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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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"Dein Hintern ist übrigens auch nicht ohne."Der Spaziergang wurde kürzer als geplant, denn wieder mal war ihnen Andi über den Weg gelaufen und Isabelle hatte ein Mal mehr die Flucht ergriffen und zwar direkt in Richtung Heimat. Vielleicht sollte sie einfach nicht mehr in den Park gehen, denn langsam bekam sie das Gefühl, dass er ihr jeden Tag dort auflauerte. Aber ob Filou es einfach so hinnehmen würde, woanders Gassi geführt zu werden? Er liebte diesen Park doch heiß und innig! Atemlos betrat Isabelle die Wohnung, befreite Filou von der Leine und steuerte auf ihr Zimmer zu. Plötzlich steckte Bastian den Kopf durch die Küchentür. „Schon wieder da? Sag nicht, dass du wieder vor deinem Ex flüchten musstest“, meinte er halb belustigt, halb besorgt, und zog beide Augenbrauen nach oben. „Doch, musste ich, aber ich wüsste nicht, was dich das angeht“, gab sie kühl zurück und hängte die Leine an einen Haken. „Na ja, vielleicht sollte ich das nächste Mal lieber mitkommen und so tun, als wäre ich dein neuer Freund oder so“, schlug er vor und Isabelle versagte es einen Augenblick lang die Stimme. „Wer weiß, dann lässt er dich vielleicht mal in Ruhe“, setzte Basti hinzu und grinste leicht. Sie öffnete und schloss ihren Mund wieder, ohne einen Ton rauszukriegen, was Schweini zu einem frechen Lachen veranlasste. „Du solltest dich mal im Spiegel sehen“, feixte er. „So sprachlos würde ich dich übrigens gern öfter erleben.“ „Träum weiter!“ Na, endlich konnte sie wieder sprechen. Puh, das war haarscharf an einer Blamage vorbei geschlittert! „Außerdem halte ich das für keine gute Idee. Wäre ja möglich, dass deine richtige Freundin auftaucht und die Situation missversteht!“, fügte sie zynisch hinzu und jetzt wurde Bastians Gesicht wieder ernst. „Wenn du Sara meinst – das ist vorbei“, sagte er ruhig und wieder verschlug es Isabelle die Sprache. „Nicht dein Ernst?!“, fragte sie nach einer halben Ewigkeit und glotzte ihn ungläubig an. „Doch.“ Er nickte. „Also … war wohl nicht die große Liebe, oder wie?“ „Anscheinend nicht.“ Er zuckte die Achseln. „Wahrscheinlich war’s das auch nie, oder? Ich meine, die paar Tage … wahrscheinlich hast du einfach nach einer netten Abwechslung gesucht für dein einsames, total frustriertes Leben!“ Mit jedem Wort wurde Isabelle lauter und wütender. So sauer sie auf ihre ehemals beste Freundin auch war – ihr größter Zorn galt plötzlich Bastian. So ein Idiot. Aber sie hätte es sich doch denken können. Klar, Sara kam vom Äußerlichen ziemlich nahe an die letzte Sarah ran, weswegen sie ihm vermutlich auch ganz gut gefallen hatte. Aber wirkliche Gefühle waren da doch nicht zu erwarten, oder? „Was soll das denn jetzt heißen?“ Auch Bastians Stimme wurde lauter. „Mein Leben ist wenigstens nicht so öde wie deins – immerhin muss ich mich nicht jeden Tag mit meinen Verflossenen rumschlagen, sondern kann was Neues anfangen, wann immer ich will!“ „Toll, und darauf bildest du dir auch noch was ein!“, schnauzte sie und stemmte die Hände in die Hüften. „Ich glaub’s nicht, echt. Wie kann man nur so arrogant und von sich selbst überzeugt sein wie du?! Dir ist doch gar nicht klar, wie du andere mit deinem Verhalten verletzt … wie du mit ihren Gefühlen spielst und anschließend voller Freude darauf rumtrampelst … wie du jeden nimmst und wieder fallen lässt, wie es dir gerade in den Kram passt! So was wie du ist echt das Letzte! Das Allerletzte!“, schrie sie ihm ins Gesicht, machte eine Kehrtwendung und marschierte erhobenen Hauptes in ihr Zimmer, wo sie die Tür mal wieder heftig hinter sich zuschmiss. Fassungslos sank sie auf ihr Bett. Wie konnte jemand nur so was tun? Es war ihr unbegreiflich. Es dauerte nicht lange, bis sie zu ihrem Handy griff und Louisa anrief. Die war von der ganzen Sache genauso geschockt wie Isabelle selbst, obwohl das, wie sie meinte, Sara nur recht geschah. „Trotzdem ist es mies“, schränkte sie aber sofort danach ein. „Den Idioten würde ich eiskalt rausschmeißen, Isa! Und wenn’s Bastian Schweinsteiger ist, scheißegal!“ Okay, wenn selbst Louisa das sagte, einer der größten weiblichen Bayernfans überhaupt, dann musste schon was dran sein. Andererseits sträubte sich etwas in Isabelle dagegen, Bastian einfach vor die Tür zu setzen. Erstens brauchte sie das Geld und zweitens … ja, zweitens wäre es doch irgendwie lächerlich, oder nicht? In gewisser Weise ging es sie ja schließlich nichts an, was er mit seinen Freundinnen anstellte. Und Sara verteidigen wollte sie bestimmt auch nicht. Also blieb wohl nur eins … „Solange er das nicht mit mir macht, muss ich ihn wohl hier wohnen lassen“, seufzte Isabelle. „Gut, wie du meinst. Dann pass schön auf, damit dir das nicht dasselbe passiert wie der lieben Sara“, warnte Louisa sie und legte auf. „Mir doch nicht“, murmelte Isabelle und ließ das Handy sinken. „Dazu müsste der Blödmann ja erst mal was an mir finden. Wenigstens ansatzweise.“ Prüfend betrachtete sie sich im Spiegel. Friseur, genau. Heute war es zu spät, aber morgen Früh würde sie gleich hingehen. Und zwar bestimmt nicht, um Bastian Schweinsteiger zu zeigen, dass sie nicht das hässlichste Etwas auf diesem Planeten war, sondern um sich selbst zu beweisen, dass sie stolz auf sich sein konnte – und zwar ohne so einen Idioten an ihrer Seite. *** Den Samstag verbrachte Isabelle mit Louisa und Tamina in der Innenstadt, wo sie erst einem Friseurladen einen Besuch abstatteten und anschließend noch eine ausgiebige Shoppingtour dran hängten. Deborah hatten sie auch gefragt, aber die hatte keine Zeit gehabt, um mitzukommen. Nachmittags entdeckten sie Sara bei Burger King, vor sich ein überbeladenes Tablett. „Na so was, seit wann stopft die denn solche Unmengen an Kalorien in sich rein?“, murmelte Isabelle verblüfft. „Frustessen“, vermutete Tamina. „Hab ich nach meiner letzten gescheiterten Beziehung auch gemacht. Abends musste ich kotzen, so voll war ich.“ „Na lecker.“ Louisa verzog das Gesicht und blickte Isabelle dann fragend an. „Willst du rüber gehen?“ Eine Sekunde lang zögerte Isabelle, dann schüttelte sie entschieden den Kopf. „Nee, lieber nicht. Ich hab ihr heute Morgen eine SMS geschickt … na ja, dass ich es mitgekriegt hab und so. Und dass es mir für sie leid tut. Hat mich ganz schön viel Überwindung gekostet, das zu schreiben; da kann ich jetzt nicht auch noch rüber gehen. Außerdem hat sie nicht geantwortet.“ „Tja, okay, wie du meinst. Dann lasst uns mal weiterziehen und die nächsten Läden unsicher machen“, grinste Louisa und erhob sich. Etliche Stunden später kam Isabelle mit zig Tüten beladen nach Hause. Leicht schwankend (sie hatten sich noch ein paar Gläser genehmigt) lief sie in ihr Zimmer, stellte ihre Einkäufe ab und machte sich dann auf den Weg ins Wohnzimmer. Sie würde sich einfach einen gemütlichen Leseabend machen und die meisten ihrer Bücher stapelten sich ja in den Regalen im Wohnzimmer. „Hi. Na, Spaß gehabt?“ Bastian blinzelte sie von unten her an. Er lag rücklings auf der Couch, wobei er den Kopf leicht verrenkt hatte, um einen besseren Blick auf den Fernseher zu haben. „Ja, danke der Nachfrage.“ Sie stolzierte an ihm vorbei und ließ ihren Blick prüfend über die Bücher schweifen. Was war denn das Geeignete für heute Abend? Schnulze? Action? Drama? Oder alles zusammen? „Neue Frisur? Schick“, ertönte es hinter ihr und sie verdrehte nur die Augen. Wenn der jetzt anfing, ihr noch weitere Komplimente zu machen, würde sie ihm das halbe Bücherregal an den Kopf schmeißen und ihn unter ihrem geliebten Lesestoff lebendig begraben. „Dein Hintern ist übrigens auch nicht ohne.“ Jetzt hatte sie sich verhört. Garantiert. Isabelle hielt die Luft an. Nein. Hatte sie nicht. Der hatte das tatsächlich gesagt! Und nicht mal so, als würde er einen blöden Witz machen. Total ernst. Na ja, so ernst, wie man so einen Satz eben von sich geben konnte. „Spinner!“ Er konnte es nicht ernst gemeint haben. Nicht jemand wie er, der auf dünne, blonde Models stand. Isabelle war weder dünn noch blond – und blöd schon gar nicht. Nie im Leben würde Bastian Schweinsteiger ihren Hintern toll finden! „Dass du mich für ’nen Spinner hältst, ist mir schon lange klar. Seit einer Woche, genau genommen. Eigentlich irre, oder?“ „Was?“, fragte sie leicht angenervt. „Na, dass wir es nach einer Woche noch nicht mal geschafft haben, uns gemeinsam auf die Couch zu setzen, weil du anscheinend der Meinung bist, dass ich ’ne ansteckende Krankheit hab!“, antwortete er frech. Sie zog ein Buch aus dem Regal, drehte sich zu Bastian um und sah ihn mit hoch gezogenen Brauen an. „Erstens setze ich mich ganz sicher nicht auf die Couch, solange du dich so drauf breit machst. Und zweitens – nein, du hast keine ansteckende Krankheit, aber selbst, wenn du deine Klappe mal zwei Sekunden lang halten würdest, wollte sich vermutlich niemand auch nur einen Abend lang mit dir rumschlagen!“ So, das hatte gesessen. Zufrieden stellte Isabelle fest, wie sich Bastians Wangen leicht rot färbten. Ein verlegener Schweini, das war ein Anblick, den sie nicht so schnell wieder vergessen würde! „Tja, darüber denkst du jetzt vielleicht mal ’ne Weile nach“, versetzte sie und blickte von oben auf ihn runter. „Ich geh jetzt in mein Zimmer – und da bleib ich auch bis morgen Früh. Viel Spaß auf der Couch – ohne meinen Hintern!“, konnte sie es sich einfach nicht verkneifen. „Schade.“ Er war immer noch ziemlich sprachlos, das sah sie ihm an. Da half auch das typische Schweinsteiger-Grinsen nicht, das er nun hervorkramte. „Nix, schade. Such dir lieber das nächste blonde Model, das du nach ein paar Nächten wieder fallen lassen kannst!“, sagte sie scharf und ging auf die Tür zu. Dabei bemerkte sie, wie sich das Wohnzimmer leicht zu drehen begann, und blieb erschrocken stehen. „Du schwankst ganz schön, meine Liebe“, bemerkte Basti amüsiert. „Zu tief ins Glas geschaut, hm?“ „Quatsch, das waren nur zwei Cocktails.“ Sie setzte sich wieder in Bewegung, stolperte jedoch nach einem halben Schritt und fiel zur Seite. Genau genommen auf die Seite, wo die Couch stand. Und ehe sie es sich versah, war sie schon auf Bastian gelandet und starrte regungslos in seine wahnsinnig tollen Augen. |
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