![]()
|
Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
Fortschritt: 100%
Inhaltsverzeichnis Einklappen
EifersüchtigEs wurde tatsächlich spät und so übernachtete Isabelle dann auch wirklich bei Louisa im Gästezimmer. Erst am nächsten Morgen nach dem Frühstück fiel ihr siedend heiß etwas ein. Und schon war die Panik da. „Mist, ich komm zu spät!“ Verzweifelt sah sie ihre Freundin an, die ihren Blick nur verständnislos erwiderte. „Isa, wir haben noch zwanzig Minuten bis zum Klingeln! Das reicht uns doch locker“, meinte sie kopfschüttelnd. „Dir schon, aber mir nicht.“ Hektisch zog sich Isabelle ihre Jacke über. „Mir ist nämlich gerade eingefallen, dass ich noch kurz nach Hause muss. Ich hab total vergessen, das blöde Kurzreferat für Bio auszudrucken …“ „Oh Shit, das ist nicht gut.“ „Nee, absolut nicht. Und deshalb muss ich jetzt rennen, sonst gibt das massenhaft Ärger. Ich hab schon letzte Woche die zwei Erdkundestunden verpasst und der reißt mir den Kopf runter, wenn ich wieder fehle!“ „Ach, der kann dich doch kreuzweise. Du bist volljährig und kannst dir selber ’ne Entschuldigung schreiben, fertig“, versuchte Louisa sie zu beruhigen. „Muss ich ja wohl.“ Isabelle verzog das Gesicht. „Meine Mutter schreibt mir jedenfalls keine …“ „Die kann dich gleich dreimal. Einfach nach Amerika abzuhauen und ihre Tochter allein zu lassen …“ „Hey, hör auf, okay? Das Thema hatten wir schon zur Genüge.“ „Ja, ich weiß, kein schlechtes Wort über deine Mutter.“ Louisa verdrehte die Augen und drückte ihrer Freundin die Leine in die Hand. „Eigentlich ganz praktisch, dass du noch mal heim musst. Wenn dein Hund hier was angestellt hätte in unserer Abwesenheit, hätte mein Vater mich einen Kopf kürzer gemacht. Und dich auch.“ „Dann hätte ich mir wenigstens keine Sorgen mehr um die Klausuren machen müssen“, konterte Isabelle und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Auch wieder wahr“, kicherte Louisa und schob sie zur Tür raus. „Bis gleich, wir sehen uns in der Pause!“ „Wenn ich bis dahin noch lebe, ja.“ Isabelle lief die Treppen runter, als sei ihr Erdkundelehrer persönlich hinter ihr her, und erntete heftigen Protest von Filou, der heute Morgen offensichtlich mit Unausgeschlafenheit und schlechter Laune gesegnet war. Jedenfalls bellte er auf dem gesamten Weg nach Hause und schien sich absichtlich langsamer zu bewegen als sonst, wenn sie es eilig hatte. „Hey, Alter, jetzt stell dich nicht so an“, schimpfte sie und schloss die Wohnungstür auf. Sofort flitzte er zwischen ihren Beinen hindurch und riss ihr die Leine aus der Hand. „Spinner“, murmelte sie und schloss die Tür hinter sich. Dann stürzte sie in ihr Zimmer, wo sie ihre Taschen achtlos fallen ließ und sofort den PC einschaltete. Während er hoch fuhr, ging sie zum Badezimmer, um sich nach der Rennerei etwas frisch zu machen. Schwungvoll öffnete sie die Tür – und blieb wie angewurzelt stehen. Vor der Duschkabine stand Bastian, unten nur mit einer Boxershorts bekleidet, und zog sich gerade das T-Shirt über den Kopf. Sofort war die Gänsehaut wieder da, sie sich unnachgiebig auf Isabelles Haut legte, und ihr Herz schlug wie wild. Scheiße, sah dieser Kerl gut aus! Okay, der Anblick bot sich ihr nicht zum ersten Mal, aber als er Sonntagmorgen so vor ihr gestanden hatte, war schließlich dieses verdammte Kribbeln noch nicht da gewesen! Jetzt schon. Und zwar stärker als alle bisherigen Male zusammen. Sie war schlichtweg unfähig, sich auch nur einen Nanometer zu bewegen. Und so kam es, wie es kommen musste: Er blickte hoch und sah sie da stehen, in der offenen Tür mit einem sicher ebenso offenen Mund. Peinlich. Verdammt peinlich. „Oh … äh …“ Sein Kopf färbte sich rot. „Was … was machst du denn hier? Ich dachte, du … kommst erst später … wieder …“ Isabelle schluckte. Sie wollte gar nicht wissen, wie bescheuert sie gerade aussehen musste. „Hab … hab was vergessen …“, konnte sie gerade so antworten, dann klappte eine Tür hinter ihr zu und sie wirbelte erschrocken herum. Und musste sich vor Schreck am Türrahmen fest halten. Der Grund für den Schock war gerade aus Bastians Zimmer gekommen und hielt nun entsetzt inne. Isabelles Atem gefror. Ihre schlimmsten Vorstellungen wurden gerade bestätigt. Oder hatte sie etwa gehofft, dass Bastian doch nicht der Frauenaufreißer war, für den sie ihn immer gehalten hatte?! Blond. Schlank. Groß. Model. Sara. Ihre beste Freundin. Ausgerechnet ihre beste Freundin stand ihr hier in Unterwäsche gegenüber und schien genauso erschrocken zu sein wie sie selbst. Scheiße, war die Welt ungerecht. Und wie verlogen konnte man eigentlich sein? Erst von der großen Liebe reden und sich dann selbst an den Kerl ranschmeißen! Isabelle konnte es nicht fassen. Und so was nannte sich beste Freundin! Wie hinterhältig war das denn?!? „Isa … ich … oh Shit …“, stotterte Sara und sah Hilfe suchend zu Bastian, der nun direkt hinter Isabelle stand und ihr eine Hand auf die Schulter legte. Sie riss sich los, stürmte wortlos in ihr Zimmer und knallte die Tür zu. Mit zitternden Fingern öffnete sie das Worddokument, druckte das Referat aus und packte es in ihre Schultasche. Bastians Referat. Oder zumindest das Referat, das sie ohne ihn nie hinbekommen hätte. Schon gar nicht so ausführlich. Jemand klopfte an ihrer Tür. Und sie hörte Saras Stimme: „Isa, können wir bitte … reden?“ Vergiss es, dachte Isabelle, deren Herz gerade einen gewaltigen Knacks bekommen hatte. Ob vor Eifersucht, weil es Sara gewesen war, die mit Bastian im Bett gelandet war, oder vor Wut, weil sie nicht begreifen konnte, wie ihre beste Freundin ihr so was antun konnte, das stand in den Sternen. Wahrscheinlich beides. Und eins war Isabelle mit einem Mal klar: Sara hatte Recht gehabt. „Waaaas? Heißt das, du hast dich in Bastian verknallt?“ Ja. Hatte sie. Verdammte Scheiße. *** „Bitte was? Sara will dir erst weis machen, dass du dich in Schweini verliebt hast, und macht sich dann selber an ihn ran?“ Die Fassungslosigkeit stand Louisa ins Gesicht geschrieben. „Wie mies ist das denn?“, hängte Tamina ungläubig an. „So was Hinterhältiges!“, ließ sich Deborah vernehmen und legte Isabelle tröstend den Arm um die Schulter. „Wie kann die das nur tun?“ „Keine Ahnung, aber sie hat’s getan“, antwortete Isabelle bitter und ballte die Fäuste. „Könnt ihr euch vorstellen, wie weh das tut?“ „Klar können wir das. Die Zicke hat sich halt genauso verhalten, wie es all die anderen blöden Tussis auch gemacht hätten“, stellte Tamina fest. „Wer kann schon von sich behaupten, mit Bastian Schweinsteiger im Bett gewesen zu sein?“ „Ich jedenfalls nicht.“ Wütend kickte Isabelle einen Stein über den Asphalt. Louisa zog die Brauen hoch. „Eifersüchtig?“ „Ich? Quatsch!“, wehrte Isabelle sofort ab, obwohl sie es besser wusste. „Ach nein, natürlich nicht. Hört sich auch überhaupt nicht so an“, mischte sich Deborah skeptisch ein. Isabelle biss sich auf die Lippen. „Sei mal ehrlich, Isa … hast du dich am Ende wirklich in ihn verknallt?“, bohrte nun Tamina nach. „Nein …“ „Wirklich nicht?“, hakten alle drei gleichzeitig nach und Isabelle spürte plötzlich, dass es rein gar nichts nutzte, ihnen etwas vorzumachen. Also, Isa, überwinde deinen Stolz und sag’s ihnen, forderte sie sich selbst auf und verzog gequält das Gesicht. „Doch“, gestand sie und machte ein verzweifeltes Gesicht. „Doch, das ist ja das Schlimme …“ |
||||||||||||||||