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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Fünf Jahre später~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Danke für die vielen tollen Reviews! Wirklich, tausend Dank! Ich hoffe, das letzte Kapitel gefällt euch. ;-) ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ „Moritz, lass deine Schwester in Ruhe! Du sollst sie nicht ärgern, das weißt du ganz genau.“ Das bis eben noch frech lachende Jungengesicht verzog sich zu einem beleidigten Schmollblick. „Ich geh zu Alex“, nuschelte er und sauste auf den jungen, hochgewachsenen Mann mit der blonden Wuschelfrisur zu, der ihnen entgegen kam. Als dieser den kleinen, quirligen Kerl auf sich zusprinten sah, breitete er grinsend die Arme aus, packte ihn an der Hüfte und wirbelte ihn lachend durch die Luft. „Er gibt einen richtig guten Vaterersatz ab, was?“, hörte Isabelle die Stimme ihrer besten Freundin neben sich. Seufzend ließ sie sich auf die nächstbeste Bank fallen und hob bereitwillig ihre bettelnde Tochter hoch, um sie auf ihren Knien abzusetzen. „Schon. Die Kinder lieben ihn und er liebt sie“, gab sie zu und legte ihren rechten Arm um den Oberkörper des kleines Mädchens, während sie sich mit der linken Hand die Sonnenbrille auf die Nase schob. „Aber er ist eben nicht Bastian“, meinte Sara nachdenklich. „Pscht“, machte Isabelle und warf einen warnenden Blick auf ihre Tochter. Die verstand ohnehin mehr, als man es einem Kind ihren Alters zutraute, und da musste nicht unbedingt mehr als nötig über ihren Vater geredet werden. „Ach, den Namen weiß sie doch längst. Stimmt’s, Prinzessin?“ Lächelnd stupste Sara der Kleinen auf die Nase. Die wollte jetzt doch lieber „Onkel Alex“ begrüßen und rutschte so eilig von Isabelles Schoß, dass sie beinahe hinfiel. „Vorsicht“, ermahnte Isabelle den dunkelblonden Wirbelwind, der ihr gar nicht zuhörte, sondern schnurstracks auf Alex zu rannte. Erneut seufzte Isabelle auf. „Ich glaube, Emily wird mal Profisportlerin. So wie sie den ganzen Tag in der Gegend rumwetzt … sie kann nicht mal fünf Minuten still sitzen, das zerrt manchmal echt an meinen Nerven. Sie ist fast noch schlimmer als Moritz.“ Sara kniff ihr vergnügt in die Seite. „Und trotzdem hast du die wunderbarsten Kinder der Welt, richtig?“ „Richtig.“ Isabelle grinste. „Ich kann mir ein Leben ohne sie schon längst nicht mehr vorstellen … wenn ich daran denke, wie perplex ich nach der Geburt war, gleich zwei Prachtexemplare auf die Welt gebracht zu haben! Ich hatte so fest nur mit einem gerechnet, weil es auf den Ultraschallbildern ja wirklich so aussah.“ Sara lachte leise. „Auch Ärzte können sich mal irren und ein Kind übersehen, solange es noch nicht draußen ist.“ „Ja.“ Isabelles Blick veränderte sich plötzlich. „Wenn sie doch nur einen Vater hätten“, murmelte sie und sah nun gar nicht mehr glücklich aus. „Sie haben Alex“, erwiderte Sara. „Ja, aber das ist dein Freund. Er ist wie ein Onkel für sie“, entgegnete Isabelle wehmütig. Sara nickte. „Es war damals deine Entscheidung, den Vater gehen zu lassen.“ „Ja, und sie war richtig“, beharrte Isabelle. „Er hätte einen guten Vater abgegeben, keine Frage … aber unsere Beziehung hätte Emily und Moritz kaputt gemacht. Nein, es war schon die beste Lösung.“ „Auch, dass du es ihm nie gesagt hast?“ Prüfend blickte Sara sie an. „Das hätte doch alles verändert … er hätte bestimmt für sie da sein wollen und dann? Er hat sich nun mal dafür entschieden, ins Ausland zu gehen“, erinnerte Isabelle sie. „Vielleicht hätte er es nicht gemacht, wenn er gewusst hätte, dass er zwei Kinder in die Welt gesetzt hat. Außerdem ist er doch seit einem Jahr wieder bei Bayern“, meinte Sara nachdenklich und senkte den Blick, als sie den schmerzlichen Ausdruck in Isabelles Augen bemerkte. „Okay, vergiss es. Das Thema ist gegessen, schätze ich.“ „Es ist fünf Jahre her.“ Isabelle nestelte an ihrer Sonnenbrille herum. „Ich sollte so langsam mal darüber hinweg sein. Man kann eben nicht alles haben. Und fest halten kann man sowieso nichts. Außerdem bin ich ganz zufrieden mit meinem Leben“, fügte sie entschlossen hinzu. „Ich habe vier wundervolle Freundinnen, von denen immerhin zwei noch in München wohnen, sodass ich sie oft sehen kann … zwei unglaubliche Kinder, für die ich alles tun würde …“ Und die mich in so vielen Situationen an ihren Vater erinnern, ergänzte sie gedanklich, hütete sich jedoch, es laut auszusprechen. Stattdessen fuhr sie fort: „Und ich habe mit meiner Mutter Frieden geschlossen und sie ist immer für mich und die Kinder da, wenn wir sie brauchen … ich glaube, sie ist die glücklichste und stolzeste Großmutter der Welt.“ „Gut möglich“, gab Sara ihr Recht und legte ihrer Freundin aufmunternd den Arm um die Schulter. „Na komm, lass uns mal zu den Wildfängen rüber gehen.“ Sie schlenderten auf Alex zu, der abwechselnd Moritz und Emily durch die Luft wirbelte und einen Heidenspaß zu haben schien. „Er wäre wirklich ein perfekter Vater“, fand Isabelle und warf Sara ein verschmitztes Lächeln zu. „Nichts geplant bei euch, hm?“ „Bisher noch nicht. Wir haben ja auch beide mehr als genug mit der Arbeit und dem Haus zu tun“, antwortete Sara achselzuckend, aber mit einem kleinen Grinsen auf den Lippen. Isabelle bohrte nicht weiter, ahnte jedoch, dass sich diese Tatsache schon bald ändern konnte. Das wäre wirklich zu süß! Sie verbrachten den restlichen Nachmittag im Englischen Garten. Isabelle bekam ihre Kids kaum zu fassen, so aufgedreht wuselten sie um Alex herum. Der wiederum hatte sie so gut unter Kontrolle, dass die beiden jungen Frauen genügend Zeit zum Plaudern fanden. Sie hatten es sich auf einer Bank gemütlich gemacht und streckten entspannt alle Viere von sich. Die Sonne wärmte ihre Gesichter und Isabelle genoss die friedlichen Stunden. Irgendwann zerstörte das Klingeln von Saras Handy die Idylle. „Oh, das ist bestimmt der Typ, der mich wegen des Werbespots anrufen wollte. Bin gleich wieder da!“ Und schon hatte Sara sich ein Stück entfernt und verschwand hinter einem Baum. Isabelle grinste. Wenn es um Aufträge ging, schien Sara nicht mal ihre beste Freundin in der Nähe ertragen zu können. „Deine Kiddies wollen ein Eis“, bemerkte Alex, der gerade mit den Wildfängen zurückkam. Isabelle seufzte. Offensichtlich waren die schnatternden Enten drüben im Wasser langweilig geworden. Na schön, sie wollte ja mal nicht so sein. „Von mir aus, es ist wirklich warm heute. Aber lasst uns noch auf Sara warten, sie ist gerade am Telefon“, erklärte sie und hob ihre ungeduldige Tochter auf den Schoß. „Süße, was hast du denn gemacht?“, fragte sie tadelnd und wischte der Kleinen die Dreckspuren von der Backe. „Nichts“, behauptete die Vierjährige dreist und streckte ihrem Bruder die Zunge heraus. Der grinste nur. Ein wehmütiger Ausdruck trat in Isabelles Augen. Jedes Mal, wenn sie in das breite Grinsen ihres Sohnes blickte, tauchte vor ihrem inneren Auge Bastian auf. Es war dasselbe Grinsen, ganz eindeutig. Als Sara zurückkam, zogen sie los zur nächsten Eisdiele. Emily plapperte unentwegt vor sich hin, dass sie einen großen Schokobecher mit Erdbeeren, Sahne und Pfefferminzsauce essen wollte, und vielleicht noch mit ein paar bunten Smarties obenauf. Insgeheim fragte Isabelle sich, von wem ihre Tochter diese grauenhaften Vorlieben geerbt hatte. Von mir jedenfalls nicht, dachte sie und versuchte, Bastis Gesicht aus ihrem Kopf zu verscheuchen. Aber es ging nicht. Sie sah ihn in einem Eiscafé sitzen, fröhlich lachend und seine sahneverschmierten Kinder auf den Knien, und prompt durchfuhren mehrere schmerzende Stiche ihren Brustkorb. SEINE Kinder? Nein, MEINE!, korrigierte Isabelle sofort. Und wie zur Bestätigung griff Moritz in diesem Moment nach ihrer Hand. „Mama, wir wollen morgen mit Alex zu Bayern“, erklärte er energisch. Sie seufzte. Na toll, wieder ein Trainingsbesuch. Aber solange sie da nicht mit reingezogen wurde, sollte es ihr recht sein. Das FCB-Fieber hatten ihre Kids jedenfalls nicht von ihr, aber was für eine Mutter wäre sie gewesen, ihnen den Spaß zu verderben?! Sie wusste ja, dass auf Alex Verlass war. Mit ihm hatte Sara wirklich einen Glücksgriff getan! Im Gegensatz zu mir, schoss es Isabelle durch den Kopf. Der Vater meiner Kinder weiß nicht einmal etwas von derer Existenz, ich liege meiner Mutter auf der Tasche und vielleicht bekomme ich im Herbst ja endlich mal einen Ausbildungsplatz. Mit 24 Jahren, das muss man sich mal vorstellen. Aber was ist mir auch anderes übrig geblieben, als die Schule abzubrechen und mich um die Kleinen zu kümmern?! Ich konnte ja nicht von meiner Mutter erwarten, den ganzen Tag für sie da zu sein, und mit dem Stillen wäre es ja auch nicht gegangen. Gott sei Dank ist wenigstens das vorbei. Unwillig schüttelte sie den Kopf. Sie sollte damit aufhören, ständig zurückzublicken à la „Was wäre gewesen, wenn?“, denn das nutzte keinem etwas. Im Übrigen war sie ja glücklich mit Moritz und Emily und ihre Mutter hatte bei ihrer Scheidung genug Geld zugesprochen bekommen, um sie alle zu versorgen. Sie bewohnten sogar eine hübsche, kleine Villa mit Garten – was wollte man denn mehr?! Den Inhalt ihres Herzens. Den wollte sie. Auch nach all diesen Jahren noch, entgegen aller Vernunft. Sie hätte es bloß niemals laut ausgesprochen. Dass es damals nicht richtig gewesen wäre, die Beziehung weiterzuführen, dessen war sie sich gewiss. Aber heilte die Zeit nicht alle Wunden? Man konnte sich doch verändern … vielleicht waren sie einfach zu jung und unreif gewesen? Angenommen, sie würden sich heute über den Weg laufen – wie würde sie handeln? Ohne es zu wollen, kamen auf einen Schlag unzählige Erinnerungen zurück. Wie ein Film zogen die schönsten Momente ihrer kurzen Beziehung an ihr vorbei. Basti und sie auf seinem Bett. Basti und sie in der Küche. Basti und sie in der Dusche. Basti und sie unter dem … „Maaamaaa, ich muss mal!“ Isabelle stolperte und verlor beinahe das Gleichgewicht. Himmel, musste ihre Tochter sie ausgerechnet jetzt auf so grausame Weise in die Realität zurückbefördern?! „Da vorne ist schon die Eisdiele“, mischte Sara sich ein. „Geh ruhig auf die Toilette, wir bestellen dein Eis. Soll deine Mama mitgehen?“ „Nee, das kann ich alleine!“, wehrte Emily sofort ab und streckte stolz die Brust raus. Isabelle lächelte. Ihre Kinder waren tatsächlich erstaunlich reif für ihr zartes Alter. Dennoch hatten sie Spaß am Leben, waren unbeschwert und immer fröhlich. Es tat so gut, sie zu haben. „Ich muss auch.“ Und schon flitzte Moritz hinter seiner Schwester her und rief noch ein „Ich will Vanille und Banane mit Sahne!“ über die Schulter. Die Erwachsenen stellten sich draußen beim Straßenverkauf an. Als sie an der Reihe waren, verspürte Isabelle urplötzlich ebenfalls ein dringendes Bedürfnis. Sie nahm das Eis für sich und ihre Tochter entgegen, nur um es sofort Alex in die Hand zu drücken. „Ich geh auch mal eben aufs Klo“, raunte sie und sauste durch die Tür ins Innere des Cafés. Die Toiletten lagen eine Etage tiefer. Isabelle sprintete die Treppe runter und bog nach rechts. Und segelte fast der Länge nach hin, als sie ihre Kinder mit einem lächelnd dreinschauenden Mann auf dem Flur stehen sah. „Du bist so toll! Der Beste bei Bayern!“, hörte sie Moritz sagen. „Kriegen wir ein Autogramm?“, fügte Emily bettelnd hinzu. Isabelles Herz wummerte. Ihr wurde schwindelig und sie musste sich an der nächstbesten Türklinke fest halten, um nicht einfach umzukippen. Das konnte nicht real sein, das war … „Unser Papa heißt auch Bastian“, drangen Moritz’ nächste Worte an ihr Ohr und strahlend betrachtete er die Unterschrift auf seiner Kappe. „Aber der war nie bei uns. Du bist sowieso viel toller! Danke!“ Verflucht, schoss es Isabelle durch den Kopf, wieso haben meine Kinder bloß das unbekümmerte, lose Mundwerk von ihm geerbt? „Maaamaaaa!“, krähte ihre Tochter ihr da entgegen und hüpfte vergnügt auf sie zu. „Guck mal, da ist Schweini! Machst du ein Foto von uns?“ „Ich …“, brachte Isabelle nur heraus. Ihr Blick begegnete dem von Bastian, der ungläubig zu ihr herüberstarrte, und dann verschwamm alles vor ihren Augen zu tiefer Schwärze. Das Nächste, was sie sah, waren Bastians Augen fast direkt über ihren. Sie musste in Ohnmacht gefallen sein, oder warum lag sie sonst auf einem kalten Fliesenboden und fühlte sich total schwummrig? „Isa?“ Eine Gänsehaut zog sich über ihren Körper. Der Klang seiner Stimme, als er ihren Namen aussprach, rauschte in ihren Ohren wie ein himmlischer Engelschor. „Basti“, flüsterte sie heiser. Sie hatte keine Ahnung, was sie nun sagen oder machen sollte, wie sie sich entschuldigen und ihm richtig klar machen konnte, dass er zwei vierjährige Kinder mit ihr hatte, und wie es dann mit ihnen allen weitergehen sollte … aber eins wusste sie ganz bestimmt. Er war jemand, der einer zweiten Chance nicht aus dem Weg gehen würde. E N D E (oder Neuanfang?) |
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