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Er ist ein Star - holt ihn hier raus!
Die angehende Abiturientin Isabelle hat die Schnauze gestrichen voll von Männern. Doch durch einen Trick schafft es ausgerechnet Bastian Schweinsteiger, das freie Zimmer in ihrer WG zu bekommen. Wenigstens kann sie sich in den nicht verlieben, denn diesen eingebildeten Chaoten kann Isa auf den Tod nicht ausstehen. Glaubt sie zumindest … (Humor/Romanze/Drama)
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Tee und Kekse„Bastian Schweinsteiger.“ Noch immer fassungslos fischte Isabelle einen Teebeutel aus der Packung und hängte ihn in den Becher, der vor ihr auf der Anrichte stand. „Ich glaub’s einfach nicht! Wie kann der Kerl sich unter einem falschen Namen hier melden und auch noch davon ausgehen, dass ich ihm das Zimmer gebe, obwohl er ein MANN ist?!“ Na gut, sie musste ja zugeben, dass der Überraschungseffekt nicht ohne gewesen war. Jeden anderen hätte sie für diese Frechheit auf der Stelle wieder rausgeworfen, beziehungsweise gar nicht erst rein gelassen. So was ging ja mal gar nicht! Aber die Tatsache, dass ein Nationalspieler allem Anschein nach das freie Zimmer in ihrer Wohnung beziehen wollte, hatte Isabelle davon abgehalten, die Tür einfach zuzumachen und sich schwarz zu ärgern über diese Unverschämtheit. Eigentlich irre. Erstens war sie kein Bayernfan (obwohl sie seit ihrer Geburt in München wohnte und durchaus Fußball liebte!) und zweitens war mit Sicherheit keiner der Spieler etwas Besseres als ein „Normalo“. Wahrscheinlich war es einfach die Neugier, was ausgerechnet dieser Typ hier wollte – weshalb er jetzt mit Sara im Wohnzimmer saß und auf den Tee wartete, den Isabelle ihm aus purer Höflichkeit angeboten hatte. Kaffee oder Kakao hatte er sofort abgelehnt, was ihm bei Isabelle im Stillen schon mal einen Minuspunkt eingebracht hatte. Sie hasste Tee. Die paar Packungen hatte sie nur im Schrank stehen, weil Andi das Zeug gern getrunken hatte … und weil auch Sara eine leidenschaftliche Teetrinkerin war. Kein Wunder, da steckten ja auch keine Kalorien drin. „Wenn ich das irgendjemandem erzähle …“, murmelte Isabelle kopfschüttelnd und goss das kochende Wasser in den Becher. „Das glaubt mir doch kein Mensch!“ Kurz darauf stellte sie Tee und Kekse auf den Wohnzimmertisch und ließ sich Bastian gegenüber auf der Couch nieder. Er selbst hatte sich in ihren Lieblingssessel gepflanzt und wirkte, als wollte er das bequeme Polster nie wieder verlassen. Hervorragende Aussichten, wirklich. „Bedien dich“, forderte Isabelle ihn mit einem Kopfnicken auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Wozu sollte sie ihn siezen? Er hatte sie auch gleich geduzt, also war die Sache klar. Gleichberechtigung für alle. „Danke.“ Er schob sich einen Keks in den Mund und grinste dieses typische Schweinsteiger-Grinsen, das ihr irgendwie noch nie recht gefallen hatte. Weder im Fernsehen noch beim Training, wenn sie sich von einer ihrer Freundinnen hinschleppen ließ. Freiwillig wäre sie höchstens wegen Philipp Lahm oder Lukas Podolski beim Bayerngelände aufgetaucht, denn die machten auf sie wenigstens noch einen sympathischen Eindruck. Nicht so der Mittelfeldspieler, dessen inzwischen Gott sei Dank nicht mehr silberfarbenes Haar sie immer noch nicht ausstehen konnte und der ihrer Meinung nach einen grottenschlechten Geschmack bezüglich Frauen hatte. Noch so ein Grund, ihm das Zimmer zu verweigern. Sie hatte wirklich nicht die geringste Lust, morgens am Frühstückstisch auf irgendwelche blondierten Models zu treffen, die ihr durch ihre pure Anwesenheit den Appetit verdorben hätten. Wenn sie nicht Sarah hießen (Isabelle hatte vor ein paar Tagen gelesen, dass mit der Lady anscheinend Schluss war), dann eben Annika oder Jasmin, oder weiß der Geier wie. Einen Unterschied würde das bestimmt nicht machen – hirnverbrannt würden sie alle sein! Außerdem: Das konnte doch alles nur ein blöder Witz sein, oder? Wieso sollte jemand wie Bastian Schweinsteiger, der sich jede Luxusvilla auf Erden leisten konnte, ausgerechnet Interesse an einer mittelmäßig chaotischen WG haben, in der es weder Premiere noch eine Spielkonsole gab?!? „Schmeckt gut“, mampfte Bastian und nahm sich gleich den zweiten Keks. Dabei grinste er schon wieder. Depp. Isabelle verdrehte die Augen. „Selbst gebacken“, erwiderte sie knapp. „Und kannst du mir jetzt vielleicht endlich mal verraten, was du hier willst?“ Sie sah, wie Sara das Gesicht verzog. Wahrscheinlich wegen dem ruppigen Unterton, den man SO JEMANDEM doch nicht entgegen bringen konnte … Dabei interessierte sich Sara so viel für Fußball wie für Schokolade, nämlich null. Aber immerhin hatte der Kerl hier einen Haufen Kohle und eine Menge Einfluss in der Öffentlichkeit … schon klar, und trotzdem dachte Isabelle gar nicht daran, besonders nett zu ihm zu sein. „Also, ich dachte eigentlich, du suchst jemanden als neuen Mitbewohner.“ Isabelle musste sich das Lachen verkneifen, denn ihr entging nicht, dass Bastian sich beinahe an seinem noch ziemlich heißen Tee verbrannte. Stattdessen gab sie nur kühl zurück: „Von einem Mitbewohner war nie die Rede, sondern immer nur von einer MitbewohnerIN. Und das müsstest du eigentlich wissen, wenn du lesen könntest. Oder hast du die Grundschule übersprungen?“ „Nee, aber als Fußballprofi vergisst du so was Unwichtiges ziemlich schnell wieder“, grinste er frech. Boah, auf dem Bildschirm war es ja schlimm genug, aber hier und heute übertraf er sich selber mit diesem dämlichen Gegrinse. „Dann bist du hier schon mal an der falschen Adresse.“ Isabelle deutete auf das riesige Bücherregal an der Wand hinter sich. „Schon gesehen. Aber glaub mir, zum Lesen wirst du mich nicht bringen.“ „Das weiß ich auch so, brauchst du mir nicht erst zu sagen“, entgegnete sie schnippisch. „Und ich weiß auch genau, warum. Weil du das freie Zimmer nämlich ganz sicher nicht bekommen wirst!“ „Isa!“, kam es beinahe geschockt von Sara, die bisher den Mund gehalten hatte. Als Isabelle sie nun warnend anschaute, klappte sie ihn auch gleich wieder zu, aber ihr Blick sprach Bände. „Ach ja, und warum nicht?“, erkundigte sich Bastian und Isabelle glaubte einen beinahe amüsierten Ton aus seiner Stimme herauszuhören. „Erstens, weil du keine Frau bist, zumindest siehst du nicht so aus. Ich weiß ja nicht, wie deine verborgenen Wünsche aussehen …“ Jetzt war es Isabelle, die kurz grinste. „Wow, war das witzig. Scheinst ja mit Humor geradezu gesegnet zu sein!“ Nun verdrehte Bastian die Augen. „Okay, und weiter?“ „Alles Weitere kannst du in den Klatschblättern nachlesen“, versetzte Isabelle und lehnte sich zurück. „Man liest ja so allerhand über deine Angewohnheiten … sag mal, kommt man sich nicht ziemlich doof vor, wenn ganz Deutschland weiß, mit welcher Frau man sich für die nächsten paar Wochen das Bett teilt, um sie anschließend wieder fallen zu lassen?“ Okay, das war vielleicht etwas zu fies, aber Isabelle konnte es einfach nicht zurückhalten. Und wenn Bastian sie jetzt bis an sein Lebensende hasste, sollte es ihr nur recht sein. Dann würde er sicherlich freiwillig auf das Zimmer verzichten und augenblicklich gehen. „Hey, Isa, jetzt hör aber auf.“ Sara warf ihr einen mehr als vorwurfsvollen und zugleich entsetzten Blick zu. „Das wird jetzt wirklich zu …“ „Nein, lass nur“, unterbrach der Bayernspieler sie und schaute Isabelle ruhig ins Gesicht. Zu ruhig. Und sie wurde dadurch fast ein wenig nervös. „Weißt du, Isabelle … was du mir da erzählst, ist ziemlich neu für mich …“ „Ach, sieh an!“, spottete sie. „Ja.“ Er nickte und nun erschien wieder das unverwechselbare Grinsen auf seinem Gesicht. „Aber wir können einen Deal machen. Sobald ich hier eingezogen bin, liest du mir alles aus den Klatschblättern vor, okay? Wie gesagt – ich kann nicht lesen!“ Blödmann! „Warum sollte ich dich hier wohnen lassen? Ich meine, ich versteh eigentlich nicht so ganz, warum du das überhaupt willst“, konterte Isabelle. „Sag nicht, dass die liebe Sarah dich nach der Trennung rausgeworfen hat …“ „Doch.“ Das Grinsen war verschwunden und nun verzog Schweini keine Miene. „Die letzten paar Tage war ich bei Lukas und Monika, aber auf ewig kann ich da ja auch nicht bleiben. Und um gleich vorweg zu beantworten, wieso ich mir dann keine eigene Wohnung suche – ich hab die Schnauze voll davon, alleine zu sein. Außerdem hab ich mir das irgendwie schon immer gewünscht, eine Zeit lang mal in einer WG zu wohnen.“ „Ach.“ Mehr fiel Isabelle dummerweise nicht dazu ein. „Ja.“ Ein beinahe bittender Blick traf sie. „Also, wie ist es? Ich zahl dir die Hälfte der Miete plus alle Nebenkosten, die für uns anfallen!“ „Vergiss es.“ Schließlich hatte Isabelle auch ihren Stolz und den würde sie für so etwas nicht hergeben. „Du zahlst mir die Hälfte von allem, nicht mehr und nicht weniger. Klar?“ „Okay, kein Problem für mich.“ „Das will ich dir auch geraten haben.“ Aus den Augenwinkeln sah Isabelle, wie Sara sie erstaunt anguckte. Und jetzt wurde ihr erst klar, was sie gerade getan hatte. Sie hatte ihre ganzen Vorsätze, nie wieder einen Mann hier in die Wohnung zu lassen, schwungvoll über Bord geworfen. Und das für einen Fußballprofi, der (leider!) trotz seines doofen Grinsens wahrscheinlich immer noch die beste Wahl war. Verflixt. „Okay, wann kann ich einziehen und mein Zeug herbringen?“ „Am Wochenende, da hab ich frei.“ „Was machst du denn beruflich?“ „Ich geh noch zur Schule. Zwölfte Klasse. Im Sommer werde ich 20 … hab die elfte Klasse wiederholt“, spulte Isabelle ihren Standardspruch herunter. „Oh.“ Er war überrascht, das sah sie ganz deutlich. Da konnte er noch so sehr versuchen, es sich nicht anmerken zu lassen. „Ich weiß, ich sehe älter aus, als ich bin.“ Isabelle grinste leicht. „Aber falls es ein Problem für dich ist, dir die Wohnung mit einer angehenden Abiturientin zu teilen – da ist die Tür!“ „Nee, passt schon. Solange du mir nicht das Lesen wieder beibringst“, grinste er zurück und sie verdrehte mal wieder die Augen. Was für ein Depp. Da konnte sie sich ja auf was gefasst machen … |
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