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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Louisas RatViel Wasser und noch mehr Make-up (aus Louisas Handtasche) waren nötig, um alle Tränenspuren von Isabelles Gesicht zu entfernen. Dann hatte sich Letztere auch halbwegs beruhigt, sodass sie Louisa schnellen Schrittes zurück in die Bar folgte. Na ja, eben so schnell, wie es ihr nach drei Gläsern Wodka möglich war. Sie fuhren zu zweit zu Isabelles Wohnung. Tamina war in ein angeregtes Gespräch mit ihrer neuen Eroberung verwickelt gewesen und Deborah hatte eng umschlungen mit dem Kerl im roten Shirt getanzt. Die beiden würden sie also nicht vermissen und Isabelle hätte es ohnehin nicht fertig gebracht, ihnen den Abend zu verderben. Louisa akzeptierte ihre Entscheidung. Vielleicht war es ja auch nicht das Schlechteste, zunächst mal unter vier Augen mit Isabelle zu sprechen. In deren Wohnung angekommen, kochte die Gastgeberin Kakao für sie beide und holte eine ihrer Keksdosen hervor, die zu den Tassen auf ein Tablett wanderte. Filou hob schläfrig den Kopf, als Isabelle die Tür zu ihrem Zimmer öffnete und das Licht einschaltete. Louisa sprang dem Hund entgegen und begrüßte ihn, indem sie vorsichtig über seine Ohren strich. Er nahm es zufrieden brummelnd zur Kenntnis, um wenige Sekunden später einfach weiterzuschlafen. „So ein verpennter Kerl“, stellte Louisa lachend fest und setzte sich zu Isabelle auf den Teppich. Sie schlürften das heiße Gebräu, knabberten das köstliche Gebäck und schwiegen sich einfach nur an. Dann hatte Isabelle genug von der immer erdrückenderen Stille. „Ich will ehrlich zu dir sein, Lou“, sagte sie langsam. „Aber sei dir bewusst, dass es sehr verrückt ist, was ich dir erzählen werde. Und dass außer dir und mir nur ein einziger Mensch Bescheid weiß. Na ja, drei“, lenkte sie ein, denn Sarah und Andi kamen ihr unwillkürlich in den Sinn. „Aber zwei davon haben es nur zufällig erfahren.“ „Ich bin verrückte Sachen gewohnt.“ Louisa steckte sich einen Schokokeks in den Mund und wischte sich die klebrigen Hände achtlos am feinen Stoff ihres Minirocks ab. „Also, schieß los. Wer weiß noch davon?“ Langsam erwiderte Isabelle: „Andi hat es mitgekriegt. Und Sarah Brandner. Sie haben uns gesehen.“ Ein fragender Blick traf sie. „Wer ist uns?“ Isabelle holte tief Luft. Dann ließ sie völlig unspektakulär die Bombe platzen: „Bastian und ich. Wir sind seit ein paar Wochen … zusammen.“ Louisa fiel das Kinn auf die Brust. Sie starrte ihre Freundin sekundenlang sprachlos an und deren Blick heftete sich stur auf den Teppich. Doch Louisa fing sich erstaunlich schnell wieder. Ihr Mund schloss sich und in ihre Augen trat ein nachdenklicher Ausdruck. „Wow. Um ehrlich zu sein, hab ich in den vergangenen Tagen des Öfteren an euch beide gedacht“, gab sie zu. „Aha.“ Mehr wusste Isabelle nicht dazu zu sagen. Verlegen zupfte sie Fusseln aus dem Teppich heraus und wartete darauf, dass Louisa weiter sprach. „Und worin besteht das Problem?“ Louisa blickte sie fragend an. „Ich meine, es ist offensichtlich, dass ihr ineinander verknallt seid. Dann genießt es doch einfach, anstatt es vor der ganzen Welt zu verstecken. Wenn ihr es beide ernst meint, ist doch überhaupt nichts dabei.“ Isabelle senkte den Blick. Voll erwischt. „Aha, verstehe. Du bist dir nicht sicher, ob er es ernst mit dir meint“, sagte Louisa ruhig. Ein zögerndes Nicken war die Antwort, ehe Isabelle in Tränen ausbrach. Louisa wirkte im ersten Moment erschrocken, dann zog sie Isabelle schnell in ihre Arme. „Ach Lou“, schluchzte Isabelle mit erstickter Stimme. „Wir waren doch so glücklich … wir wollten uns einfach nur etwas Zeit lassen, bis alles an die Öffentlichkeit kommt … weil ich Angst vor den Reaktionen hatte und nicht in die gleiche Schublade gesteckt werden wollte wie die Eintagsfliegen vor mir … und dann ist ausgerechnet Sarah uns begegnet …“ „Und dann?“, forschte Louisa sanft. „Was war dann?“ Stockend erzählte Isabelle von dem Gespräch mit Sarah und wie betroffen Basti plötzlich gewirkt hatte. „Und seitdem ist es ganz komisch zwischen uns“, klagte sie und wischte sich die verlaufene Schminke aus dem Gesicht. „Wir gehen uns viel aus dem Weg und sind nicht mal mehr übers Küssen hinausgekommen.“ Louisa konnte trotz der ernsten Situation nicht verhindern, dass sich ein Grinsen auf ihre Lippen schlich. „Ist er wenigstens gut?“ Isabelles Kopf glühte mal wieder schlagartig. „Lou!“ „Ja, entschuldige.“ Louisa biss sich auf die Lippen und versuchte, nicht loszulachen. Das angestrengte Gesicht, das sie machte, brachte Isabelle wiederum zum Schmunzeln. „Wenn du’s genau wissen willst: ja! Aber … weißt du, das mit Sara beispielsweise macht die Sache nicht gerade einfach.“ „Mit welcher?“ „Mit meiner.“ Isabelle deutete auf ein Foto, auf dem sie und ihre beste Freundin lachend und seltsam verrenkt nebeneinander in einer Hängematte lagen. Damals waren sie sechzehn gewesen. Wie die Zeit verging … „Hast du es ihr deshalb noch nicht erzählt? Weil sie vor dir was mit ihm hatte?“ Isabelle zuckte leicht zusammen. Ihr Blick blieb an dem eingerahmten Foto kleben; ihre Augen bohrten sich tief in die ihrer dort so glücklich aussehenden Freundin hinein. Es war, als würde sie ein Messer gefährlich nahe über Sarahs Herz halten, jederzeit bereit zum Zustechen. „Vielleicht. Ich will sie nicht verletzen“, sagte Isabelle leise, ohne ihren Blick von dem Foto abzuwenden. „Dann sag es ihr erst recht“, forderte Louisa. „Du kannst es nicht ewig aufschieben, Isa! Irgendwann musst du es ihr erzählen und je länger du damit wartest, desto verletzter wird sie sein, weil du es ihr nicht gleich anvertraut hast.“ Ein nachdenklicher Blick traf sie. „Meinst du?“ „Aber sicher meine ich das. Du weißt doch, ich sage immer ehrlich meine Meinung.“ Sanft knuffte Louisa sie gegen die Schulter. „Und … und was, wenn das mit Basti und mir … nicht hält? Dann hab ich es Sara umsonst erzählt“, gab Isabelle zu bedenken. „Es wird aber halten“, entgegnete Louisa entschieden. „Glaub mir, Isa, und hör endlich auf zu zweifeln. Ohne Vertrauen kann eine Beziehung niemals funktionieren – also vertrau Basti, dass er es ernst mit dir meint, und zeig ihm, dass auch er dir vertrauen kann. Ihr beide passt so gut zusammen, soweit ich das beurteilen kann … also mach was draus, sonst setzt es was, und zwar von mir! Ich will dich endlich mit einem Kerl glücklich sehen!“ |
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