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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Wodka-AbendIn den Tagen nach ihrer Begegnung mit Sarah war Isabelles Ferienlaune deutlich getrübt. Auch Bastian lief stumm durch die Wohnung, ließ sich nur hin und wieder zu einem Lächeln hinreißen und wirkte in der restlichen Zeit äußerst nachdenklich und geistesabwesend. Manchmal nahm er einfach seinen Schlüssel und ging, ohne ein Wort zu sagen, aus der Wohnung, um Stunden später wieder zurückzukommen und auf direktem Weg in seinem Zimmer zu verschwinden. Ein andermal kam er vom Training nach Hause, stürmte in ihr Zimmer und wirbelte sie ausgelassen herum, doch fünf Minuten später unterbrach er plötzlich ihr Geknutsche, nuschelte irgendwas und schloss sich im Bad ein, wo für die nächste Dreiviertelstunde das Wasser lief. Ganz klar: Ihre Beziehung litt. Und obwohl Isabelle sich wirklich bemühte, ihr Vertrauen in Basti weiter auszubauen und zu festigen – sie spürte von Tag zu Tag mehr, wie sie daran scheiterte. Seine Vergangenheit konnte man eben nicht auslöschen und so sehr sie sich auch gegen den Gedanken sträubte, lediglich ein billiger Zeitvertreib zu sein: Es klappte nicht. Dann kam der Freitag und Basti packte seine Reisetasche. Isabelle, die mit Filou eine Runde im Park gedreht hatte, fand, als sie wieder nach Hause kam, nur einen Zettel auf dem Küchentisch. Wir kommen erst Sonntag nach Hause. Mach dir ein schönes Wochenende und gib Filou einen Schmatzer von mir. Kuss an meine wundervolle Isa, dein Basti. Isabelle wusste nicht, ob sie traurig oder erleichtert sein sollte, das Wochenende für sich zu haben, aber sie schämte sich ein wenig, dass sie nicht an das Auswärtsspiel gegen Nürnberg gedacht hatte. Sie knuddelte Filou pflichtbewusst durch, setzte ihm einen Schmatzer auf die nasse Schnauze und flüsterte ihm ins Ohr: „So, das ist von unserem Schatz. Für den müssen wir am Sonntag die Pfoten drücken, damit er mindestens ein Tor schießt!“ Dann schrieb sie ihrem Freund eine kurze SMS, in der sie schon vorab viel Glück für das Spiel wünschte und Grüße an Philipp und Lukas ausrichten ließ, und fragte sich erst im Nachhinein, ob die beiden dadurch nicht Verdacht schöpfen würden. „Ach Blödsinn“, sagte sie halblaut und hängte das Handy ans Ladekabel, um abends mit einem vollen Akku aus dem Haus gehen zu können. Was war schon dabei, als Mitbewohnerin eines Bundesligaprofis seine Kollegen grüßen zu lassen?! Sie füllte Filous Wassernapf auf, bereitete sich selbst einen kleinen Snack zu und pflanzte sich anschließend vor den Fernseher. Hier würde sie auch am Samstagnachmittag sitzen und ihren Freund anfeuern, das stand fest. Obwohl sie sich im Grunde nicht unbedingt einen Sieg für Bayern wünschte, aber nach einer Niederlage würde Bastian bestimmt unausstehlich sein. Der kleine Dickkopf kann halt nicht verlieren, dachte sie schmunzelnd und schob sich den letzten Bissen ihres Toasts in den Mund. Dann rief sie Louisa an, denn alleine wollte sie den Abend nicht verbringen. Sie vermisste Basti ja jetzt schon. *** Isabelle war nicht die Einzige, die den Freitagabend noch nicht verplant hatte, und so zog sie abends mit drei Freundinnen los in die Münchner City. Louisa, Tamina und Deborah hatten sich fast so schlimm herausgeputzt wie an dem verhängnisvollen Abend mit den Spielerfrauen und Isabelle kam sich neben ihnen wie eine graue Maus vor. Wenn wenigstens Sara dabei gewesen wäre, denn die ging seit der Sache mit Basti nur noch selten so richtig aufgestylt aus und wäre als eine Art moralische Stütze ganz brauchbar gewesen. Aber die Ärmste lag mit Kopfschmerzen im Bett und hatte Isabelle darum eine Absage erteilt. „Ganz zauberhaft seht ihr heute Abend aus, meine Lieben“, flötete Deborah, als sie ihre Freundinnen am Karlstor auf sich zukommen sah, und kicherte albern, weil Louisa und Tamina synchron ihre Puderdosen zückten. Isabelle verdrehte angenervt die Augen. Frau konnte es ja auch übertreiben … „Sagt mal, habt ihr vor, euch heute Abend ’nen Millionär zu angeln?“, fragte sie missmutig und rieb unauffällig an einem kleinen Fleck auf ihrer Jacke herum, den sie jetzt erst bemerkt hatte. „Nee, wir wollen einfach nur Spaß haben. Und du kannst mal ganz still sein; sitzt ja schließlich an der Quelle.“ Louisa sah sie vielsagend an und Isabelle spürte, wie sich ihr Kopf in Sekundenschnelle dunkelrot färbte. „Erzähl mal“, fuhr Louisa fort und versetzt ihr einen leichten Rippenstoß. „Wie ist es denn zurzeit mit ihm?“ Isabelle zuckte die Achseln. „Wie soll es schon sein? Unkraut vergeht nicht, also ist er wohl noch da. Wir gehen uns aus dem Weg und fertig.“ Das war nur eine halbe Lüge, verteidigte sie sich im Stillen vor sich selbst, und trotzdem wurde sie augenblicklich von einem schlechten Gewissen geplagt. Wie mies war sie eigentlich, selbst ihren besten Freundinnen ihre neue Beziehung vorzuenthalten?!? Aber sie brachte es nicht fertig, ihnen davon zu erzählen, und schon gar nicht an diesem Abend, an dem sie das Thema sogar für sich selbst einfach mal ausblenden wollte. Also schwieg sie darüber und versuchte, das schlechte Gewissen in Wodka zu ertränken. „Liebe Zeit, bist du verrückt?“, fragte Tamina entgeistert, als Isabelle sich bereits nach der ersten halben Stunde das dritte Glas bestellte. „Du hast noch nie besonders viel vertragen, Isa!“ Leicht benebelt nahm Angesprochene ihr Getränk entgegen. „Na und? Lass mich doch.“ Trotzig kippte sie das Zeug runter und stolperte dann in Richtung Toiletten davon. „Also, wenn ihr mich fragt, hat sie ein Problem. Sonst würde sie sich nicht einfach die Kante geben“, meinte Tamina an die beiden anderen gewandt, doch die hatten just in diesem Moment einen umwerfenden Typen entdeckt und setzten augenblicklich ihr strahlendstes Lächeln auf. Auch Tamina vergaß angesichts dieses schwarzhaarigen Prachtexemplars auf der Stelle alles andere und schwang sich entschlossen von ihrem Barhocker. „Den lass ich mir nicht entgehen!“, verkündete Louisa nur eine halbe Sekunde später und alle drei schluckten aufgeregt, als das Objekt ihrer Begierde in ihre Richtung schaute und sein Blick tatsächlich einige Sekunden lang an ihnen hängen blieb. „Ich geh rüber“, zischelte Tamina und wurde prompt von Louisa an der Schulter fest gehalten. „Und was ist mit uns? Sollen wir uns zu dritt auf ihn stürzen oder kriegst du hier neuerdings Vorrechte?“, schnaubte sie, doch Tamina schüttelte kurzerhand ihre Hand ab und stolzierte auf den Dunkelhaarigen zu, der sich zu einem breiten Grinsen hinreißen ließ und eilig eine Zigarette hervorkramte, die er seiner neuen Bekanntschaft zur Begrüßung hinhielt. „Ich seh wohl nicht richtig“, platzte Deborah entrüstet heraus. Doch Tamina lehnte die Kippe ab und begann charmant zu plaudern. Selbst auf die Entfernung konnte man sehen, dass sie dem Typen ausgesprochen gut zu gefallen schien. „Wieso haben manche Leute immer Glück?“, knurrte Louisa frustriert. Deborah zuckte die Achseln. „Was soll’s, ich steh ja eigentlich eh mehr auf blond. Komm, wir suchen uns zwei andere Kerle aus. Wie findest du den Großen da drüben, den im roten Shirt?“ „Geht so. Kannst ja ausprobieren, ob er sich von dir einfangen lässt; ich geh mal nach Isa schauen“, antwortete Louisa und verschwand. Der Toilettenraum war leer; nur eine einzige Tür war zu, und als Louisa ein paar Sekunden lang gelauscht hatte, hörte sie ein unterdrücktes Schniefen. „Isa, bist du da?“, fragte sie vorsichtig und das Schniefen wurde lauter. Louisa ging auf die Kabine zu und rüttelte an der Klinke. „Komm schon, Isa, mach auf! Was ist denn los, um Himmels Willen? Du kannst doch mit uns reden und musst nicht versuchen, deine Probleme mit Alkohol vergessen zu machen!“ „Lass mich“, schluchzte Isabelle, doch keine zehn Sekunden später öffnete sich die Tür und die weinende junge Frau warf sich verzweifelt in Louisas Arme hinein. „Ganz ruhig, du hast doch uns.“ Beruhigend strich Louisa ihrer Freundin über den Rücken und hielt sie einfach fest, als wollte sie sie vor ihren Problemen schützen. „Komm schon, Isa, lass alles raus. Egal, was los ist – wir sind doch deine Freundinnen!“ „Ich weiß“, heulte Isabelle und drückte ihr tränennasses Gesicht an Louisas neues blaues Top. „Es tut mir leid, Lou. Ich hab’s niemandem verraten bisher. Kein Mensch auf der Welt weiß Bescheid.“ „Dann solltest du das vielleicht mal ändern, Isa.“ Louisa ließ sie los und sah ihr ernst in die Augen. „Ich würde sagen, wir sammeln jetzt die anderen auf und fahren dann alle zusammen zu dir. Bei Kakao und Keksen lässt sich doch gleich viel leichter reden.“ |
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