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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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"Natürlich ist es von ihm!"Isabelle rannte, als ginge es um ihr Leben. Und irgendwie war dieser Vergleich ja gar nicht so abwegig. Wenn ihr Verdacht stimmte … Ihr Puls schien ausbrechen zu wollen und das nicht nur wegen ihrer hohen Geschwindigkeit. Es durfte einfach nicht sein! Nein, es musste eine andere Erklärung dafür geben, dass sie mal eben ihren gesamten Magen ausgekotzt hatte. Zumal doch bisher keine anderen Schwangerschaftssymptome aufgetreten waren! Bis zur nächsten Apotheke brauchte sie keine drei Minuten. Völlig außer Atem blieb sie davor stehen und stemmte die Hände in die Hüften. Jetzt hätte sie sich für das Tempo, mit dem sie hergerast war, erschlagen können. Als ob ein paar Minuten mehr oder weniger die Tatsache ändern könnten … und wenn das Unfassbare tatsächlich eintreten sollte, war so eine Rennerei sowieso alles andere als vernünftig. Sie atmete noch ein paar Mal tief durch, dann betrat sie zögernd die Apotheke. Und wünschte sich auf der Stelle, noch ein paar Straßen weiter gegangen zu sein, wo sie sich nie wieder sehen lassen musste. Dies war ihre Stammapotheke und zu allem Überfluss schien sich in diesem Augenblick halb München darin aufzuhalten. Noch nie hatte Isabelle hier so viele Kunden gesehen wie heute. Aber wieder abhauen? Nein, lieber flunkerte sie ein wenig. Die Wartezeit zog sich allerdings gefühlte Stunden hin, in denen Isabelle sich fieberhaft die passenden Worte zurechtlegte, um das Ganze einigermaßen glaubwürdig durchziehen zu können. Und dann war sie an der Reihe, umringt von einem Haufen Leute, deren Blicke ihr heute ganz besonders neugierig erschienen. „Hallo“, hörte sie sich – zu ihrer eigenen Überraschung ganz ungezwungen - zu der weißbekittelten Frau hinter der Theke sagen. „Ich brauche einen Schwangerschaftstest für eine Freundin. Sie sitzt zu Hause und heult sich vor Verzweiflung die Augen aus. Können Sie bitte schnell machen; ich möchte sie ungern so lange allein lassen.“ Die Apothekenangestellte blickte ihr eine Sekunde lang prüfend in die Augen, dann nickte sie freundlich. „Nur einen kleinen Moment, bitte.“ Sie drehte sich um und verschwand im hinteren Teil des Verkaufsraumes. Und Isabelle hielt sich leicht verkrampft an der Kante des Tresens fest, während sie mindestens zehn Augenpaare auf sich spürte; teils mitleidig, teils wissbegierig. Ob sie ihr wohl alle glaubten, dass sie die Botengängerin für eine Freundin spielte? Nach einer quälenden Unendlichkeit kam die Angestellte endlich zurück und reichte ihr den Schwangerschaftstest, garniert mit einem Kassenzettel und einem Haufen Tipps für die „möglicherweise werdende Mutter“. Isabelle war froh, dass sie in der Eile noch daran gedacht hatte, ihr Portemonnaie mitzunehmen, bezahlte und verließ mit gestrafften Schultern die Apotheke. Am liebsten hätte sie den Nachhauseweg wieder rennend hinter sich gebracht, aber sie zwang sich zur Ruhe. Es nutzte keinem, wenn sie sich wie eine Irre aufführte. Ihr nicht und … Sie schluckte. Dem Kind, das eventuell in ihr heranwuchs, nutzte es auch nichts. In der Wohnung empfing sie eine unruhig umherwandernde Sara und ein kläffender Filou. Ein herrlicher Pizzaduft waberte ihr aus der Küche entgegen, doch sie bemerkte ihn nicht einmal richtig. Sie nahm sich gerade die Zeit, um Schuhe und Jacke abzustreifen, und verzog sich dann mit ihrem Einkauf ins Bad. „Was ist mit deiner Periode? Ist die überhaupt ausgeblieben?“, rief Sara durch die geschlossene Tür hindurch. Isabelle stützte sich mit den Händen auf dem Waschbecken ab und schloss einen Moment lang die Augen. „Ja … ich hab mir nur nichts dabei gedacht, weil die immer noch nicht so ganz regelmäßig ist. Kommt immer wieder mal vor, dass sie etwas länger auf sich warten lässt.“ Dazu fiel Sara nicht mehr als ein lahmes „Aha“ ein. Was hätte sie auch sonst sagen sollen? „Fang mit dem Essen an; mir ist der Appetit eh vergangen und mein Magen würde wahrscheinlich gleich wieder rebellieren.“ Isabelle betrachtete den Schwangerschaftstest und fragte sich schmerzlich, ob sie überhaupt in der Lage wäre, ein Kind aufzuziehen. Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf und am liebsten hätte sie den Test einfach nicht gemacht. Doch was hätte das geholfen?! „Bist du sicher, dass ich …“ „Ja! Ganz sicher!“, fiel Isabelle ihr ins Wort. „Den Rest werde ich eh nur einfrieren. Also tu dir keinen Zwang an.“ „Okay.“ Zögernd ging Sara in die Küche und klappte den Deckel ihrer Pizza hoch. Es brachte auch nichts, sie kalt werden zu lassen, und außerdem hatte sie wirklich Hunger. Also zwang sie sich, wenigstens ein Stück davon zu essen, und widmete sich anschließend ihrem Salat. Mehr als einmal wäre sie am liebsten aufgesprungen, um nach ihrer Freundin zu sehen, aber sie wusste, dass Isabelle das alleine hinter sich bringen wollte. Wenn ihr danach war, würde sie zu ihr kommen. Dafür hatte Sara das beste-Freundinnen-Gespür. „Na, willst du auch was?“ Filou scharwenzelte die ganze Zeit um ihre Beine herum und Sara entschied, dass es keine Verschwendung war, ihr Essen an ihn zu verfüttern. Schließlich war er ein besonderer Hund, ohne den Isabelle schon längst verzweifelt wäre. Also hielt Sara ihm ein Stück mit viel Salami hin, von dem sie zuvor noch die Pilze entfernt hatte, und Filou bedankte sich freudig bellend. Dann hörte sie, wie die Badezimmertür aufging, und schnellte sofort von ihrem Stuhl hoch. Und da stand Isabelle auch schon in der offenen Küchentür, das Gesicht tränenbedeckt und ein verzweifeltes Lächeln auf den Lippen. Sara musste gar nicht fragen. Sie las die Antwort bereits in Isabelles Augen. Mit einem Satz war sie bei ihrer Freundin und schloss den zitternden Körper in ihre Arme. *** „Ich will erst ganz sicher sein.“ Fahrig wischte Isabelle sich übers Gesicht. „Bevor ich nicht die Bestätigung vom Arzt habe, werde ich es Bastian nicht sagen.“ „Ist es denn ganz sicher von ihm?“ Isabelles Kopf fuhr in die Höhe. Fassungslos starrte sie ihre Freundin an: „Hör mal, wofür hältst du mich?! Natürlich ist es von ihm! Das mit Andi ist zu lange her und ich vögele doch nicht wahllos durch die Gegend!“ Sara schluckte schwer und augenblicklich taten Isabelle ihre Worte leid. Mist, da war sie wohl mal wieder mit Anlauf in ein Fettnäpfchen gesprungen, oder besser gesagt gleich in eine Friteuse. „Entschuldige … so hab ich das nicht gemeint … ich wollte nicht … es sollte kein Seitenhieb auf dich sein oder so“, stotterte sie und hob hilflos die Schultern. „Ich meinte doch nur …“ „Schon okay. Du hast es ja nicht böse gemeint. Außerdem“, Sara verzog den Mund zu einem schwachen Grinsen, „ist es ja wahr.“ Isabelle schwieg. Was konnte sie darauf erwidern, ohne zu lügen? Sie wussten ja beide, was Sache war. „Aber jetzt zu dir“, kam Sara rasch wieder aufs eigentliche Thema zurück. „Willst du etwa bis Montag warten, um Gewissheit zu haben? Es muss doch irgendwo in München einen Frauenarzt geben, der auch samstags für Patienten da ist. Oder erkennt das nicht auch ein Allgemeinarzt? Zwei Tage lasse ich dich unmöglich in dieser Situation; du wirst mir ja noch verrückt.“ „Ich … ach, ich weiß auch nicht.“ Unschlüssig malte Isabelle mit ihrem Zeigefinger Kreise auf die Platte des Couchtisches. „Ehrlich gesagt ist mir gerade nur nach Heulen zumute. Ich meine, auch wenn ich auf Nummer sicher gehen will … ich will mir nichts vormachen, Sara. Sehr wahrscheinlich stimmt das Testergebnis und was dann? Ein Kind ist so ziemlich das Letzte, was Basti jetzt gebrauchen kann.“ „Und …“ Sara wagte es kaum, die Möglichkeit auszusprechen, denn sie ahnte nur zu gut, was Isabelle davon halten würde. Diese war jedoch zunächst völlig ahnungslos. „Was?“ „Ich meine … du musst das Kind ja nicht bekommen“, haspelte Sara. Isabelles Augen weiteten sich. „Hör mal, wir sprechen hier von einem Lebewesen! Das ist ein von Gott gewolltes Geschöpf! Ich weiß ja, dass viele Frauen einfach abtreiben, weil ihnen das Kind nicht ins Konzept passt, aber ich halte das für Mord!“ „Ist ja gut … du hast ja Recht … irgendwie … aber ihr könnt es ja auch zur Adoption frei geben“, machte Sara den nächsten, diesmal schon weniger schrecklichen Vorschlag. Doch auch davon hielt Isabelle nichts. „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Basti sein eigenes Kind weggeben würde?!“ „Wahrscheinlich nicht“, musste Sara zugeben. „Eben“, nickte Isabelle. Es herrschte kurzes Schweigen, dann stand sie auf und machte ein entschlossenes Gesicht. „Sara, bitte fahr mit mir zu einem Arzt. Und wenn es wahr ist, dann … dann will ich es Basti noch heute sagen. Dann brauche ich ihn jetzt mehr als alles andere.“ |
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