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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Isas Entscheidung„Soll ich nicht lieber mitkommen?“, fragte Sara beunruhigt, als Isabelle eine halbe Stunde später aus dem Badezimmer kam, und musterte ihre Freundin eingehend. „Du siehst übrigens toll aus. Ehrlich, manchmal beneide ich dich um deine Figur.“ Isabelle zog beide Augenbrauen nach oben. „Na klar, und ich heiße Heinz.“ „Nein, das meine ich ernst. Guck mich doch an.“ Sara kniff sich in den nicht vorhandenen Bauch und seufzte theatralisch. „Ich glaube, viele Männer mögen es im Grunde lieber mollig. Ist doch viel kuscheliger, wenn ein bisschen was dran ist ...“ Isabelle grinste schwach. „Bestimmt.“ Sie warf einen Blick in den Spiegel und nickte entschlossen. „Ich geh jetzt. Und du bleibst hier. Nimm’s mir nicht übel, aber das erledige ich besser alleine.“ „Willst du das wirklich tun?“ Sara legte ihr eine Hand auf den Arm und sah ihr eindringlich in die Augen. Doch Isabelle hielt dem festen Blick stand. „Ja. Was bleibt mir denn anderes übrig, wenn ich nicht irgendwann mit einem total zerfetzten Herzen rumlaufen will?“ Sie angelte ihre Schuhe vom Boden und schlüpfte hinein. „Er soll sich eine Andere suchen. Meinetwegen kann er auch zehn auf einmal haben. Vielleicht sind die ja williger, hübscher und dünner …“ Stumm ließ Sara es geschehen, dass ihre Freundin auf die Tür zuging. Erst als sie im Flur verschwunden war, kamen die leisen Worte aus ihrem Mund: „Wahrscheinlich tust du das Richtige … aber es ist verdammt schade … und das wird Bastian früher merken, als ihm lieb ist … Ich wette, selbst mit Schwangerschaftsbauch bist du wunderschön, beste Freundin …“ *** Ihre Hand zitterte, als sie an Bastians Tür klopfte. Ihr Kopf schmerzte, ihre Knie wackelten, ihr Magen vollführte Saltos und ihr Herz … ja, ihr Herz blutete still vor sich hin. Sie konnte es nicht tun. Sie konnte doch nicht mit dem Kerl Schluss machen, den sie mit jeder Faser ihres Körpers und vor allem ihrer Seele liebte! Denn genau das tat sie, das wusste sie. Sich gegen diese Gewissheit zu sträuben, hätte keinen Zweck gehabt, und weil sie sich dessen bewusst war, versuchte sie es erst gar nicht. Sie liebte diesen Kerl! Und dennoch gab es wohl Augenblicke im Leben, in denen man das Glück aus seinem Leben aussperren musste, um nicht irgendwann völlig zerstört am Boden zu liegen … Schlurfende Schritte näherten sich. Isabelle schloss für einen Sekundenbruchteil die Augen. In ihr tobte ein Kampf und sie konnte noch nicht einmal unterscheiden, welche Hiebe von ihrem Herzen stammten und welche ihr Verstand austeilte. Und es blieben nur noch wenige Sekunden, um eine endgültige Entscheidung zu treffen. Also – Schlussstrich oder nicht?! Die Tür ging auf und ein müdes, glanzloses Augenpaar stierte sie entgeistert an. „Isa …“, war alles, was aus Bastians Mund kam. Sie schluckte. Sein Gesicht war leichenblass, seine Augen von dicken Ringen unterlegt. Nett ausgedrückt: Er sah aus wie einem Zombiefilm entsprungen. „Hi“, sagte sie brüchig. „Kann ich mal eben reinkommen? Wir müssen was klären.“ „Was … wie …“, stammelte er, trat jedoch einen Schritt zur Seite. Sie ging an ihm vorbei und scannte flüchtig den Raum ab, der – zumindest im Vergleich zu seinem Zimmer in ihrer Wohnung – recht ordentlich aussah. Nur das Bett war vollkommen zerwühlt, sein Koffer lag mit hochgeklapptem Deckel auf dem Fußboden, eine zur Hälfte geleerte Sektflasche stand auf der Minibar und ein paar Kleidungsstücke lagen verstreut herum. Aber, und das erkannte Isabelle sofort, es handelte sich ausschließlich um Bastis Sachen. Besagter hatte inzwischen die Zimmertür geschlossen und war auf seine Freundin zugekommen. „Kannst … du mir jetzt bitte … erklären, wieso du hier bist?“ Er blieb dicht vor ihr stehen und sie musste das Gesicht abwenden, um nicht von seinem alkoholisierten Atem erschlagen zu werden. Er musste sich wirklich Unmengen hinter die Binde gekippt haben! „Nein, kann ich nicht.“ Sie lächelte wehmütig. Der Kampf in ihr war noch nicht beendet, aber im Grunde hatte sie sich längst entschieden. Mochte das nun falsch oder richtig sein – sie konnte nicht einfach stehen bleiben und sich ewig im Kreis drehen, sondern musste weitergehen, eine bestimmte Richtung einschlagen, Schritt für Schritt einer Veränderung entgegen laufen … „Aber ich schätze, wenn du es gewusst hättest, hättest du dich vergangene Nacht zusammengerissen und nicht mit einem dahergelaufenen Flittchen angebandelt“, fügte sie verletzt hinzu. Sein Gesicht wurde noch weißer, wenn das überhaupt noch möglich war, und sein Blick sprach Bände. Er schien sich jedenfalls noch sehr gut daran erinnern zu können, von wem Isabelle da sprach, und dem ungläubigen Flackern zufolge, das nun in seine Augen trat, kam ihm wohl gerade die Erleuchtung, wer so energisch verhindert hatte, dass er neben dieser fremden Blondine aufwachte. „Das … war Sara?“, entfuhr es ihm und sogleich biss er sich auf die Lippen. Jetzt war die Erinnerung komplett da. Diese Furie, die ihn so zusammengestaucht hatte, das war Isabelles beste Freundin gewesen! Und die Worte, die sie ihm entgegen geschleudert hatte, erreichten ihn erst jetzt, Stunden später, in ihrem vollen Ausmaß. „Ich hab ja gehofft, du würdest dich für Isa ändern … schon traurig, sehen zu müssen, dass da überhaupt nichts passiert ist. Nicht mal das kleinste Bisschen.“ Panik ergriff ihn. Sie hatte sogar ihren Namen genannt, doch er war zu betrunken gewesen, um zu realisieren, wen sie meinte. Er hatte sie ja nicht einmal erkannt! „Ja, das war Sara. Sie ist mit mir hierher gefahren, weil …“ Im letzten Moment brach Isabelle ab. Nein, er durfte den Grund nicht erfahren. Niemals. „Weil … ach, das ist unwichtig.“ Sie biss sich auf die Lippen und vermied es, in das tiefe Blau seiner Augen zu blicken, um die nächsten Sätze fehlerfrei rauszukriegen. „Ich bin hier, um dir zu sagen … es geht nicht, Basti. Es … es kann einfach nicht funktionieren mit uns beiden … nein, bitte sag nichts“, bat sie, denn sein entsetzter und zugleich ungläubiger Blick entging ihr nicht. „Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, weißt du so gut wie ich, dass es ein Fehler wäre, so weiterzumachen … ich liebe dich und die Zeit mit dir war … im positiven Sinne die verrückteste meines Lebens, aber … es geht nicht. Du würdest mich mehr verletzen, als ich ertragen könnte, und umgekehrt genauso, und am Ende würde nicht nur unsere Beziehung als Scherbenhaufen am Boden liegen, sondern auch wir selbst.“ Sie wandte sich ab und sah aus dem Fenster. Sein Blick bohrte sich schon seit Sekunden schmerzhaft in sie hinein und sie wollte es ihnen beiden nicht schwerer machen, als es ohnehin schon war. Am liebsten wäre sie einfach aus dem Zimmer gegangen, doch dies wäre Bastian gegenüber nicht fair gewesen, das wusste sie. Und trotz allem liebte sie ihn doch … „Und das sagst du mir … einfach so? Hier, in Nürnberg? Deshalb bist du hierher gefahren, versteh ich das richtig?“ Seine Stimme schwankte zwischen Fassungslosigkeit, Enttäuschung und Schmerz. „Wie kommst du überhaupt zu dieser Meinung, hm? Erklär mir doch bitte, wieso du auf einmal glaubst, dass das mit uns ein Fehler ist!“ „Das hab ich dir doch erklärt. Wir würden uns gegenseitig zu sehr verletzen und damit auch uns selbst.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Sie wollte raus hier. Einfach nur raus und nicht länger Bastis verletzte Stimme hören. Dabei war sie es ja, die in dieser Nacht verletzt worden war. Er holte tief Luft. „Es muss doch einen Grund geben, wieso dir das ausgerechnet jetzt kommt.“ Sie drehte sich zu ihm um und sah direkt in seine Augen. „Ja, vielleicht“, sagte sie leise. „Wie wäre es damit: Ich will keinen Freund, dem ich nicht genug bin. Der noch andere Frauen braucht, um zufrieden zu sein.“ Dann ging sie ohne ein weiteres Wort an ihm vorbei aus dem Zimmer und blinzelte die Tränen weg, die in ihren Augen schwammen. |
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