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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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"Das ... ist mein Freund."„Am Freitag ist Heimspiel.“ „Ich weiß, ganz blöd bin ich ja auch nicht. Und, spielst du wieder? Wegen deiner Hand, meine ich ...“ „Wenn man dem Hitzfeld glauben darf, werde ich zumindest in der zweiten Halbzeit aufgestellt.“ Bastian verzog das Gesicht. „Aber der lässt sich ja immer irgendwelche unangenehmen Überraschungen einfallen.“ „Ach was, du wirst bestimmt aufgestellt.“ Isabelle wusste selbst nicht, warum sie das sagte. Um ihn zu trösten? Ganz bestimmt nicht. Was Basti brauchte, war kein Trost, sondern ein Tritt in den Arsch. Oder bessere mehrere Tritte. Zwei Tage waren vergangen seit der Szene in seinem Zimmer; es war also Mittwochabend und Isabelle war mit Filou losgezogen. In den Park, denn diese Woche war Andi ihnen noch nicht begegnet. Wahrscheinlich hatte er es aufgegeben, ihr aufzulauern und sie zu belästigen. Gut für ihn, denn lange hätte sie das nicht mehr mitgemacht, ohne handgreiflich zu werden. Sie hatten gerade die ersten Bäume passiert, als Bastian neben ihnen auftauchte und erklärte, er müsse sich auch mal eben die Beine vertreten. Von wegen! Der Blödmann war ihnen einfach aus der Wohnung gefolgt und jetzt konnte sie ihm ja schlecht verbieten, neben ihr her zu latschen. Also setzten sie den Spaziergang zu dritt fort. Und Bastian spielte äußerst überzeugend die Quasseltante. Langsam war Isabelle ehrlich genervt, aber den Mund verbieten konnte sie ihm ja auch nicht. „Guckst du dir das Spiel an? Dank mir hast du jetzt ja Premiere“, grinste der Mittelfeldspieler gerade. Isabelle verdrehte die Augen. „Ja, und ich will nicht wissen, mit welchen Versprechen du die Lady am Telefon dazu gebracht hast, dass dein Auftrag allen anderen vorgezogen wurde.“ „Sei nicht immer so bissig, das passt nicht zu dir.“ „Oh doch, das passt sehr gut zu mir. So bin ich nämlich!“ „Du meinst, du bist MIR gegenüber so.“ „Blödsinn.“ „Kein Blödsinn.“ „Und wenn schon. Du hast es ja auch nicht anders verdient.“ Am liebsten hätte Isabelle das Thema gewechselt, aber ihr fiel dummerweise nicht ein, wie. „Wieso nicht? Du warst von Anfang an so zickig zu mir. Und dass das an meinem kleinen Trick lag, kannst du mir nicht mehr erzählen“, meinte Bastian mit plötzlichem Ernst in der Stimme. „Boah, Bastian, halt die Klappe. Du nervst!“, zischte sie gereizt und beschleunigte ihr Tempo. Er hielt problemlos Schritt mit ihr. „Da kenne ich doch noch jemanden ...“ „Leck mich!“ „Liebend gern.“ Und noch ehe sie reagieren konnte, hatte er sie gepackt und so dicht an sich gezogen, dass ihr ganzer Körper von einer unheimlich starken Gänsehaut überzogen wurde. Sein Blick war so intensiv, dass sie sich nicht mehr bewegen konnte. „Lass. Mich. Los“, hauchte sie und musste sich zusammenreißen, um ihn nicht einfach zu küssen. „Ich denk nicht dran“, flüsterte er zurück und bewegte sein Gesicht langsam auf ihres zu. „Wag. Es. Nicht ...“ Ihre Stimme versagte. Ihr Herz klopfte wie verrückt. Und so eine heftige Gänsehaut hatte sie noch nie erlebt. Wenn er sie nicht sofort losließ, würde es passieren. Dann würden sie sich küssen und, wenn es nach ihr ginge, nicht so schnell wieder damit aufhören. Verflucht, war sie verknallt! Und dennoch durfte es nicht sein ... „Isa! Bist du das?“ Die Gänsehaut flüchtete und Bastians Hände lösten sich von ihren Schultern. Noch völlig benommen drehte Isabelle sich um. Und wer kam da aus einem Seitenweg herausgeschlendert und winkte ihr überirdisch strahlend zu? Andi. „Nicht schon wieder“, murmelte Isabelle – und hielt die Luft an, als sich Bastis Arme schützend um ihren Oberkörper schlangen. Wieder schaute er ihr tief in die Augen. Wieder näherte sich sein Gesicht ihrem. Und dann ... trafen sich ihre Lippen ganz sanft zu einem zarten, süßen Kuss. Isabelle schloss die Augen. Sie vergaß Andi, der wahrscheinlich mit offenem Mund daneben stand. Sie vergaß Filou, der mit großen Hundeaugen zu ihr hoch starrte. Und sie vergaß, dass es Bastian Schweinsteiger war, den sie gerade in aller Öffentlichkeit küsste. Sie versank einfach nur in diesem Kuss, der sich so perfekt anfühlte. Nicht stürmisch, nicht wild, sondern beinahe zaghaft und schüchtern. Vorsichtig tasteten sich ihre Zungen aneinander heran, berührten sich leicht und zogen sich für einen kurzen Augenblick wieder zurück, ehe sie sich erneut trafen. Es fühlte sich so ganz anders an als die Knutscherei vor ein paar Tagen, als Isabelle zwei starke Cocktails intus gehabt hatte und Bastian vermutlich auch irgendwas getrunken hatte. Nicht besser und nicht schlechter, aber ... anders eben. Filous lautes Kläffen brachte Bastian schließlich dazu, den Kuss zu beenden, doch noch immer hielt er Isabelle fest umschlungen. Ein Schauer nach dem anderen rieselte ihr über den Rücken. Es fühlte sich so wahnsinnig gut an, von ihm im Arm gehalten zu werden. So wahnsinnig ... perfekt ... „Anscheinend störe ich.“ Gut erkannt, Andi, bravo. Jetzt müsstest du nur noch den Abgang machen und alle wären glücklich und zufrieden. Außer dir vielleicht, aber darauf kann jetzt echt keiner Rücksicht nehmen. „Ja ... ja, du störst“, stammelte Isabelle und zwang sich, ihren Blick von Bastians blauen Augen zu nehmen. Stattdessen heftete sie ihn nun auf Andi. „Das ... ist mein Freund, damit du’s nur weißt. Und wenn du mich noch ein einziges Mal belästigt, dann ...“ „Schon klar, hab verstanden“, murmelte Andi, warf ihnen noch einen letzten mürrischen Blick zu und trabte davon. Und Isabelle fragte sich, ob sie komplett bescheuert geworden war. „Dein Freund, aha. Schön, dass ich das auch mal erfahre.“ Das unverwechselbare Schweinsteiger-Grinsen legte sich auf Bastians Gesicht und er drückte sie leicht an sich. „Wollen wir dann nicht mal nach Hause gehen und es uns ein bisschen gemütlich machen, Schatz?“ Isabelle lief rot an. Dunkelrot. Sie holte tief Luft und obwohl ihr Herz aufs Entschiedenste dagegen protestierte, stellte sie mit bemüht sicherer Stimme klar: „Das gerade eben hab ich nur mitgespielt, um endlich von diesem Idioten in Ruhe gelassen zu werden! Und wenn du auch nur ansatzweise glaubst, dass der Kuss mir irgendetwas bedeutet hat ...“ „So hat sich’s angefühlt“, warf Bastian ruhig, aber bestimmt ein. Sein Grinsen war verschwunden und hatte einem ungewohnten Ernst Platz gemacht. „Und mich hat’s übrigens auch nicht so ganz kalt gelassen.“ In Isabelle tobte ein Kampf der Gefühle. Einerseits hätte sie am liebsten alle Bedenken über Bord geworfen und da weiter gemacht, wo sie von Filous Bellerei unterbrochen worden waren. Aber die andere Seite in ihr, nämlich ihr Verstand, gab ihr klar zu verstehen, dass das nicht drin war. Sie wollte nicht eine von vielen sein ... sie wollte nicht genauso verletzt werden wie Sara! Nie im Leben würde Bastian Schweinsteiger sich ernsthaft verlieben. Und schon gar nicht in SIE. Nicht in die etwas mollige, chaotische und dickköpfige Schokoliebhaberin, die sich voraussichtlich noch für das nächste Jahr mit der Schule herumschlagen musste und schon austickte, wenn sie nur das Wort „Model“ hörte, weil sie niemals verstehen würde, wie man sich für Geld oder – noch schlimmer – für einen Kerl so runterhungern konnte. „Nein, Bastian, vergiss es.“ Es kostete sich unheimlich Überwindung, ihm das direkt ins Gesicht zu sagen, aber es ging nicht anders. Es musste einfach sein. Jede andere Entscheidung wäre die falsche gewesen, das war sicher. „Mit dem Spielchen landest du vielleicht bei deinen Groupies und Models, und davon gibt’s in München ja genug – aber nicht bei mir!“ Sie entriss sich gewaltsam seiner Umarmung und zerrte heftig an der Leine, die sie noch immer in der linken Hand hielt. „Komm, Filou, wir gehen heim und lassen unseren Mittelfeldstar alleine. Vielleicht findet er ja ’ne andere Dumme, die sich von ihm beschützen lässt!“ Der Mischling bellte nur kurz und traurig und trottete dann hinter seinem Frauchen her durch den Park. In Richtung Heimat, wo sie hoffentlich erst mal in Ruhe gelassen wurden. |
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