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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
Fortschritt: 100%
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Blickwechsel und EuphorieDas Stadion war voll wie bei einem WM-Finale und als Isabelle sich auf ihren Platz fallen ließ, musste sie erst mal durchschnaufen. Wenn sie etwas hasste, dann war es dieses Gedränge, bei dem man Angst haben musste, jeden Augenblick zerquetscht zu werden. Egal, ob im Fußballstadion, beim Weihnachtsmarkt oder im überfüllten Kaufhaus. Gott sei Dank hatte Bastian ihnen VIP-Karten besorgt. Das hatte zwar den Nachteil, dass man beim Spiel nicht so euphorisch mitgehen konnte, ohne von den feinen Herrschaften um sich herum missbilligend angeschaut zu werden, aber wenigstens musste sie nicht um ihr Leben bangen. „Also, VIP-Karten sind natürlich schon ’ne tolle Sache“, bemerkte Deborah, als hätte sie ihre Gedanken gelesen, und plumpste auf den Sitz neben ihr. „Ja ... aber die richtige Stimmung wird woanders gemacht“, warf Tamina ein und blickte etwas wehmütig auf die aufgedrehten Fans in den anderen Blocks. „Das nächste Mal soll Basti uns lieber ...“ „Hey, Schluss jetzt! Kein Gemeckere, ja?“ Hibbelig tänzelte Louisa vor ihnen herum. „Mädels, wir haben kostenlos VIP-Plätze bekommen – dank Basti! Und jetzt seid mal zufrieden, Mensch!“ „Sind wir ja auch“, lenkte Tamina ein und zupfte an Louisas Ärmel herum. „Aber jetzt setz dich endlich hin oder mach einen Schritt zur Seite; ich würde nämlich auch ganz gern mal was sehen!“ Kurz darauf liefen die Spieler ein. Isabelles Augen suchten unwillkürlich Bastian, dessen Blick prompt in Richtung VIP-Tribüne ging. Als sich ihre Blicke trafen, begann Isabelles Herz heftig zu klopfen und Basti rutschte ein Lächeln aufs Gesicht. Isabelle wollte es nicht, doch sie konnte nicht anders, als es leicht zu erwidern. „Hui, du strahlst aber ganz schön in eine bestimmte Richtung“, grinste Deborah neben ihr und Isabelle wurde schlagartig rot wie eine überreife Tomate. „Quatsch“, knurrte sie, jetzt um einen betont mürrischen Blick bemüht, der ja mal gar nicht übertrieben wirkte. Dann setzte ihr Herz zwei Schläge lang aus, denn Basti hob die Hand und winkte leicht in ihre Richtung! War der verrückt geworden? Isabelle wollte doch um jeden Preis vermeiden, in irgendeiner Weise mit dem Fußballprofi in Verbindung gebracht zu werden ... „Na, der Herr Schweinsteiger scheint ja auch mit guter Laune gesegnet zu sein“, kommentierte Louisa kopfschüttelnd. „Depp“, murmelte Isabelle. „Der soll sich unterstehen, mich in die Schlagzeilen reinzureißen!“ „Ach komm, übertreib mal nicht. Früher oder später kriegt die Presse ohnehin mit, wo er jetzt wohnt. Ein Wunder eigentlich, dass sie das noch nicht rausgefunden haben“, meinte Tamina und strahlte wie ein Weihnachtsengel, als nun auch noch Lukas Podolski in ihre Richtung guckte. „Ach, er ist sooo süß“, seufzte sie verträumt und wurde nur fassungslos von Isabelle angeschaut. „Wer???“ „Lukas, du Nudel. Glaubst du, ich schmachte Schweini an?“ „Wer weiß. Dir ist aber schon klar, dass Poldi vergeben ist?!“, rief Isabelle ihr in Erinnerung. „Schon klar“, konterte Tamina achselzuckend. „Aber du glaubst ja wohl nicht ernsthaft, dass das irgendeinen weiblichen Fan davon abhält, ihn toll zu finden und von ihm zu schwärmen, oder?“ „Ach, du betrachtest dich also als Fan.“ „Ja, was sonst? Nur, weil ich schon mit ihm in deinem Wohnzimmer gesessen bin und wir ein Plauderstündchen abgehalten haben, bedeutet das doch noch lange nicht, dass er mehr in mir sieht als einen Fan. Mensch, Isa, mach dir bitte mal klar, dass wir lediglich vier von Millionen sind!“ „Millionen was? Fans? Da muss ich dich enttäuschen, das bin ich nicht“, wehrte Isabelle entschieden ab. „Weder vom FCB noch von Poldi, Schweini oder Phil.“ „Ach.“ „Ja. Lukas und Phil betrachte ich als flüchtige Bekannte ...“ „Als sehr flüchtige Bekannte“, warf Louisa stirnrunzelnd ein. „Und wen siehst du in Bastian?“, mischte sich nun auch Deborah ein, die bisher nur mit halbem Ohr hingehört hatte, denn die Seitenwahl, die gerade durchgeführt wurde, erschien ihr deutlich spannender als das Gequatsche ihrer Freundinnen. Isabelle zuckte die Achseln. „In Bastian sehe ich meinen nervtötenden Mitbewohner, der mir ziemlich auf den Keks geht und zufälligerweise sein Geld mit Fußballspielen verdient. Er könnte genauso gut bei den Stadtwerken arbeiten oder bei der Feuerwehr ...“ „Klar, weil es dann jemanden gäbe, der noch heißer ist als die Brände“, grinste Tamina vielsagend und Louisa und Deborah fielen vor Lachen fast von ihren Sitzen, während sich Isabelle nur errötend von ihren Freundinnen ab- und dem Spielfeld zuwandte. Dort wurde gerade der Anstoß ausgeführt und das Spiel begann. Bald schon waren Isabelles Freundinnen voll und ganz mit Diskutieren, Kreischen und Jubeln beschäftigt, doch sie selbst saß ungewöhnlich still da und verfolgte im Grunde nur einen einzigen Spieler: Bastian. Als wären alle anderen egal, als ginge es nur um seine Spielzüge, seine Flanken, seine Schritte ... und als ihr das bewusst wurde, färbten sich ihre Wangen mal wieder dunkelrot, aber sie konnte einfach nicht damit aufhören, ihm seine volle Konzentration zu widmen. Zur Halbzeit stand es 1:0 für den Gastgeber. Zwei Minuten vor dem Abpfiff im Alleingang vorbereitet von Bastian und vollstreckt von Luca Toni, der allerdings nur noch den Fuß dran gehalten hatte. Dementsprechend galt der größte Jubel auch dem Mittelfeldspieler, der nur zufrieden grinsend in seine Hälfte zurücktrabte und dabei länger als nötig zur VIP-Tribüne schaute. „Guck doch nicht so freudlos! Hallo, wir führen!“ Louisa knuffte Isabelle in die Seite und diese rang sich ein kleines Lächeln ab. „Und das war gigantisch gut vorbereitet von deinem Mitbewohner. Eins muss man ihm wirklich lassen, kicken kann er!“ „Ja, wie schön für ihn“, brummte Isabelle und warf einen Blick auf die Uhr. „So, gleich ist Halbzeit, ich geh jetzt mal schnell wohin, bevor alle anderen auch losziehen und ich Stunden anstehen darf.“ Als sie etwas später zurückkam – sie hatte sich unterwegs noch eine Currywurst besorgt -, waren die Spieler alle schon in der Kabine und von ihren Freundinnen war auch nichts zu sehen. Wahrscheinlich hatten die sich auch was zu essen geholt. Aufseufzend ließ sich Isabelle auf ihren Sitz sinken. Klar war es ein Erlebnis, aber sie wünschte sich eigentlich nur noch, dass die zweite Halbzeit ganz schnell vorbei ging und sie dann ab nach Hause konnte. Es war ja geradezu peinlich, wie sie ihren Mitbewohner ständig mit ihrem Blick verfolgte! Der blickte schon wieder zu ihr hoch, als er zur zweiten Halbzeit auf den Platz kam, und diesmal umspielte ein wirklich breites Lächeln seinen Mund. „Also, entweder will er dich einfach nur dazu kriegen, dass du den gleichen Fehler begehst wie Sara, indem du dich für zumindest eine Nacht mit ihm einlässt ... oder er steht verdammt auf dich!“ Erschrocken wirbelte Isabelle herum. Neben ihr ließ sich eine schief grinsende Louisa nieder und saugte an dem Strohhalm ihrer Cola. „Ich würde sagen, wenn überhaupt, dann die erste Option“, antwortete Isabelle, nachdem sie ihre Sprache wieder gefunden hatte. Louisa zuckte die Achseln. „Was macht dich so sicher? Ich hab fast den Eindruck, als würdest du ihm doch mehr bedeuten ...“ „Ja, klar, und ich bin der Osterhase! Jetzt spinnst du echt, Lou!“ Isabelle wurde von Wort zu Wort lauter – und roter. „Dieser Kerl wird ganz einfach deshalb niemals etwas an mir finden, weil er erstens einer der Sorte ist, die sich nicht verlieben können, und selbst wenn, dann gleich zehnmal nicht in MICH!“ „Wieso nicht?“ „Weil ... weil ... weil ich erstens nicht groß, schlank und blond bin, sondern quasi das komplette Gegenteil ... und weil ich nicht zu den Frauen gehöre, die loskreischen, sobald sie ihn nur sehen, und das Strahlen gar nicht mehr aus dem Gesicht kriegen, wenn er ein Wort mit ihnen wechselt.“ Isabelle holte tief Luft. „Ich gebe ihm Kontra, ich hab meinen eigenen Kopf und meinen eigenen Stolz ... und ich lasse mich nicht von ihm beeindrucken, nur weil er zufälligerweise Fußballprofi ist und in einem Jahr mehr Kohle verdient, als ich es in meinem ganzen Leben tun werde!“ Louisa nickte. „Siehst du. Und genau das könnte ein Grund für ihn sein, sich ernsthaft zu verlieben. An seiner Stelle hätte ich diese ganzen blondierten Groupies satt, die doch nur darauf aus sind, in der Öffentlichkeit zu stehen und sich alles rausnehmen und leisten zu können. Denn so bist DU ganz sicher nicht, Isa!“ „Nein.“ Isabelle schluckte, denn auch wenn sie der felsenfesten Überzeugung war, dass Louisa völligen Blödsinn von sich gab, was Bastians mögliches Interesse an ihr betraf – sie wollte nicht darüber nachdenken. Und deshalb beendete sie das Thema ganz schnell, indem sie sich der zweiten Halbzeit widmete, die glücklicherweise in diesem Augenblick angepfiffen wurde. 45 Minuten und zahlreiche Kreischanfälle ihrer Freundinnen später war Schluss. Die Bayernfans feierten und tobten vor Begeisterung, während sich die Siegermannschaft bei ihnen für die Unterstützung bedankte. „SIIIIIEEEEEEEEEEG!!!“, kreischte Tamina, packte Isabelle an den Händen und hüpfte ausgelassen mit ihr herum, während sich Louisa und Deborah vor Freude in den Armen lagen. Die Blicke der anderen VIP-Gäste wurden feierlich ignoriert. Nach einem 3:1-Sieg konnte man einfach nicht wie zur Salzsäure erstarrt dastehen. Da musste man feiern! „Los, kommt, wir gehen feiern!“ Na bitte, Louisa hatte diese Einstellung ganz sicher. „Das war ein klasse Spiel unserer Jungs! Findest du nicht auch, Isa?“ „Mhm“, machte Isabelle unbestimmt. Ihr Blick hing – natürlich - an Bastian, der lachend und scherzend mit Lukas und Philipp über den Rasen trabte. Ja, die hatten jetzt auch einen Grund zum Feiern. Immerhin hatten Basti und Lukas beide je ein Tor geschossen und das erste hatte der Mittelfeldspieler ja immerhin vorbereitet. Und da sollte noch jemand sagen, dass die beiden auf die Bank gehörten ... „Isa! Hallo, huhu! Träumst du mit offenen Augen oder hast du Basti während des Spiels noch nicht genug angeschmachtet?“, grinste Deborah frech und Isabelle wurde auf der Stelle knallrot. „Sehr witzig. Kommt, lasst uns abhauen“, nuschelte sie und zwängte sich zwischen den anderen hindurch. Es dauerte ewig, bis sie das Stadion verlassen hatten. Bei der ausgelassenen und euphorischen Stimmung der Fans musste man regelrecht Angst haben, zerquetscht zu werden. Und dann vibrierte auch noch Isabelles Handy. „Wer schreibt mir denn jetzt ’ne SMS?“, murmelte sie. Zehn Sekunden später klappte ihr Kinn fassungslos nach unten. „Isa, was ist?“, drängelte Louisa neugierig. Isabelle stieß einen tiefen Seufzer aus. „Basti. Er schreibt, dass er uns in einer Stunde bei uns zu Hause abholt. Bis dahin sollen wir bereit sind, mit ihm und den anderen Spielern in ’nen Club zu fahren ...“ „Nein!“, kreischten alle drei gleichzeitig los. „Doch.“ „Oh mein ...“ „Aber ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist“, unterbrach Isabelle die völlig enthusiastische Tamina. „Wie bitte? Bist du verrückt? Natürlich ist das eine gute Idee! Ich fass es nicht!“ Louisa packte sie am Arm und schleifte sie energisch vorwärts. „Auf geht’s, Mädels! Jede rennt jetzt zu sich nach Hause und schmeißt sich in Schale. Ich will feiern! Und so eine Chance lassen wir uns nicht entgehen!“ „Nie im Leben! Das ist einfach Hammer!“, hauchte Deborah noch immer ungläubig. Isabelle zuckte die Achseln. „Von mir aus. Wenn’s unbedingt sein muss.“ Doch sie hätte lügen müssen, wenn sie behauptet hätte, kein schlechtes Gefühl dabei zu haben ... Und sie sollte Recht behalten, auch wenn es zunächst nicht danach aussah. |
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