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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Alter SturkopfDie Stunden vergingen. Ein Sonntagnachmittag mit den Schulbüchern, wie toll. Was Schöneres hätte man sich ja auch nicht wünschen können … „Ich werd noch irre“, murmelte Isabelle irgendwann am Abend und pfefferte ihr Chemiebuch wütend in eine Ecke. Da würde es für den Rest des Tages auch liegen bleiben, so viel war sicher. Wenn sie dieses bescheuerte Fach irgendwann auch nur ansatzweise verstand, würde sie drei Kreuze machen. „Ich bin weg. Kann spät werden“, hörte sie Bastians Stimme aus dem Flur und dann fiel die Wohnungstür ins Schloss. Wo er wohl hinging? Ins Kino? In irgendeinen Club? Alleine? Mit seinen Freunden aus der Mannschaft? Mit irgendwelchen Mädels, die hysterisch loskreischten, sobald sie nur den Namen Schweinsteiger hörten? Es war zum Verrücktwerden. Sie hockte alleine in ihrer Wohnung und machte sich Gedanken darüber, mit wem Bastian wohin ging. Hallo, das konnte ihr doch wohl egal sein! Was ging es sie denn an? Nichts! Und sie selbst war es gewesen, die ihm vor ein paar Stunden klar und deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass ihr Leben nichts mit seinem zu tun hatte. Na also. Aber warum fühlte sie sich dann so scheiße? So schuldbewusst irgendwie … Das energische Klingeln an der Tür riss sie aus ihren trüben Gedanken. Filou sprang von ihrem Bett und sauste freudig bellend in den Flur. Na so was, wer kam denn jetzt? Bastian war doch gerade eben erst weggegangen und ihre Freundinnen kamen auch nicht in Frage, denn denen hatte sie gesagt, dass sie am Wochenende keinen Besuch mehr gebrauchen konnte wegen der elenden Lernerei. Seufzend erhob sie sich und ging hinaus. Mit einem gezwungenen Lächeln öffnete sie die Tür – und hob die Brauen, als sie ihre beste Freundin draußen stehen saß. „Hallo, Isa-Schatzi!“ Saras Grinsen hätte breiter nicht sein können. „Sorry vorneweg, falls ich dich störe, aber ein paar Minuten Pause wirst du doch bestimmt machen können, oder?“ Isabelle verdrehte die Augen und trat beiseite. „Ich hab dir doch klipp und klar gesagt, dass Besuch heute nicht mehr drin ist!“ „Ja, ich weiß, aber ich war gerade eh zufällig in der Nähe …“ „Klar, zufällig. Wer’s glaubt. Ich muss dich aber gleich enttäuschen, Sara … er ist nicht da. Vor fünf Minuten weggegangen. Keine Ahnung, wohin, und es interessiert mich auch null. So, bist du jetzt immer noch zufällig hier?“ Sara zuckte die Achseln. „Nicht wirklich“, gab sie zu und bückte sich zu Filou, der schwanzwedelnd um sie herumhüpfte, um ihn am Kopf zu kraulen. „Aber es passt ganz gut, würde ich sagen. Ich würde nämlich zu gern wissen, wie euer Tag heute war. Bist du immer noch so verbissen, du alter Sturkopf?“ „Ich bin kein Sturkopf, das ist mein Problem“, entgegnete Isabelle und ging voraus in ihr Zimmer, wo sie sich aufs Bett fallen ließ. Filou sprang neben sie auf die Matratze und Sara plumpste in den gemütlichen Sessel am Fenster. „Und was den Tag betrifft, der war nicht sonderlich spektakulär. Ich war die meiste Zeit hier und hab versucht zu lernen. Hab keinen Schimmer, was er so gemacht hat. Wahrscheinlich seine Kartons ausgepackt. Hat sich jedenfalls so angehört.“ Dann erzählte sie in wenigen Sätzen von der Pizza, dem Referat und ihrer Feststellung, dass er zwar eingebildet und verwöhnt sein mochte, es aber doch auch eine nette Seite an ihm gab. „Na, das nenne ich mal eine Erkenntnis“, war Saras spontane Reaktion darauf. „Tolle Erkenntnis.“ Isabelle verzog das Gesicht. „Mir wäre es lieber, wenn er null sympathisch wäre.“ „Wie bitte?“ Saras Unterkiefer klappte verblüfft nach unten. „Wieso das denn??“ Isabelle senkte den Kopf. „Ich sag nur Martin, Hendrik und Andi. Bei denen wäre es auch besser gewesen, ich hätte sie niemals nett gefunden.“ „Waaaas? Heißt das, du hast dich in Bastian verknallt?“, kreischte Sara los und erntete dafür einen mehr als entsetzten Blick. „Spinnst du? Natürlich nicht! Das würde mir gerade noch fehlen, mich in so einen Typen zu verlieben!“ „Also, besser als deine Verflossenen wäre er auf jeden Fall!“ „Nur, weil er Kohle hat und nicht gerade schlecht aussieht?“ „Sieh an, sieh an, du findest ihn also gut aussehend“, stellte Sara grinsend fest. „Na und? Das finden zig andere Frauen auch“, erwiderte Isabelle schnippisch und wurde schlagartig rot, als ihr bewusst wurde, was sie da gerade für einen Blödsinn von sich gegeben hatte. „Ich denk, du willst nicht so sein wie die anderen Frauen?“ Vielsagend blickte Sara sie an. „Nee, will ich auch nicht.“ „Hat sich aber gerade fast so angehört. Außerdem, erklär mir doch mal bitte genauer, warum du ihn nicht nett finden willst. Gib’s zu – du hast Angst, dich in ihn zu verlieben!“ „Quatsch!“ Isabelles Kopf leuchtete wie eine Alarmanlage. „Und warum bist du dann so rot im Gesicht?“, frotzelte Sara. „Bin ich doch gar nicht.“ „Ja, träum weiter. Das Thema ist dir saupeinlich, das sieht selbst ein Blinder. Und damit wir mal eins klar stellen: Du kannst mich anlügen, so viel du willst, aber dir selber solltest du besser nichts vormachen. Das geht immer schief“, prophezeite Sara und sah ihre Freundin durchdringend an. „Na, dann muss ich mir ja keine Sorgen machen. Ich mache mir selbst nämlich nichts vor.“ Nur DIR, fügte Isabelle in Gedanken hinzu und schämte sich sogleich dafür, dass sie ihrer besten Freundin so etwas verschwieg. „Sprich, du weißt längst, dass du dich eventuell in Bastian verlieben könntest, und um das zu verhindern, versteckst du deine Schokoladenseite vor ihm und kehrst ihm gegenüber alle Bissigkeit heraus, die geht. Richtig?“, fragte Sara mit plötzlichem Ernst. Isabelle schwieg und starrte auf den Boden. „Also ja“, sagte Sara nach einer Weile des Schweigens. „Und wenn schon. Ich will mich nicht mehr verlieben. Schon gar nicht in einen Schweinsteiger.“ „Warum nicht?“ „Weil ich nicht wieder verletzt werden will.“ „Du kannst aber nicht dein Leben lang die Männerwelt anfeinden, damit sich keiner für dich interessiert“, gab Sara zu bedenken. „Wer sich für mich interessiert, ist mir doch egal. Hauptsache, ich interessiere mich für keinen von ihnen“, erklärte Isabelle entschieden. „Mädel, dir ist nicht zu helfen.“ Sara schüttelte verständnislos den Kopf. „Deine drei Verflossenen waren halt einfach nicht die Richtigen für dich. Du bist 19 – was erwartest du denn? Manche Leute heiraten erst mit 30 oder später. Du hast also noch Zeit.“ „Eben.“ „Nix, eben. Mensch, da hast du das Riesenglück, einen Bayernprofi in die Wohnung zu bekommen, und dann benimmst du dich wie die Axt im Wald, wenn du verstehst, was ich meine.“ „Bin ja nicht blöd.“ „Na, so wie du dich Bastian gegenüber verhältst, bezweifle ich das aber sehr.“ „Dann bezweifle es halt.“ Isabelle stand auf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Aber ich werde ganz sicher nichts mit jemandem anfangen, den alle haben wollen!“ „Die allermeisten kennen Basti doch gar nicht.“ „Ich auch nicht.“ „Aber du hast die Chance, ihn als Menschen kennen zu lernen“, beharrte Sara. „Warum nutzt du sie also nicht?“ „Ach komm, hör doch auf.“ Verärgert ließ sich Isabelle auf ihr Bett zurückfallen. „Ich will keinen neuen Freund – und ich hätte auch gar nicht die Zeit dafür. Ich muss mich auf die Schule konzentrieren und damit Basta! Und deshalb kannst du dich jetzt auch zum Gehen aufgefordert fühlen.“ „Soll das ein Rauswurf sein?“ „Wenn du es so nennen willst, ja.“ „Okay, wie du willst.“ Sara zuckte die Achseln. „Aber denk drüber nach, Isa, und sei nicht immer so misstrauisch. Nicht jeder Kerl ist so ein Idiot wie Andi oder seine Vorgänger.“ „Stimmt, es gibt auch noch größere Idioten“, antwortete Isabelle trocken. „So manche hat sich schon in einen Idioten verliebt und später kam raus, dass es tatsächlich die große Liebe war.“ Sara grinste knapp. „Bis morgen, Isa. Und denk über die Worte deiner klugen Freundin nach!“ |
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