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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Eine einzige Sache„Isa, du musst was unternehmen! Bitte!“, flehte Sara. Sie konnte es nicht fassen, wie scheinbar gleichgültig sich ihre Freundin gerade gab. Dabei war sie sicher, dass Isabelle sich innerhalb weniger Sekunden in Tränen aufgelöst hätte, wenn sie nicht so schrecklich müde und erschöpft gewesen wäre. „Was denn? Soll ich so in der Hotelbar aufkreuzen, mich vor Basti hinstellen und sagen: ‚Hallo, entschuldige, aber ich glaube, du bist MEIN Freund!? Übrigens bin ich von dir schwanger, also lass deine Finger von dieser Schlampe!’ Soll ich das sagen, Sara?!“ „Was weiß ich denn, aber du kannst doch nicht einfach zusehen …“ „Ich hab ja gar nicht vor, zuzusehen.“ Isabelle drehte sich um und schlurfte zu dem breiten Doppelbett hinüber, das ihr so verlockend weich und warm erschien. Innerlich verzweifelte sie, war sie am Boden zerstört … doch ihr fehlte die Kraft, ihrem Empfinden Ausdruck zu verleihen. Alles, was sie im Augenblick wollte, waren ein paar Stunden Schlaf. Und so ließ sie sich, wie sie war, ins Bett fallen und zog die Decke über sich. „Isa! Jetzt komm schon!“ Saras Stimme wurde panisch. Sie war mit der Situation zweifellos überfordert. „Wozu bist du denn dann hergekommen, wenn du jetzt …“ „Weil ich meinem Herzen gefolgt bin“, unterbrach Isabelle sie schlicht und schloss die Augen. „Und es scheint richtig gewesen zu sein. Aber was das bedeutet, kann ich mir auch morgen noch überlegen.“ Sara schwieg. Und schaute hilflos zu, wie ihre Freundin in den Schlaf glitt, den sie so furchtbar nötig zu haben schien. „Du bist ihre beste Freundin“, meldete sich eine sanfte Stimme in Saras Kopf zu Wort. „Im Grunde verstehst du sie doch. Du kämpfst gerade nur gegen deine Vernunft an.“ Was soll ich denn machen? Sie ins Unglück rennen lassen?, dachte Sara verzweifelt. „Nein, aber du könntest ihr helfen. Na los, jetzt geh schon.“ Irgendwie hatte die Stimme Recht, fand Sara. Sie wartete noch ein paar Minuten, um sicher zu gehen, dass Isabelle wirklich tief und fest schlief, dann steckte sie die Zimmerkarte ein und schlich hinaus. Und blieb wie angewurzelt vor der Tür stehen. Die Aufzugtüren am anderen Ende des Ganges öffneten sich nämlich just in diesem Augenblick und wer torkelte aus dem Fahrstuhl? „Das ist jetzt nicht wahr“, murmelte Sara geschockt. Da kam tatsächlich Bastian den Flur entlang, schwankend und laut lachend, und an seinem Hals hing diese Blondine aus der Bar. LASS DAS NICHT WAHR SEIN!!! Wie in Trance sah Sara zu, wie der Kerl, mit dem sie selbst schon im Bett gelandet war, vor einer der Türen stehen blieb und umständlich seine Zimmerkarte hervorkramte. Ihr Gehirn trieb sie an, endlich loszustürmen und irgendetwas zu tun, um das Ganze zu verhindern, doch ihre Beine schienen fest gewachsen zu sein. „Jetzt mach schon!“, zischte die innere Stimme in ihrem Kopf und oh Wunder, ihre Beine gehorchten endlich und sie hastete den Flur entlang, direkt auf Basti plus buchstäblichen Anhang zu. Die Tür stand schon offen und die beiden machten bereits Anstalten, im Zimmer zu verschwinden. Sara kam wirklich in letzter Sekunde bei ihnen an und packte, ohne auch nur eine Sekunde lang nachzudenken, Bastian am Kragen. „Halt!“, schnaubte sie und riss ihn heftig zurück. Er stolperte, verlor beinahe das Gleichgewicht und konnte sich gerade noch am Türrahmen fest halten. Seiner Begleitung erging es nicht so gut; sie fiel auf den Boden und jammerte augenblicklich los, als hätte sie sich sämtliche Knochen gebrochen. Was sie vermutlich – leider – nicht hatte. „Was soll’n das?“ Eine unglaubliche Fahne schlug Sara entgegen, die sie angewidert zu ignorieren versuchte, und dann musste Bastian auch noch aufstoßen. Na lecker, und sie stand direkt vor ihm und hielt ihn immer noch am Hemd fest. „Könnte ich dich auch fragen. Ich hab ja gehofft, du würdest dich für Isa ändern … schon traurig, sehen zu müssen, dass da überhaupt nichts passiert ist. Nicht mal das kleinste Bisschen.“ Sie war froh, dass sie in diesem Augenblick nicht noch mit ihren eigenen Gefühlen zu kämpfen hatte. Das mit ihr und ihm war Geschichte. Das hatte sie abgehakt und es war sowieso nie mehr gewesen als eine kurze Schwärmerei. Vielmehr tat es ihr in der Seele weh, was ihrer besten Freundin da bevorstand. „Isa? Was? Wer bissdu überhau-“ Der Rest ging in einem erneuten Aufstoßen unter und Sara wandte sich unter Ekel ab. Der wusste ja anscheinend gar nicht mehr, was er tat. „Basti, jetzt komm, mir wird kalt“, meckerte die Ziege, die immer noch am Boden hockte, und warf Sara bitterböse Blicke zu. Ganz offensichtlich hatte die auch schon Einiges intus. Aber das würde Sara nicht zulassen! „Du haust am besten ganz schnell ab!“, fauchte sie und stemmte energisch die Hände in die Hüften. „Oder ich geh sofort zu seinem“, sie warf einen verächtlichen Blick auf Bastian, „Trainer und erzähl ihm, was hier läuft.“ „Was geht dich das überhaupt an?!“, wurde sie angekeift. „Sehr viel. Meine beste Freundin ist mit ihm zusammen. Und jetzt verschwinde, bevor ich noch wütender werde!“ Sara schob Basti unsanft in sein Zimmer. „Leg dich ins Bett und schlaf deinen Rausch aus, du Spinner. Und lass heute Nacht keine Frauen ins Zimmer.“ Dann stieß sie die Tür hinter ihm zu und blitzte die junge Frau an. „Hallo, bist du schwerhörig? Du sollst verschwinden, hab ich gesagt!“ *** Isabelle wurde davon wach, dass ihr ein nasser Waschlappen übers Gesicht fuhr, immer und immer wieder, bis sie widerwillig die Augen öffnete. Seufzend drehte sie sich zur Seite und nuschelte ins Kissen: „Lass das …“ „Braver Kerl“, hörte sie die Stimme ihrer besten Freundin neben sich. „So, und jetzt lass mich mal, ich erledige den Rest. Isa, komm schon, mach die Augen auf! Hey!“ Sie wurde unsanft an der Schulter gerüttelt und blinzelte widerstrebend. „Was ist los?“, murmelte sie orientierungslos. „Du hast so tief geschlafen, dass ich dich nicht wach gekriegt hab“, erklärte Sara. „Ich musste deinen Hund um Hilfe bitten, stell dir das mal vor. Und jetzt penn bitte nicht gleich wieder ein, sondern geh duschen und komm dann mit, um deinen Freund zur Rede zu stellen.“ Isabelle öffnete beide Augen und richtete sich langsam auf. „Ach ja, wir sind ja in Nürnberg … Basti … ach Scheiße, er hatte was mit ’ner anderen!“ „Nein, das hab ich gerade so verhindert.“ Sara griff nach ihrer Hand und drückte sie fest. „Aber du warst erstaunlich gleichgültig heute Nacht … hast dich einfach ins Bett gelegt und geschlafen, als ginge dich das Ganze nichts an …“ „Ich weiß.“ Isabelle fuhr sich fahrig durch die verknoteten Locken. „Ich konnte nicht mehr. Aber du hast ganz Recht, es war ein Fehler. Ich hätte zu ihm gehen sollen, und sei es nur, um ihm eine zu kleben.“ „Kannst du sofort nachholen“, bot Sara grimmig an. „Ich erzähle es dir ja nicht gerne, aber beinahe wäre er mit diesem Flittchen in seinem Zimmer verschwunden. In letzter Sekunde hab ich’s gesehen und ihn zurückgehalten. Ich stand die halbe Nacht vor seiner Tür, um sicher zu gehen, dass diese Schlampe nicht zurückkommt, nachdem ich sie vertrieben hatte.“ Nachdenklich betrachtete Isabelle das Muster der Bettdecke, die noch halb über ihren Beinen lag. Sara schwieg und ließ ihr somit die Zeit, die sie brauchte. Und dann hob Isabelle entschlossen den Kopf. „Lass uns gehen“, sagte sie leise, aber bestimmt. „Ich hab hier nichts mehr zu tun.“ Sara riss die Augen auf. „Aber …“ „Nein, stimmt so nicht. Ich hab nur eine einzige Sache zu erledigen“, verbesserte Isabelle sich und stand auf. Sie warf einen kurzen Blick in den Spiegel, dann schüttelte sie den Kopf. „Aber würdevoll“, fügte sie hinzu und steuerte aufs Badezimmer zu. „Was hast du denn vor?“, fragte Sara drängend. Isabelle drehte sich zu ihr um und lächelte müde. „Es hat ja doch keinen Sinn. Wenn er mit dieser nichts angefangen hat, tut er’s mit der Nächsten.“ „Wie …“ Sie öffnete die Tür. „Ich geh jetzt duschen. Und dann ziehe ich einen Schlussstrich.“ |
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