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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Bastians SpielzeugsammlungIsabelles Herz begann zu hämmern wie verrückt, als ihr bewusst wurde, in was für eine Situation sie da geraten war. Sie lag auf Schweini und starrte wie verzaubert in seine Augen, die allerhöchstens zwei Zentimeter von ihren entfernt sein konnten! „Hoppla, nicht so stürmisch“, flüsterte Bastian, während sich sein Gesicht ihrem näherte. Nur noch wenige Millimeter und ihre Lippen würden sich zu dem Kuss treffen, den sie sich insgeheim seit Tagen erhoffte … und der dennoch nicht statt finden durfte! Doch daran dachte sie nicht, als sie Bastis Lippen auf ihren spürte und ihren Mund leicht öffnete. Seine Zunge umkreiste die ihre, um sich dann gierig auf sie zu stürzen und einen Kampf zu beginnen, den sie bedenkenlos annahm. Aus dem Kuss wurden zwei, drei und mehr, einer wilder und leidenschaftlicher als der andere, und dann wanderte Bastians unverbundene rechte Hand auch schon unter Isabelles Oberteil. „STOPP! WAS TUST DU DA???“, schrie eine innere Stimme sie an, die sie am liebsten ignoriert hätte. Sie wollte nicht mehr abweisend sein, sie wollte sich nicht mehr von Bastian abkapseln, und der Alkohol tat sein Übriges. Und dennoch gelang es ihr gerade noch so, die Kurve zu kriegen. Was mache ich hier? Ich küsse meinen Todfeind, in den ich mich zwar idiotischerweise verliebt hab, der aber ein Riesenarschloch ist und sowieso nichts anderes vorhat, als mich seiner Spielzeugsammlung hinzuzufügen!, schoss es ihr durch den Kopf, und kaum hatte sie diese Gedanken zu Ende gebracht, spürte sie Bastians Hand, die inzwischen den Verschluss ihres BHs erreicht hatte. Das war der Moment, in dem Isabelle endlich reagierte und das einzig Richtige tat: Sie löste ihre Lippen von Bastians und rollte sich wie der Blitz von ihm runter. Dass ihre durchaus schmerzhafte Landung auf dem Fußboden wahrscheinlich ziemlich peinlich wirken musste, ging ihr direkt am Arsch vorbei. Ja, ganz genau. An ihrem Hintern, den sie nie wieder auf dieselbe Couch pflanzen würde wie Basti – jetzt erst recht nicht mehr! „Isa?“, war das Einzige, was sie noch hörte, ehe sie aufsprang und fluchtartig in ihr Zimmer stürmte. Die Tür knallte so laut hinter ihr zu, dass man es vermutlich in ganz München hörte, und dann drehte Isabelle den Schlüssel um, sank aufs Bett und begann fassungslos zu heulen. Wie konnte sie nur? Wie konnte sie sich nur derart von diesem Mistkerl gefangen nehmen lassen, dass es dazu gekommen war? Nicht auszudenken, wenn sie einfach weiter gemacht hätte ... „Fuck!“, flennte Isabelle in ihr Kissen. „Verdammte Scheiße! Verdammter Idiot! Morgen fliegt er hochkant raus!“ *** „Das kannst du nicht tun, Isa! Egal, wie mies das von ihm war, dir so nahe zu kommen ...“ „Mies? Er hat schon mit dieser Aktion auf meinen Gefühlen herumgetrampelt! Ich weiß doch genau, wie das ausgegangen wäre! Oder glaubst du, dass der Kerl sich jemals ernsthaft verlieben kann? Und dann auch noch ausgerechnet in MICH?! Tami, das nenne ich nicht mies, sondern ... sondern ...“ Verzweifelt brach Isabelle ab. Sie hatte ihren Freundinnen nur die halbe Wahrheit erzählt, nämlich, dass Basti ihr zu nahe gekommen war. Dass sie sich schlussendlich sogar geküsst hatten, hatte sie verschwiegen. Das ging niemanden etwas an; auch nicht ihre Freundinnen. „Ich weiß doch, was du meinst, versteh mich nicht falsch.“ Tröstend legte Tamina ihr den Arm um die Schultern. „Aber wenn du ihn jetzt rausschmeißt, gibst du ihm gegenüber doch zu, wie sehr das Ganze dich getroffen hat.“ „Na und? Das ist mir scheißegal! Ich will diesen Idioten einfach nie wieder sehen!“, zischte Isabelle und war schon wieder den Tränen nahe. Aber sie riss sich zusammen. Das hätte ihr gerade noch gefehlt, an einem der belebtesten Plätze Münchens, wo sie sich mit ihren Freundinnen getroffen hatte, das Heulen anzufangen! „Also, ich ... ich hab dir ja schon mal gesagt, dass ich ihn raussetzen würde. Und nach der Nummer erst recht.“ Louisas sonst so feurige Wangen waren ungewohnt blass. „Auch, wenn es verrückt ist ... lebensmüde ... denn wer kann schon von sich behaupten, Bastian Schweinsteigers WG-Mitbewohner zu sein ...?“ „Ja, richtig!“ Deborah verdrehte die Augen. „Und wer kann schon von sich behaupten, Bastian Schweinsteigers Spielzeugsammlung erweitert zu haben?“ „Jetzt hört aber auf. Klar war das scheiße von ihm, aber irgendwie ... kann er doch kein völliges Arschloch sein. Ich meine, er muss doch auch seine guten Seiten haben. Und ich dachte, die hättest du auch schon erkannt?“ Tamina blickte Isabelle fragend an. „Er kann doch auch nett sein, oder nicht? Und er hat immerhin genug Kohle, damit du die fällige Miete zusammenkriegst ... ich würde es einfach noch mal mit ihm versuchen, ihm dabei allerdings von vornherein klar machen, dass du nicht so bist wie die anderen. Dass du nichts, absolut gar nichts von ihm willst.“ „Aber genau das ist doch das Problem, denn Isa ist in Wirklichkeit tierisch in ihn verschossen!“, gab Louisa zu bedenken und Isabelles Kopf färbte sich dunkelrot. Danke vielmals, dass ihr diese Tatsache schon wieder unter die Nase gerieben wurde! „Ja, aber das weiß Basti nicht. Und er soll es auch nicht erfahren“, stellte Tamina ruhig klar. „Isa, ich weiß, dass es viel Kraft und Mut erfordert ... aber du hast jetzt die Chance, dir selber und auch ihm zu beweisen, wie stark du bist!“ „Genau das bin ich aber nicht! Nicht ein einziges Mal kriege ich irgendwas auf die Reihe! Erst Martin, dann Hendrik, danach Andi – und jetzt auch noch Bastian! Ich pack’s einfach nicht!“ Nun schluchzte Isabelle doch los und hoffte nur inständig, dass es keiner außer ihren besorgten Freundinnen bemerken würde. „Doch, und wie du das packst! Martin, Hendrik und Andi hast du vor die Tür gesetzt und bist dem Kampf somit aus dem Weg gegangen. Aber diesmal wirst du das nicht tun!“, zischte Tamina entschlossen und blitzte Isabelle herausfordernd an. „Nicht bei Bastian Schweinsteiger!“ „Geht’s vielleicht noch lauter, Tami?“, murmelte Louisa. „Das interessiert bestimmt keinen hier, wer Isabelles neuer Mitbewohner ist ...“ „Sei nicht immer so ironisch, Lou!“ „Stimmt aber doch.“ Louisa stieß einen tiefen Seufzer aus und blickte dann Isabelle ernst in die Augen. „Aber irgendwie hat sie Recht, Schatzi. Ich glaube, du kannst das packen, wenn du dir endlich mal selbst was zutraust! Und wir alle stehen voll hinter dir!“ „Genau“, stimmte Deborah ihr zu und ein leichtes Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Wenn du also auf die Idee kommen solltest, sein Zimmer mit Stinkbomben einzunebeln oder mit rosa Blümchen-Klopapier zu tapezieren – mit unserer Hilfe kannst du sicher rechnen!“ *** „Hi, Isa.“ „Hi, Bastian.“ Mit verschränkten Armen stellte sich Isabelle ihrem Mitbewohner gegenüber, der im Wohnzimmer hockte und bis zu ihrem Erscheinen irgendein Autorennen gespielt hatte. Na, wenn der seine Spielkonsole an ihrem Fernseher anschließen wollte, bitte. Besser, als seinen Spieltrieb an weiblichen Objekten auszulassen. „Wegen gestern ...“, setzte er an, doch sie unterbrach ihn sofort. „Genau deswegen stehe ich hier! Damit das ein für allemal klar ist: Wir leben in derselben Wohnung, haben ansonsten aber NICHTS miteinander zu tun! Klar? Ich hatte gestern zu viel getrunken, deshalb ist das auch passiert, und du musst auch irgendwie auf Drogen gewesen sein, sonst hättest du das garantiert nicht gemacht! Und ach ja, damit du es weißt: Wenn so was noch ein einziges Mal vorkommt, fliegst du hochkant raus! Ich werde mich nämlich ganz sicher nicht zu deinen Zeitvertreiben gesellen, die vorzugsweise groß, schlank und blond sind!“ Isabelle holte kurz Luft. „So, und nachdem das jetzt geklärt wäre, wünsche ich dir einen schönen Nachmittag mit was auch immer – ich bin in meinem Zimmer und will nicht gestört werden! Und das bedeutet für dich: Du lässt dich kein einziges Mal bei mir blicken!“ Und noch ehe Bastian ein Wort hervorbringen konnte, hatte sich Isabelle schon umgedreht und marschierte mit erhobenem Kopf aus dem Zimmer. Ihre Freundinnen hatten Recht: Von dem Kerl würde sie sich nicht unterkriegen lassen! Ganz egal, was für Überraschungen er noch auf Lager hatte ... |
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