Change
Edwards Sicht
Es war gerade Samstag morgen.
John und ich saßen auf der Couch und sahen uns irgendeine Castingshow
an.
Mein Bruder wirkte mir gegenüber in den letzten Tagen irgendwie
abweisend.
Wenn ich ihn mal etwas fragte, war er mit den Gedanken woanders und
hörte mir gar nicht zu.
Das machte mir langsam große Sorgen.
Wir unternahmen in letzter Zeit auch nicht mehr viel zu zweit.
Es gab im Moment fast nur noch Einzeltrips.
Auf einmal machte John den Fernseher aus und wendete sich an mich:
"Lass' mal was verändern."
"Hä?"
Ich konnte ihm nicht ganz folgen.
"Man, ey! Wir sind oder erscheinen viel zu brav.", antwortete mein
großer Bruder.
"Ja, dann kriegen wir auch keinen Stress mit den Medien.", erwiderte
ich.
"Och, wir sind voll uncool. Jedenfalls sieht das so aus..."
"Was ist denn mit dir los?", fragte ich verwirrt.
"Spießer.", sagte John nur und verlies mit Sneakers, einer von diesen
>modernen< Jeans, wo der Bund da ist, wo er nicht hingehört und
einem schwarzen Pullover das Apartment.
Malwieder war ich allein.
John's Sicht
Tief entschlossen verlies ich das Hotel.
Edward war so ein Langweiler.
Spießig, brav und einfach nur zum langweilen.
Ich wusste schon ganz genau, was ich jetzt machen würde.
Und daran würde mich auch keiner hindern.
Schließlich rannte ich sämtliche Straßen entlang.
Endlich kam ich an dem Laden an.
Zum Glück war ich schon volljährig.
Ich ging hinein.
Sofort begrüßte mich ein großer, mukulöser Mann.
Als wir das Geschäftliche geregelt hatten, setzte ich mich auf den
Stuhl.
Edwards Sicht
Hecktisch öffnete John die Tür.
Sein rechter Ärmel war hochgekrempelt und er rieb sich seinen Oberarm.
"Wo warst du?", fragte ich ihn.
"Och... ich hab' nur einen Spaziergang gemacht."
"Was hast du denn da?"
Ich schlug ihm die Hand vom Arm weg.
Dort hatte er ein riesiges Pflaster.
"Ich, ich habe mich nur ein wenig geschrammt...."
Dann zog mein Bruder scharf die Luft ein und hechtete in unser Zimmer.
Misstrauisch sah ich ihm nach.
Was sollte bloß diese Geheimniskrämerei?
John hatte sich eindeutig verändert.
Zum Schlechten...
Hatte John wirklich vier Stunden lang einen Spaziergang gemacht?
Ich sollte ihm besser im Auge behalten.
Nicht, dass er noch etwas anstellte.
Mittlerweile traute ich ihm alles zu.
John wollte sich verändern.
Das hatte er auch geschafft.
Aber war er wirklich bloß spazieren gewesen?
Sonst hatte er das auch nie gemacht.
Was ging nur in ihm vor?