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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
Fortschritt: 100%
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Zufall?In den folgenden Tagen verbarrikadierte sich Isabelle in ihrem Zimmer, wenn sie nicht gerade in der Schule war oder mit Filou spazieren ging. Sie versuchte verzweifelt, sich auf die noch anstehenden Klausuren vorzubereiten, doch so sehr sie sich auch bemühte, es wollte ihr einfach nicht gelingen. Mal abgesehen davon, dass sie in ihren Problemfächern wohl nie den nötigen Durchblick bekommen würde, konnte sie sich auch nicht richtig darauf konzentrieren. Ständig dachte sie an Bastian, der – Gott sei Dank – nur wenig Zeit in der Wohnung verbrachte. Entweder war er beim Training oder bei irgendwelchen Kumpels oder mit Sara unterwegs. Zumindest behauptete Tamina am Donnerstagmorgen in der Schule, ihn mit Sara zusammen im Kino gesehen zu haben. Was Isabelle natürlich auch wunderbar aufbaute … Saras Anrufe und SMS wurden komplett ignoriert. Immer wieder beteuerte sie in ihren Nachrichten, es überhaupt nicht böse gemeint zu haben. Sie hätte sich nun mal in Bastian verliebt und er sich in sie. Gegen Gefühle könne man eben nichts tun und da Isabelle ja ohnehin nichts für ihren Mitbewohner empfände, könne sie doch nicht ewig auf sie sauer sein. Dass sie ihr nichts davon gesagt habe, täte ihr leid, es hätte sich am Abend zuvor halt „so ergeben“. „Ergeben? Es hat sich ergeben?“, schnaufte Deborah, als Isabelle ihren drei Rest-Freundinnen davon erzählte. „Das glaub ich der Kuh sofort! Sie haben sich getroffen, es wurde geknutscht, und dann hat es sich eben ergeben, dass sie zusammen in der Kiste gelandet sind! Und was hat das bitte mit Verliebtsein zu tun?!“ „Gar nichts“, meldete sich Louisa zu Wort. „Die hat sich doch garantiert nur an ihn rangeschmissen, weil er Kohle satt hat! Und außerdem hat er jetzt eine Sara mehr in seiner Sammlung. Diesmal eben ohne h!“ „Wenigstens hat er dir bei dem Referat zu glatten 15 Punkten verholfen“, merkte Tamina spitz an und dagegen ließ sich wirklich nichts einwenden. Isabelles Biolehrerin war total hin und weg gewesen von dem Vortrag. „Als hättest du es selbst schon durchgemacht“, lobte sie Isabelle vor dem versammelten Kurs und die musste sich zusammenreißen, um nicht wieder gedanklich zu Bastian abzuschweifen. Wenn sie ihm dann mal über den Weg lief, tat sie, als sei er Luft, oder bombardierte ihn mit bissigen Bemerkungen. Wie zu Beginn also. Und was sie besonders schmerzte: Er machte es genauso und reagierte auf ihr Verhalten mit Spott oder purer Arroganz. Es war zum Heulen. Am Freitagnachmittag begegnete Isabelle auf dem Nachhauseweg ihrer ehemals besten Freundin. Noch ehe sie demonstrativ die Straßenseite wechseln konnte, war Sara schon auf sie zugeschossen und hielt sie am Ärmel ihrer Jacke fest. „Endlich erwische ich dich mal, Isa! Wieso hast du nicht auf meine Nachrichten reagiert und meine Gespräche nie angenommen? Ich hab dich zigmal versucht anzurufen!“ „Hab’s gemerkt“, gab Isabelle kühl zurück. „Und warum ich nicht reagiert hab, kannst du dir ja wohl denken, oder?“ „Nein, kann ich nicht. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht mal, was dir das Recht dazu gibt, sauer auf mich zu sein. Dass du das so mitkriegen musstest, tut mir leid – wir hatten eben nicht damit gerechnet, dass du vor der Schule noch nach Hause kommst.“ Sara zuckte die Achseln. „Aber ansonsten kann ich nicht verstehen, was so schlimm daran ist, wenn ich mit Basti zusammen bin. Wie kann daran denn bitte unsere Freundschaft kaputt gehen?“ „Nerv mich nicht und lass mich durch. Ich will nach Hause und meine Ruhe haben“, knurrte Isabelle und wollte sich losreißen, doch Sara gab nicht auf. „Es ist doch nicht etwa Eifersucht, Isa?“, fragte sie herausfordernd. „Nein!“, entgegnete Isabelle eine Spur zu schnell. Sara hob die Brauen. „Und warum bist du dann so wütend?“ „Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig und jetzt lass mich los!“ Mit einer schwungvollen Drehung befreite sich Isabelle aus Saras Griff und rannte davon. Zum ersten Mal in dieser Woche liefen ihr ein paar Tränen übers Gesicht. Scheiße, jetzt heulte sie wegen dieser Sache auch noch! Das konnte ja wohl nicht wahr sein … Sie stürmte durchs Treppenhaus nach oben, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und schloss die Wohnungstür auf. Sofort merkte sie, dass Bastian zu Hause sein musste. Der Fernseher im Wohnzimmer lief auf voller Lautstärke. Blödmann! So leise wie möglich durchquerte Isabelle den Flur, um zu ihrem Zimmer zu gelangen. Doch plötzlich stutzte sie. Das schien irgendein Fußballspiel zu sein, das da lief. Und jetzt hörte sie auch den Kommentator, der irgendwas von „Tor für den KSC“ laberte. Moment mal! Seit wann konnten sie denn bitteschön die Bundesligaspiele empfangen??? Mit einem Satz stand sie im Wohnzimmer. Sie hatte Recht gehabt. Da war ein Fußballspiel in vollem Gange - die Fans grölten, der Kommentator verhaspelte sich vor Hektik fast und vor dem Bildschirm saß seelenruhig Bastian Schweinsteiger und verkrümelte Isabelles Lieblingssessel mit Chips. War der noch zu retten?! „Spinnst du? Was geht denn hier ab?“, fuhr Isabelle ihn an und er wirbelte erschrocken zu ihr herum. Hatte der sie etwa noch nicht bemerkt? Na, der Schreck geschah ihm recht! „Ach, hi, Isa. Das, was hier abgeht, nennt sich Bundesliga“, erklärte er ihr frech grinsend und schob sich genüsslich eine weitere Handvoll Chips in den Mund. „Das sehe ich“, schnaubte sie. „Aber wir haben keine Premiere!“ „Doch, seit heute haben wir.“ „Bitte was? Du willst mich wohl verarschen! So schnell kommt doch keiner an Premiere!“ „Wenn man Bastian Schweinsteiger heißt, anscheinend schon.“ Boah, da war es wieder, dieses Grinsen, das sie anfangs fast in den Wahnsinn getrieben hatte. Inzwischen hätte sie es gern länger genossen, aber das durfte sie auf keinen Fall. Schließlich war es an der Zeit, einen neuen Schutzwall um sich herum aufzurichten, nachdem der erste so erbärmlich in sich zusammengefallen war. „Und wenn schon … ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir das abgesprochen hätten!“, knurrte sie und schob sich eine Strähne aus dem Gesicht, die allerdings sofort wieder zurückrutschte. Dass ihre Haare machten, was sie wollten, war ja nichts Neues, aber in letzter Zeit wurde es extrem. Da stand wohl mal wieder ein Friseurbesuch an. „Haben wir auch nicht. Aber ich hab’s bestellt und bezahlt – hast du irgendein Problem damit?“, fragte er und sah sie herausfordernd an. „Ja, hab ich. Das ist MEINE Wohnung, da hast du jegliche Veränderung gefälligst mit mir abzusprechen!“, fauchte sie, machte auf dem Absatz kehrt und wollte schon zur Tür hinaus, als ihr noch etwas auffiel. Langsam drehte sie sich wieder um und blickte in Bastians grinsendes Gesicht. „Spielt Bayern nicht morgen?“, erkundigte sie sich verblüfft. „Doch“, antwortete er noch immer grinsend. „Und was machst du dann hier? Wenn mich nicht alles täuscht, ist das doch kein Heimspiel, oder?“ „Gut informiert. Aber leider“, er hob den linken Arm, der sich bis dahin nicht in Isabelles Blickfeld befunden hatte, „gab’s heute beim Training einen kleinen Unfall. Hand verstaucht. Das Spiel findet ohne mich statt.“ Verdattert starrte Isabelle auf den weißen Verband und ließ ihren Blick von dort instinktiv zu ihrer eigenen verbundenen Hand wandern. Das war jetzt Zufall, oder? Das konnte doch nicht sein … „So was Komisches, dass das uns beiden in derselben Woche passiert, hm?“ Bastian sah sie leicht verlegen an. „Ja … sehr komisch …“, murmelte Isabelle kopfschüttelnd, drehte sich um und verschwand im Flur. Und kam wieder nicht dazu, ihr Zimmer zu betreten, denn in diesem Augenblick klingelte das Telefon los, das in der Aufladestation steckte. Widerwillig ging Isabelle hinüber und nahm ab. „Hi, ich bin’s.“ Sara. Am liebsten hätte Isabelle einfach aufgelegt. „Keine Sorge, mit dir will ich gar nicht reden. Aber Bastis Handy ist ausgeschaltet und ich wollte wissen, ob er zu Hause ist.“ „Ist er“, brummte Isabelle und trottete ins Wohnzimmer, um ihrem Mitbewohner das Telefon in die Hand zu drücken. „Deine Freundin“, klärte sie ihn auf und machte, dass sie weg kam. Am besten drehte sie erst mal eine Runde mit ihrem Hund, um auf andere Gedanken zu kommen. Und das Wochenende würde sie sich von Bastian nicht verderben lassen, so viel stand fest. |
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