossen. Prüfend sah ich zu Leon. Sein zufriedener Gesichtsausdruck verriet mir, was hier vor wenigen Stunden abgelaufen sein musste. „Kuscheltime“, wie Leon es gerne nannte. Der hatte wenigstens eine Kuscheltime, ich dagegen schon seit 2 Jahren nicht mehr. Als ich das dachte merkte ich, dass ich wirklich eine Freundin brauchte, dringend. Schließlich war ich noch jung – und ein Junge in meinem Alter brauchte die Kuscheltime. Oder besser: den Sex. Erst jetzt merkte ich, dass ich es vermisste: Die Küsse, das Streicheln – den Sex.
Ich trat ans Bett und rüttelte Leon an der Schulter. „Aufwachen, die Sonne geht gleich unter.“, weckte ich ihn und Leons Hand schnellte hoch und erwischte mich. Er öffnete seine Augen und meinte dann nur: „Das ist die Rache für heute Nachmittag.“ Ich sah ihn missbilligend an, nahm seine Hand von meiner Wange und pfefferte sie ihm wieder entgegen. Mein kleines Brüderchen sah mich nur frech an, und jetzt öffnete auch Miriam ihre Augen und sah hoch. „Das Fitnessstudio ruft nach dir!“, grinste ich sie an. Laut stöhnte sie und ließ ihren Kopf wieder auf Leons Brust fallen. „Keine Widerrede, du hast es mir versprochen. Und jetzt steh auf!“ Leon fuhr ihr kurz durchs Haar, dann sagte er leise: „Komm, geh mit meinen Bruder… Dann hat die arme Seele eine Ruhe.“ Noch einmal hörte ich sie leise stöhnen, dann stand sie auf. Leon blieb liegen. Sie ging zu ihrem Schrank, öffnete ihn und zog ein paar Sachen heraus. Zudem zog sie noch eine Tasche heraus und warf Leon ein paar Klamotten an den Kopf. Direkt auf den Kopf, was mich zum Lachen brachte. „Klappe.“, fuhr Leon mich an und schnellte hoch, allerdings nur so viel, dass ich ja nicht zu viel von ihm sah. Das brachte mich noch mehr zum Lachen.
Eine halbe Stunde und unzählige „Marlon, komm schon, das kannst du mir nicht antun!“ von Miriam später, wärmten wir uns im Fitnessstudio etwas auf. Zuerst kam das Laufband – ich wusste, dass sie das am meisten hasste, deshalb kam das zuerst dran. „Marlon, hab ich dir schon gesagt, wie bekloppt du eigentlich bist?“, fluchte sie leise vor sich hin, als wir gerade unsere Oberschenkel dehnten. „Bekloppt ist ein unpassendes Wort. Eher… fitnesssüchtig.“, gab ich ihr kess Antwort. Sie verdrehte nur ihre Augen und dann ging es auch schon aufs Laufband. Ich zeigte ihr professionell, wie man das Ding bediente und stellte mich auf eins daneben.
Und schon ging es los. Die ersten 5 Minuten hörte ich nur ein leises grummeln von ihrer Seite, dann blieb es aus. „Wenn ich schon für dich hier schwitz, dann reden wir auch.“, kam es bald daraufhin. Während ich so rannte, sah ich zu ihr herüber. „Okay, schieß los.“ „Morgen gehen wir auf Freundinnen-Suche für dich.“, eröffnete sie mir und ich blieb kurz stehen, ließ mich nach hinten fahren und rannte dann wieder nach vorn. „Hey, und was ist, wenn ich das nicht will?“, fragte ich, doch sie zuckte mit den Achseln. „So kann das nicht weitergehen Marlon, so nicht. Ich halte nicht für alles hin, das darf schön deine zukünftige Freundin erledigen.“ Sie rannte weiter, genauso wie ich. Ich atmete aus. „Und wie willst du das anstellen?“, fragte ich sie. „Ich wird eine für dich suchen – natürlich mit dir zusammen. Aber ich werd dir helfen, dass es vorangeht. Notfalls nehmen wir noch Bene mit.“ Laut seufzte ich. Benedikt war mein bester Freund, aber er schloss sich immer mal wieder gern der Meinung von meiner besten Freundin an. Und das konnte schon ziemlich nerven.
Während ich so darüber nachdachte, sah ich zu Miriam herüber. Ich sie von oben bis unten an, doch blieb mein Blick dann einer Stelle hängen. Es war Miriams Brust, an der mein Blick klebte. Jetzt, wo sie ein Top anhatte, und etwas schwitzte, sah sie richtig… sexy aus. Verführerisch und betörend. Ich rannte weiter, immer weiter – den Blick auf ihre Brust, die hoch und wieder herunter sprang. Sie zog mich förmlich in ihren Bann. „Marlon, was guckst du so?“, fragte sie mich verwundert und mein Blick schnellte hoch zu ihrem Gesicht.
„Ach nichts, ich hab grade nur gemeint, dass du da einen Fleck auf deinem Top hättest. Hab mich geirrt.“, wimmelte ich ab und versuchte zu schmunzeln. Misstrauisch nickte sie, dann wand sie den Blick wieder nach vorn. Nun war es offiziell:
Marlon, du brauchtest eine Freundin – und zwar schnell!
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So, neues Kapitel... Viel Spaß dabei, reviewt fleisig und morgen kommt die Fortsetzung.
SwordMistress7