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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Hunde haben den besseren InstinktMüde plumpste Isabelle auf ihr Bett und ihre Schultasche gleich hinterher. Was für ein nervtötender Tag! Mal wieder das totale Desaster und zwar komplett. Wenigstens fiel für sie der Sportunterricht flach wegen der verstauchten Hand. Das hätte ihr gerade noch gefehlt, schwitzend und keuchend an der Reckstange zu hängen. Für Isabelle gab es nichts Schlimmeres als Turnen. Sie wusste nicht, ob Bastian heute beim Training gewesen war, doch sie nahm es an. So eine verstauchte Hand bedeutete vielleicht das Aus für ein wichtiges Bundesligaspiel, aber doch nicht fürs Training, oder? Der Kerl sollte sich ein Beispiel an Philipp nehmen, der ja immerhin die gesamte WM durchgespielt hatte, trotz verletztem Arm. „Ich brauch ’ne Dusche“, murmelte Isabelle und trottete ins Badezimmer, wo sie sich mindestens eine halbe Stunde lang unter die Dusche stellte und sich auch nicht rauswerfen ließ, als sie lautes Klopfen an der Tür vernahm. „Isa! Mach mal hin, ich muss auch rein!“, erklang Bastians schon leicht angenervt klingende Stimme. Püh, sollte er doch warten, bis er schwarz wurde! „Haben eure Vereinsduschen den Geist aufgegeben oder spucken die neuerdings Schlamm?“, gab Isabelle nur trocken zurück und griff ein drittes Mal zur Shampooflasche. Sie wusste selber, dass sie übertrieb. Normalerweise schäumte sie sich nur zweimal ein, aber ihr gefiel der Gedanke, Bastian zur Verzweiflung zu bringen. Ja, genau, sie musste ihre alte Härte und Unverschämtheit ihm gegenüber herauskehren und dann würde er hoffentlich freiwillig ausziehen und sie war ihn ein für allemal los! „Nee, weder noch, aber im Treppenhaus hat gerade irgendwer von ganz oben irgendein ekliges Zeug runtergekippt. Keine Ahnung, was es ist, aber es klebt“, vernahm Isabelle Bastians Stimme und verdrehte nur die Augen. Verarschen konnte sie sich auch alleine! Doch als sie kurz darauf nur in ein Handtuch gewickelt (sie hatte ihre frischen Klamotten dummerweise in ihrem Zimmer vergessen) in den Flur hinaustrat, sah sie, dass Bastian keine Witze gemacht hatte. Alles an ihm war nass und klebrig und am liebsten hätte Isabelle sich über diesen Anblick tot gelacht. Aber angesichts der Tatsache, dass sie selbst nur ein Handtuch um sich geschlungen hatte, das möglicherweise irgendwann abwärts rutschen konnte, verkniff sie sich das Lachen und steuerte so rasch wie möglich auf ihr Zimmer zu. „Du solltest öfter so rumlaufen“, hörte sie Bastis Stimme hinter sich und sah sein Grinsen schon, bevor sie sich überhaupt zu ihm umgedreht hatte. Sie spürte, wie sich ihr Kopf dunkelrot färbte, und mit aufkommendem Zorn in der Stimme fauchte sie ihren Mitbewohner an: „Lass deine Scheiß Sprüche endlich sein! Damit landest du vielleicht bei deinen Groupies, aber nicht bei mir! Und lange hör ich mir das nicht mehr an, Bastian!“ „Hey, du hast es immerhin schon über ’ne Woche mit mir ausgehalten“, erwiderte er, doch sein Grinsen war nun leicht verrutscht. Isabelle stemmte die Hände in die Hüften und blitzte ihn aus funkelnden Augen an: „Die Frage ist nicht, ob ich es mit dir aushalte!“ „Was du nicht sagst. Sondern?“ „Ob du es auch mal schaffst, dich NICHT wie ein arroganter, selbstsüchtiger Arsch zu benehmen!“, schoss sie zurück, drehte sich um und verschwand ohne ein weiteres Wort in ihrem Zimmer. Die Tür flog mal wieder nicht gerade sanft hinter ihr ins Schloss und Filou, der friedlich auf ihrem Bett vor sich hingeschlummert hatte, schreckte bei dem Knall aus dem Schlaf hoch und äußerte sein Missfallen durch lautes Gebell. „Entschuldige, aber der Sack da draußen geht mir wahnsinnig auf die Nerven“, brummte Isabelle und tapste zum Kleiderschrank. Jeans und ein bequemes Sweatshirt, das war wie fast immer das Richtige. Oder nein, doch lieber ein T-Shirt, denn in der Wohnung war es heute ziemlich warm. Lag wohl daran, dass sich der Winter allmählich verabschiedete und der Frühling Einzug hielt. Der Himmel war jedenfalls knallblau und die Sonne strahlte schon den ganzen Tag auf München herunter, als wäre es Juni und nicht Anfang März. Kurz darauf saß Isabelle mal wieder vor ihren Schulbüchern, obwohl sie wirklich keinen Funken Motivation hatte. Aber wann hatte sie das schon? Die Schule hing ihr zum Hals heraus und am liebsten hätte sie das Handtuch geschmissen und einfach aufgehört. Und dann? Eine Ausbildung würde sie frühestens im Herbst beginnen können und ob sie da noch was bekam, war auch fraglich. Schließlich wusste sie nicht mal, in welche Richtung sie beruflich überhaupt gehen wollte. Na Prost Mahlzeit. „Also dann, auf in den Kampf“, murmelte sie und klappte das Mathebuch auf. Aber wie erwartet verstand sie nur Bahnhof. Mathe sollte verboten werden. Das stand auf ihrer Hassliste, was Schulfächer anging, definitiv und ungeschlagen auf Platz eins! Noch vor Chemie und dem ganzen anderen Mist, den sie niemals kapieren würde. Filou kam angeschlichen, legte sich neben die Füße seines Frauchens und schielte treuherzig zu ihr hoch. Isabelle konnte nicht anders, sie musste lächeln. „Wenn ich dich nicht hätte, du Schlawiner! Ach verflixt, weißt du was?“ Sie klappte das Mathebuch zu und stand auf. „Ich vergesse für heute einfach mal die Schule und wir machen uns noch einen schönen Nachmittag. Nur wir beide, du und ich. Na, wie klingt das?“ Freudig bellend sprang er auf und hüpfte wie aufgezogen durchs Zimmer. Es war echt erstaunlich, wie viel er von ihren Worten zu verstehen schien. Manchmal glaubte sie fast, einen Menschen vor sich zu haben, der durch irgendeinen Zauber in einen Hund verwandelt worden war. „Fein, dann ab mit dir in den Flur. Ich föhne noch kurz meine Haare, sonst sehen die nachher wieder aus, als hätte ich in eine Steckdose gefasst.“ Vor sich hinsummend machte sich Isabelle an die Arbeit und stellte anschließend zufrieden fest, dass sie wirklich gut aussah. Komisch, eigentlich war sie gar nicht eitel, und einen Frisurentick hatte sie schon gar nicht. Aber was der Friseur am Samstag geleistet hatte, konnte sich wirklich sehen lassen. Lächelnd trat Isabelle in den Flur hinaus und griff nach der Leine. „Filou!“, rief sie und bekam lautes, vergnügtes Gebell zur Antwort. Aus Bastians Zimmer. Na bravo. Schnellen Schrittes ging sie auf die Zimmertür zu und klopfte energisch dagegen: „Bastian, lass meinen Hund raus, sonst mach ich dich ’nen Kopf kürzer!“ „Versuch’s doch!“, konterte er nur frech und Filou bellte auch noch fröhlich dazu. Hey, auf wessen Seite stand der eigentlich?! Da Bastian keine Anstalten machte, die Tür zu öffnen, riss Isabelle sie schließlich selbst auf. Das Chaos, das hier herrschte, wohlweislich ignorierend, stapfte sie auf ihren Hund zu, der schwanzwedelnd neben Bastian stand und ganz offensichtlich mit strahlend guter Laune gesegnet war. „Na los, gehen wir.“ Die 19jährige bückte sich, um die Leine an Filous Halsband zu befestigen, doch der Schlingel machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Er flitzte zwischen ihren Beinen hindurch und rannte wie von Wespen gestochen durch den Raum. „Der hat vielleicht Hummeln im Hintern“, grinste Bastian sie an, doch sie konnte das gar nicht lustig finden. „Sehr witzig“, meckerte sie zurück und stellte sich energisch hin. „Filou, jetzt lass den Blödsinn und komm her!“ Der dachte allerdings gar nicht daran. Erst als Bastian eingriff: „Hey, Alter, jetzt hör auf, deine Mama zu ärgern, und komm her!“, kam Filou angedackelt und guckte mit schiefgelegtem Kopf zu den beiden hoch. Kopfschüttelnd leinte Isabelle ihn an, doch als sie ihn hinter sich herziehen wollte, sprang er auf Bastians Beine zu und zerrte an dessen Jeans. Wie jetzt? Der wollte doch nicht etwa, dass Schweini sie begleitete?! „Sieht so aus, als würde er mich zum Mitkommen auffordern“, bemerkte Bastian amüsiert und tätschelte Filous Kopf. „Wenigstens einer, der mich ein bisschen mag“, setzte er dann vielsagend hinzu, was Isabelle dazu veranlasste, mal wieder die Augen zu verdrehen. „Du erwartest jetzt nicht ernsthaft von mir, dass ich dir auch nur einen Hauch Sympathie entgegen bringe, nachdem du dich meiner besten Freundin gegenüber so daneben verhalten hast, oder?“, knurrte sie und blickte ihn herausfordernd an. Bastian zuckte die Achseln. „Du siehst die Sache zu einseitig, Isa. Sara ist an diesem Abend einfach hier aufgekreuzt und als ich gesagt hab, dass du zum Mathelernen bei Louisa bist, ist sie trotzdem geblieben und wollte sich unbedingt mit mir unterhalten. Sie war es genau genommen, die überhaupt die ganze Sache ins Rollen gebracht hat. Ich bin nur darauf eingegangen, weil ich es für ’ne nette Abwechslung gehalten hab ...“ „Genau das ist dein Problem, Bastian! Du interessierst dich einen Dreck für die Gefühle anderer – Hauptsache, du hast deinen Spaß!“, fauchte Isabelle wütend. „Den hatte deine Freundin auch“, konterte er fast schon beleidigt. „Und komm mir bloß nicht damit, dass sie irgendwas Ernsthaftes von mir wollte! Das glaub ich dir nicht in einer Million Jahre!“ Isabelle schwieg. Sie spürte, wie ihre eben aufgekommene Wut schon wieder verdampfte. Am liebsten hätte sie Bastis Behauptung irgendwas entgegen gesetzt, aber es ging nicht. Sie konnte es nicht, weil es nichts gab, was sie hätte sagen können. Er hatte ja irgendwie Recht. Wortlos drehte Isabelle sich um und ging zur Tür. Filou trottete ihr mit traurigem Blick hinterher. Verflixt, warum konnte ihr Hund den Typen eigentlich so viel besser leiden als sie? Bisher war es in Bezug auf die Männer immer andersherum gewesen ... Und bisher hatten sich die Kerle jedes Mal als Idioten erwiesen. „Hunde haben den besseren Instinkt“, hätte Sara jetzt gesagt. Und eigentlich lag sie damit ja goldrichtig. Wie gesagt, eigentlich. Irgendwann musste sich ja auch Filou mal irren ... |
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